Veröffentlicht in Allgemein, Kinder und Familienleben

Kinder, wir ziehen um!

Umzugspläne

„Wir ziehen in eine andere Stadt!“ Irgendwann kam der Moment, an dem wir das den Kindern sagen mussten durften. Doch so eine Entscheidung trifft man nicht „einfach mal so“ – schon gar nicht mit fünf Kindern. Für sie, zu diesem Zeitpunkt zwischen 3 und 16 Jahre alt, war es doch ihre Heimat! Alle Kinder sind in der gleichen Stadt geboren und aufgewachsen. Zwar sind wir schon öfters umgezogen (zu dem ein oder anderen Zeitpunkt war mehr Platz nötig), aber immer im Umkreis weniger Kilometer.

Alles offen…

Es gab eine Zeit von wenigen Monaten, in der war einfach alles offen. Bleiben oder gehen? Für jede Variante gab es gute Argumente. Beten, warten und hoffen, dass sich alles klärt.

Sollten die Kinder mitentscheiden (dürfen)?

Beziehen wir sie mit ein, wenn wir uns selbst noch sicher sind, ob wir umziehen wollen und können?

Wann sagt man es ihnen am besten?

Und was ist, wenn ein Kind auf gar keinen Fall umziehen will?

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Das waren die Fragen, mit denen wir konfrontiert waren.

Irgendwann war für uns Eltern klar: Wenn der Weg sich für den Umzug ebnet, dann entscheiden wir uns dafür. Es war eine Zeit des „Doppellebens“: Bewerbungen für das große Kind und für mich an zwei verschiedenen Orten, Suche nach möglichen Schulen und natürlich einem Dach überm Kopf… Es kostete viel Kraft. Und irgendwann wünschten wir uns einfach nur noch eine eindeutige Entscheidung. Egal, welche. Einmal noch wollten wir in die mögliche neue Heimat fahren und ein Haus anschauen. Und anschließend alle Schulplätze und Arbeitsstellen wieder absagen, wenn sich nichts ergeben sollte.

Das Vertrauen hat sich gelohnt. Mutige Schritte waren nicht umsonst. Es hat mich einiges gekostet, denn ich bin mehr so ein „Sicherheitstyp“. Aber Gott handelt immer rechtzeitig, auch wenn es für uns schon „der letzte Drücker“ war.

Und dann stand es fest: Wir ziehen um!

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Was uns geholfen hat…

Wir haben…

  •  die Kinder so früh wie möglich altersentsprechend mit einbezogen.

Natürlich bestand die Gefahr, dass gerade die Jüngeren anderen weitererzählen, was noch gar nicht „spruchreif“ ist. Das war nicht immer leicht. Aber Kinder spüren, dass etwas anders ist als sonst und verdienen eine altersentsprechende Erklärung, damit sie sich nicht unnötig sorgen oder sich in ihrer Fantasie einen eigenen Reim auf die Situation machen.

  • versucht Unsicherheiten auszuhalten.

Ein (möglicher) Umzug schüttelt den Alltag gehörig durch. Die Umstände bringen das Familien-Mobile in Bewegung. Das gehört dazu. Wenn wir nicht mutig losgehen, können wir nicht ankommen… Das sagt sich im Rückblick natürlich leicht. Aber dieser Umzug hat unsere Familie und die Geschwister untereinander noch einmal ganz neu zusammengeschweißt. WIR ziehen um, WIR kommen an, WIR leben uns ein.

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  •  respektiert, wenn nicht alle mit der Entscheidung glücklich waren.

Keiner weiß so genau, was da auf ihn zukommt. Manche Kinder (vor allem jüngere) gehen mit Abenteuer- und Entdeckerlust an einen Umzug heran. Andere sind eher ängstlich. Ältere Kinder haben schon stabilere Freundschaftsbeziehungen und erleben Verluste. Wir haben für uns entschieden, dass wir die Stadt nicht verlassen werden, wenn ein (älteres) Kind absolut dagegen ist. Das Kind, von dem wir das fast erwartet hätten, reagierte dann aber überraschend gelassen: „Ich würde mir das nicht aussuchen. Aber wenn ihr gehen wollt, dann gehen wir.“

  • den Kindern nach dem Umzug Zeit gegeben.

Wenn der neue Alltag Realität wird, gibt es immer wieder Phasen, in denen man den alten Alltag und die Freude vermisst. Jeder einzelne von uns hat diese Phasen mehr oder weniger intensiv erlebt. Bei den Kindern zeigte sich auch eine gewissen Skepsis gegenüber Neuem, zum Beispiel in der neuen Gemeinde. Sehr lange mussten wir sie Sonntag für Sonntag überzeugen, doch mitzukommen und sich darauf einzulassen. Inzwischen, ein Jahr später, geht es meistens ganz gut und die Kinder sind ein Stück weit integriert in ihren Gruppen. In der Schule gelang dies schneller als in der Gemeinde, aber da verbringen sie ja auch mehr Zeit. Die Traurigkeit der Kinder über etwas, das man ihnen bewusst zumugemutet hat, auszuhalten, ist wirklich nicht leicht. Weil wir wussten, dieser Weg ist für uns der richtige, konnten wir dies liebevoll zusammen durchstehen. Und sicherlich auch, weil wir wirklich gesegnet. Ich weiß nicht, was wäre, wenn ein Kind wirklich unglücklich wäre mit der neuen Situation.

