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Fastentagebuch (1): Fasten im Familienalltag

Ein Entschluss

Wie schafft man es, mehrere Tage auf festen Nahrung zu verzichten und nur zu trinken? Fasten mitten im Familienalltag, während alle um einen herum essen und man für die Familie kocht, geht das überhaupt? Ich konnte es mir nicht recht vorstellen, als eine  Freundin mir von ihrem Vorhaben berichtete. Es klingt doch etwas radikal und manch einer mag mit dem Kopf schütteln. Und ob das überhaupt gesund ist? Meine Freundin war bereits fastenerprobt und erklärte mir ausführlicher, was es damit auf sich hat. Eine informative Joggingrunde später entschied ich, dass ich es auch versuchen wollte. Es war noch eine gute Woche Zeit bis Ostern und ich musste nur noch wenig von zu Hause aus arbeiten. Für einen gesunden Erwachsenen spricht nichts dagegen, eine Woche ohne ärztliche Begleitung zu fasten. Also wann, wenn nicht jetzt?!

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Die Planung

Gleich am nächsten Tag startete ich mit dem Entlastungstag, an dem ich mich auf pflanzliche und leichte Kost beschränkte. Ich nutzte die Zeit, um mich noch weiter über das Fasten zu informieren. Es gibt unterschiedlichste Varianten des Fastens oder Heilfastens, bei denen man wenige bis gar keine Kalorien zu sich nimmt. Ich entschied mich für den Weg, lediglich nahezu kalorienhaltige Getränke zu mir zu nehmen. Im Klartext: Wasser, Tee und Gemüsebühe ohne Salz. So weit, so gut? Nun ja.

Die Herausforderung

Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich ein totaler Kaffee- und Schokoladenliebhaber bin. Ein Leben ohne Süßigkeiten ist für mich unvorstellbar und Kaffee-Entzug macht bei mir im dümmsten Fall sogar mehrere Tage Kopfschmerzen (schon ausprobiert). Tatsächlich hatte ich davor am meisten Angst. Und ich bin ein Genussmensch. Die Kilos nach den Geburten hatte ich mehr oder weniger mühevoll heruntergekämpft und nicht immer mein Gewicht über die Jahre gehalten. Essen ist für mich nicht nur Nahrung, es ist auch Belohnung, Geselligkeit, Genuss. Kann ich überhaupt verzichten?

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Körper, Geist und Seele

Ich war sehr gespannt, was auf mich zukommen würde. Ich legte mir ein Tagebuch für die Fastenzeit an und notierte täglich, was ich an meinem Körper beobachtete, was meiner Seele gut tat oder schadete und welche geistlichen Impulse ich bekam. Fasten ist für mich etwas sehr Ganzheitliches. Ich wollte mir vor allem Zeit nehmen. Zeit zur Besinnung, Zeit über mich nachzudenken, Zeit über Gott nachzudenken, Zeit zu beten, zu lesen, zu ruhen, zu hören. Das ist im Familienalltag immer nur mit Abstrichen möglich. Doch die Fastenzeit war auch eine Zeit, in der ich mir meine Bedürfnisse bewusst machte und dies vor den anderen Familienmitgliedern auch einforderte. Ich habe mich beispielsweise nach dem „Mittagessen“ oder zwischendurch immer wieder einige Zeit zurückgezogen. Außerdem achtete ich auf genügend Bewegung an der frischen Luft. Fastend ist man meist erstaunlich leistungsfähig, wobei das auch von Tag zu Tag variiert. Auf das Autofahren hab ich in der Zeit jedenfalls lieber verzichtet.

