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Rollentausch: Mein Leben als Hausmann

Mein Mann hat vor ein paar Monaten alles rund um „Haus, Hof und Kinder“ übernommen, während ich nun arbeiten gehe. Unsere Kinder sind zwischen 4 und 17 Jahre alt. Ich bin häufig erschöpft und mache nur hier und da kleine Handgriffe. Mein Mann organisiert „das große Ganze“ und ist daher zur Zeit nicht erwerbstätig. Wie geht es einem damit – als Mann und als Vater? Ich habe ihn gefragt… Einmal am Anfang und einmal nach einigen Monaten.

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Wie geht es dir als Hausmann?

Bilanz nach zwei Monaten

„Der Tagesrhythmus ist ganz neu. Vorher habe ich nachts gearbeitet und mittags nach der Arbeit erstmal geschlafen. Jetzt stehe ich morgens auf und will etwas schaffen. Es ist auf jeden Fall ein tagesfüllendes Programm.

Im Moment lernen wir durch den Umzug ständig neue Leute kennen. Manche finden es sehr ungewöhnlich, dass ich zu Hause bin. Negative Reaktionen kommen eigentlich nicht. Trotzdem hab ich manchmal das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen.

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Im Moment habe ich viel damit zu tun, das Haus zu renovieren und auszubauen. Meine Hauptaufgabe sehe ich aber darin, für die Kinder da zu sein. Die Zeit geht so schnell vorbei. Hier muss ich noch die richtige Balance finden zwischen den Ansprüchen an mich selbst und dem Wunsch, die Zeit zu genießen.

Ich merke, dass das Verhältnis zu den Kindern sich verändert. Zwar war ich vorher schon relativ viel präsent, aber jetzt bin ich der Hauptansprechpartner. Besonders der Jüngste musste sich da umstellen. Ich sehe es als meine Aufgabe, zu Hause für eine „gute Stimmung“ zu sorgen und für die Kinder da zu sein. Nicht alle stecken den Umzug einfach so weg. Es gibt jetzt einfach noch mehr Berührungspunkte zwischen den Kindern und mir, das ist schön.

Im Moment vermisse ich es gar nicht, arbeiten zu gehen und hoffe, dass wir das finanziell so hinkriegen, wenigstens bis zum Frühjahr. Da ist schon ein gewisser Druck. Zu tun ist immer genug und die Arbeit am Haus dauert auch länger als zunächst gedacht. In meinen alten Beruf möchte ich nicht mehr zurück. Was kommen wird, ist noch fraglich. Ich würde sagen, dass ich noch in der Findungsphase bin. Ich möchte vor allem meine Frau entlasten, aber mir auch selbst Ziele stecken. Das Managen der Termine, das Organisieren, Arbeit aufteilen an die Kinder, das muss noch besser werden. Die Kinder müssen jetzt mehr Verantwortung übernehmen, mehr mithelfen. Der Alltag ist noch im Entstehen…

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Wie geht es dir als Hausmann?

Bilanz nach neun Monaten

„Die Reaktionen von außen sind noch immer ähnlich, ich kann inzwischen ganz gut damit umgehen. Ich habe eine Balance, einen Rhythmus gefunden in der Zwischenzeit. Die Kinder haben sich gut an alles gewöhnt, auch beim Kleinsten habe ich nun eine andere Akzeptanz. Es gelingt mir besser, Termine zu managen, aber zufrieden bin ich noch nicht. Manchmal vergesse ich etwas oder es fällt mir sehr kurzfristig ein, dass ich mich um etwas kümmern muss.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich jetzt ganz gern wieder arbeiten. Nicht unbedingt sofort, aber mittelfristig. Ich habe neue Ideen, wie es beruflich weitergehen könnte. Wann es soweit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Moment werde ich hier gebraucht und ich versuche, die Zeit zu genießen. Eine „Baustelle“ (neben der Baustelle im Haus) bleibt die Mithilfe der Kinder im Haushalt, das klappt noch nicht wirklich und ist manchmal frustrierend.

Mein Fazit? Ich würde es wieder so machen. Mit der richtigen Frau an der Seite kann ist ein Rollentausch möglich und bereichernd 🙂 Interessant ist, dass wir beide eigentlich ein eher traditionelles Familienbild haben. Es ist aber gut, wenn man in den Rollen flexibel ist und etwas verändern kann, wenn es notwendig ist. So sehe ich das bei uns, wir sind da ein Team. Man kann die Rollen wechseln, aber man muss es nicht tun.“

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Perspektivwechsel?

Könnt ihr euch vorstellen, die Rollen zu tauschen? Habt ihr es schon ausprobiert? Ich freue mich über eure Erfahrungen und Gedanken dazu… 

 

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

6 Kommentare zu „Rollentausch: Mein Leben als Hausmann

  1. Ich finde es spannend von euch zu lesen. Auch interessant, dass wir trotz anderem Lebensmodel ( beide nahezu Vollzeit ),
    ähnliche Probleme haben. Mithilfe der Kinder im Haushalt, Organisation von Terminen, immer wieder überprüfen ob das aktuelle für alle passt, immer wieder justieren der Arbeitszeiten . Bisher fahren wir seit fast 13 Jahren sehr gut damit. Was auch wir erleben ist das rechtfertigen für unser Modell. Wer legt eigentlich die Normen fest? Ich kenne viele Familien mit sehr unterschiedlichen Entwürfen und jeder muss sich für seinen rechtfertigen. Es gibt kein richtig oder falsch, jede Familie hat ihr eigenes Modell.

  2. Ich bekomme es derzeit bei meinem Schwager mit, die haben ihre Rollen auch gerade getauscht. Er ist zu Hause bei den vier Kindern (alle unter 7) und sie arbeiten. Es läuft gar nicht so schlecht. Mein Schwager fühlt sich wohl als Hausmann. Bin gespannt, wie es weitergeht!

  3. Hallo, auf der Suche nach christlichen Blogs bin ich auf eurer Seite gelandet und habe nun etwas gestöbert und diesen Artikel gelesen.
    Mein Mann und ich kennen uns nun neun Jahre und haben bereits in den ersten Monaten des Kennenlernens über si grundlegende Dinge gesprochen, wie wir uns das Familienleben vorstellen. Und wir sind da auch eher traditionell. So leben wir es aktuell auch mit unseren Kindern (3,5 Jahre und 5 Monate). Inzwischen sind wir aber auch an dem Punkt, dass wir uns, sobald der kleine drei ist, Die Rollen tauschen oder beide Teilzeit arbeiten. Die Familie steht für uns im Vordergrund.

    1. Hallo Maria, schön dass du hier bist 🙂 Ich kann mir auf Dauer auch gut vorstellen, dass wir beide Teilzeit arbeiten, sozusagen als „Wunschmodell“. Wie es sich dann zeitlich vereinbaren lässt, ist die andere Frage. Ich stimme dir absolut zu, die Familie steht im Vordergrund. Dass ich momentan so viel arbeite kann kein Dauerzustand sein, aber ein Ende ist ja absehbar… Viele Grüße, Martha

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