Nach einem Jahr…

Ein Jahr ist seit dem Umzug vergangen. Wir haben Freunde zurückgelassen. Wir haben weniger Wohnraum als vorher (aber mehr Garten 🙂 ). Noch immer lernen wir ständig und überall neue Menschen kennen und ich habe so meine liebe Mühe, mir Namen zu merken. Und trotzdem geht es uns richtig gut. Wir wurden so reich beschenkt: Die neuen Schulen, die Arbeit, die Nachbarschaft, die neue Gemeinde und der neu gegründete Hauskreis, überall neue Wirkungskreise, neue Wege, neue Ideen…

Neuland und der Blick geht nach vorn.

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Manchmal dachte ich an Abraham, dem Gott ein neues Land schenken wollte…

Der HERR sagte zu Abram:
„Geh fort aus deinem Land, verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zum Stammvater eines großen Volkes machen und dir viel Gutes tun; dein Name wird überall berühmt sein. Durch dich werden auch andere Menschen am Segen teilhaben.“
1. Mose 12, 1+2

 

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… und er ging mit seiner Familie einfach los.

Seid ihr schon einmal mit Kindern umgezogen? Denkt ihr manchmal darüber nach? Irgendwo las ich, dass ein Umzug für ein Kind so schlimm sein kann wie die Trennung der Eltern. Was denkst du darüber?

Teile gern deine Gedanken in den Kommentaren…

Deine

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

7 Kommentare zu „Kinder, wir ziehen um!

  1. Hallo Du Liebe,

    danke für den schönen Bericht. Ein Satz daraus ist auch mein Leitweg: wenn sich der Weg ebnet und begehbar wird, dann gehen wir ihn. Ich warte da auch immer darauf, das die Türen sich öffnen. Bleiben sie verschlossen, dann ist es nicht mein Weg.

    Hier in unserer Nachbarschaft ist es nicht leicht. Das ist alleine schon unsere besondere Situation mit vielen Kindern. Manchmal wäre mir nach Alleinlage und wir schauen halt immer mal wieder. Bisher hat sich nie eine Tür geöffnet.

    Ansonsten würde ich es tun wie ihr: Kinder beteiligen, ganz wichtig und dann eben begleiten. Nicht jedes Kind wird gleich gerne mitgehen wollen.

    Ich beneide euch um euren Hauskreis. Gerne würde ich sagen: ja da kommen wir auch gerne, aber dazu seid ihr dann doch noch einen Tick zu weit weg und wir durch unsere Kleinsten viel zu unflexibel.

    Viele Grüße
    Die Großfamilienmama

    1. Hey du, mit den Nachbarn haben wir hier wirklich ganz, ganz viel Glück. Egal ob jung oder alt, alle sind ganz offen und kinderfreundlich… Die neue Gemeinde hat auch sehr viel beigetragen. Darüber ist auch der Hauskreis entstanden. Es war, denke ich, hier ganz gut, etwas völlig Neues anzufangen und uns nicht einem Hauskreis anzuschließen (das war zuerst der Plan). Ich bin gespannt, wohin die Reise da noch geht… Aber vielleicht sehen wir uns „so“ mal irgendwie, irgendwo, jetzt, wo wir einen ganzen Tick näher zusammen wohnen 🙂 Liebste Grüße, Martha

  2. Wir sind mitten in den Vorbereitungen für unseren Umzug. In 1,5 Monaten ziehen wir über Kontinente hinweg um, in unsere alte Heimat. Das beinhaltet für uns einige Herausforderungen, da wir eine 3jährige und eine 8Wochen alte Tochter haben. Somit befinden wir uns zur Zeit zwischen Baby, Arbeit, Packen, Planen, Abschied und Vorfreude.
    Uns fällt es nicht leicht unser Zuhause hier aufzugeben, unsere Töchter sind hier geboren und aufgewachsen, aber der Weg führt uns zurück in die alte Heimat und wir wollen darauf vertrauen, dass Gottes Plan gut ist.

    Unsere große Tochter hat schon ziemlich gut verstanden, was vor sich geht. Sie hilft auch mit beim packen und entscheidet mit, was mitkommt und was wir zurücklassen. Ich hoffe, dass ihr so die Umstellung nicht all zu schwer fällt.

    1. Das klingt nach richtig viel Arbeit mit zwei so kleinen Kindern… Ich wünsch euch von Herzen alles Gute und Segen für dieses Vorhaben! Bei uns war es tatsächlich so, dass die Kleineren (selbst der Erstklässler) sich gut umgestellt haben. Ich glaube, solange Mama und Papa dabei sein, fühlen sie sich sicher… Auch wenn bestimmt mal schmerzhafte Momente kommen. Toll, wie eure Tochter schon mit dabei ist. Das ist schon eine emotional aufwühlende Zeit, Abschied und Willkommen so nah beieinander… Lebt euch gut (wieder) ein Liebe Grüße ❤

  3. Liebe Martha,

    freut mich sehr, dass es Euch gut geht und überhaupt mal wieder von Dir zu hören. Ist ja immer ordentlich was los bei Euch. (Mir reicht es schon bei mir… Zwinker!) Manchmal fragte ich mich, wie Ihr das alles schafft! Aber meinen Respekt + Mitfreude! Weiter viel Segen und Hilfe von oben!

    LG, die Tina

    P.S.: Sehr schön, das neue Outfit von Deinem Blog! ❤

    1. Liebe Tina, ich freu mich auch sehr von dir zu lesen! Ja, es ist noch immer viel los. In einem halben Jahr nach meinem Ref darf es gern ruhiger werden 🙂 Ich hab schon einige Ideen für danach… Dir auch viel Kraft und Segen für deinen Alltag und deinen tollen Blog, von dem ich sehr profitiere 😉
      Liebste Grüße, Martha

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