Fasten in der Bibel

Fasten hat eine lange Tradition. Für mich ist besonders spannend, wann und in welchen Zusammenhängen in der Bibel vom Fasten die Rede ist. Ich nutzte die Woche, um dem nachzugehen. Jesus selbst hat gefastet und spricht in der Bergpredigt darüber, in welcher Haltung wir fasten sollen. Interessanterweise ist hier die Frage nach dem Fasten eingebetet zwischen die Themen „Gebet“ und „Almosengeben“. Es geht nicht nur um die Hinwendung zu mir selbst, sondern auch um eine Hinwendung zu Gott und zu meinen Mitmenschen. Spannend… Sicherlich muss man nicht gläubig sein um zu fasten. Ich kann mir aber keine bessere Zeit vorstellen, um den Fragen nachzugehen, die einen tief im Inneren bewegen.

Der Start

Fasten ist Reinigung. Und so steht schon am Anfang eine Reinigung im Mittelpunkt – die Darmreinigung. Ob man Glaubersalz nutzt oder einen Einlauf macht, ist jedem selbst überlassen. Wenn Magen und Darm leer sind, dann entsteht kein Hungergefühl mehr, heißt es. Ich war überrascht, dass ich tatsächlich die ganze Zeit über nie wirklich Hunger hatte. Wenn, dann waren es kurze Momente, die nach einem Glas Wasser wieder verschwanden. Anders verhielt es sich jedoch mit Essgelüsten…

Davon und von den einzelnen Fastentagen werde ich in  Teil 2 werde ich des Fastentagebuches genauer berichten. In Teil 3 möchte ich mich der Aufbauphase nach dem Fasten widmen, die mindestens ebenso wichtig ist wie das Fasten an sich.  In Teil 4 schreibe ich darüber, was ich aus der Fastenzeit mitnehme und welche Tipps ich vielleicht weitergeben kann. Es freut mich sehr, wenn du mich auf dieser Reise begleitest…

Deine

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Teil 1 – Fasten im Familienalltag 

Teil 2 – Die Fastentage

Teil 3 – Die Aufbauphase

Teil 4 – Tipps für das Fasten zu Hause

 

 

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

6 Kommentare zu „Fastentagebuch (1): Fasten im Familienalltag

  1. Hey Martha, toll, dass du uns in deine Erfahrungen mit dem Fasten hineinnimmst. Ich habe im Januar zum 5. oder 6. mal (weiß nicht mehr genau) gefastet, diesmal 10 Tage Wasserfasten – meine bisher längste Fastenzeit. Bei mir war jedes Fasten anders – aber es war immer eine gute Erfahrung und körperlich und geistlich reinigend. Besonders, wenn ich aus eher geistlichen Gründen faste, merke ich, wie ich währenddessen viel von Gott höre und dabei oder kurz danach in der Beziehung zu ihm wachse.
    Ich bin sehr gespannt, wie es dir ergangen ist, vor allem darauf, was du aus dieser Zeit mitnimmst. Liebe Grüße, Bettina

    1. Hey Bettina, das finde ich sehr spannend, was du für Erfahrungen gemacht hast. Ich habe jetzt meine „Berührungsängste“ verloren und somit etwas ganz Neues entdeckt. Ich denke schon, dass ich auf einmal wieder fasten werde. Interessant finde ich, dass du jedes Mal andere und vor allem auch geistliche Erfahrungen gemacht hast. Liebe Grüße, Martha

      1. Ja, das kann ich mir vorstellen – es hat so tolle Seiten, dass man es schon wiederholen möchte 🙂 Bei mir war das erste mal ein rein körperlich-gesundheitliches Fasten. Die male danach war es geistlich motiviert und zuletzt (die 10 Tage) hatten für mich beide Schwerpunkte. Jesus ist mir jedes mal sehr tief begegnet und ich habe Fragen auf Antworten bekommen. Jetzt nach dem letzten mal hat sich kurz danach in meiner Beziehung zu Jesus sehr viel verändert – richtig krass. Körperlich war es manchmal leichter und manchmal quälender. Aber jedes Mal meine ich, dass es auch in dieser Hinsicht viel gebracht hat. Ich mache mich jetzt an deinen 2. Artikel 🙂 LG!

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