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Fastentagebuch (3): Die Aufbauphase

Der letzte Fastentag war richtig anstrengend gewesen. Ich konnte es kaum erwarten, am Vormittag des 7. Tages den ersten Apfel zu essen. Der süße Geruch und der intensive Geschmack waren tatsächlich überwältigend. Auf diese Weise wird dem Magen signalisiert, dass er nun wieder Verdauungssäfte produzieren soll. Mittags und abends gab es eine Gemüsesuppe sowie etwas Joghurt mit Leinsamen. Dank der sensiblen Geschmacksnerven schmeckte der fettarme Naturjoghurt wie Sahnejoghurt und Zucker fehlte mir kein bisschen. Auch Salz verwendete ich zunächst gar nicht, dann sehr sparsam. Ich aß wenig gesunde Sachen und war satt und zufrieden. Eine wundervolle Erfahrung!

aufgeschnittener Apfel zum Fastenbrechen, Fasten

Man sollte mindestens 1/3 der Fastenzeit als Richtwert nehmen, um die Ernährung langsam wieder aufzubauen. Bei mir waren es drei Tage, an denen ich hauptsächlich Obst, Gemüse, Joghurt, Quark und Knäckebrot oder etwas Vollkorngetreide zu mir nahm. In dieser Zeit hatte ich das Gefühl, diese gesunde Ernährung ist völlig ausreichend für mich, so kann es bleiben. Zucker, Salz, Kaffee, Junk Food – alles völlig überflüssig.

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Und doch holte die Realität mich wieder ein. Schneller als gedacht hatte ich wieder Schokolade probiert und war gleich wieder auf dem „Zuckertrip“. Kaffee trinke ich inzwischen (zwei Wochen später) in der gleichen Menge wie vorher. Und auch die Portionsgrößen regulieren sich schnell wieder nach oben. Dennoch: Die Erfahrungen der „Tage danach“ waren für mich sehr spannend und prägend. Beim nächsten Mal würde ich die Aufbauphase noch ein wenig länger strecken.

Wir wissen alle, dass es Zeit braucht, um neue Gewohnheiten zu etablieren. Die Zeit nach dem Fasten bietet hier besondere Chancen. Was will ich beibehalten? Wo will ich weiter entschleunigt leben? Worauf will ich noch länger verzichten? Worauf will ich meinen Blick richten? Was ist mir am wichtigsten? Es ist viel einfacher, aus der völligen Enthaltsamkeit zu kommen und zu überlegen, was man dazu nehmen will als umgekehrt. Vielleicht gibt es hier auch Parallelen in andere Bereiche?

gesund essen nach dem Fasten, Kartoffeln, Salat, Leinsamen, Quark

Ein Stück weit lernt man auch nach dem Fasten etwas über sich selbst. Überschätze ich mich und meine Fähigkeiten vielleicht? Dass „nie wieder Zucker“ kein Weg für mich ist, war mir schon klar. Dass ich so schnell wieder „kämpfe“ an dieser Front, hat mich ernüchtert. Letztlich ist es wie bei der innerlichen Umkehr. Wenn ich mich stark fühle und versuche, neue Wege aus eigener Kraft zu gehen, überschätze ich mich vielleicht. Wie schnell fühle ich mich wieder schwach, gerate wieder in ausgetretene Pfade, die ich doch meiden wollte. Und nun?

Ich darf lernen, Neues probieren, muss nicht im Frust stecken bleiben, kann umkehren, nochmal probieren, weiter lernen. Und ich darf auch durchaus stolz sein auf das, was ich geschafft habe und mich daran freuen. Ich habe tatsächlich einiges gelernt über die Fähigkeiten meines Körpers und über das, was meine Seele jetzt braucht. Frauen kennen vielleicht das gestärkte Selbstvertrauen in den eigenen Körper, wenn sie eine Geburt bewältigt haben. Ein Stück weit kann ich das für mich mich mit der Zeit nach dem Fasten vergleichen.

Apfel nach dem Fasten, Fastenbrechen

„Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele, oh Gott, nach dir!“

Psalm 42, 2

Eines steht fest: Das war das erste, aber bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich gefastet habe. In meinem letzten Fastentagebuch möchte ich einige Tipps für das Fasten zu Hause zusammenfassen, die mir – und vielleicht auch dir – helfen könnten. Würdest du es auch gern einmal ausprobieren?

Deine

Familienleben mit Gott, Fastentagebuch, Fastenzeit, fasten

Teil 1 – Fasten im Familienalltag

Teil 2 – Die Fastentage

Teil 3 – Die Aufbauphase

Teil 4 – Tipps für das Fasten zu Hause

 

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

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