Was bedeutet mir (m)eine Gemeinde? – Ergebnisse einer Blogparade

#gemeinsamglauben

Mit diesen Fragen startete die Blogparade #gemeinsamglauben – „Was bedeutet mir meine Gemeinde?“ im Februar:

Gehst du in eine Gemeinde? Was schätzt du daran? Oder warum gehst du nicht (mehr) hin? Wo findest du Gemeinschaft? Hast du schon unterschiedliche Gemeinden besucht? Was würdest du dir von einer Gemeinde wünschen? Was ist dir wichtig? Was vermisst du? Hast du etwas Besonderes mit deiner Gemeinde erlebt?

Kirche #gemeinsamglauben - Was bedeutet mir meine Gemeinde? Blogparade FamilienLeben mti Gott

Dieser Artikel enthält Bilder von Kirchen, mit denen ich etwas verbinde. Doch es geht natürlich nicht um die Kirche als GEBÄUDE, sondern um Erfahrungen mit MENSCHEN.

Ich war sehr gespannt auf die Beiträge und wünschte mir, dass möglichst viele unterschiedliche Erfahrungesberichte zusammenkommen. Tatsächlich war die Resonanz und die Vielfalt groß: 13 Bloggerinnen und Blogger veröffentlichten Artikel zu diesem Thema. Ein wunderbares, buntes Mosaik ist daraus entstanden, das ich euch an dieser Stelle gern vorstellen möchte…

„Der Körper des Menschen ist einer und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile gehören zusammen und bilden einen unteilbaren Organismus. So ist es auch mit Christus: mit der Gemeinde, die sein Leib ist.“

(1. Korinther 12, 12 Übersetzung: Gute Nachricht Bibel)

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Gemeinde heißt…

… einen Platz zu finden

Jessica von „Mein alternatives Leben“ nimmt uns mit auf ihren persönlichen Lebens- und Glaubensweg. Nachdem sie in einer charismatischen Gemeinde zum Glauben gekommen war, lebte sie eine Zeit ohne Gemeinde. Schließlich folgte sie Gottes Aufforderung, die Gemeinde vor Ort zu besuchen und war zunächst etwas ernüchtert. Doch nur am Anfang..

„Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich durch meine Gemeinde gelernt habe, wie verschieden Anbetung sein kann, wie unterschiedlich die Beziehungen mit Gott aussehen, und am meisten bin ich begeistert von den ganzen wunderbaren Geschichten die ich nun nach 2,5 Jahren aktivem Gemeindeleben kenne.“

(Jessica von Mein alternatives Leben)

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Nici von „Milch und Honig“ beschreibt ihren Gemeindeweg von der Christenlehre in DDR bis in ihre heutige Gemeinde, auch Wüstenzeiten gehörte dazu. Nici fühlt sich der Gemeinde zugehörig, erzählt aber auch offen von dem Zwiespalt zwischen regelmäßigem Gottesdienstbesuch und dem sonntäglichen Familienleben.

„Wenn wir einen Gottesdienst besuchen, gehen wir danach spazieren und reflektieren den Inhalt der Predigt noch einmal gemeinsam. Was ist bei wem hängengeblieben? Was passt zu unserem Alltag? Sind Fragen aufgetaucht?“

(Nici von Milch und Honig)

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Auf Theophilias Bücherblog  geht es auch um verschiedene Erfahrungen. Die Schreiberin, die unter dem Namen Theophilia bloggt, hat schon verschiedene (Frei-)Kirchen besucht und geht heute mit ihrer Familie in ihre Ortsgemeinde. Eine interessante Idee – passend zu einem Bücherblog – ist der christliche Bücherschrank der Gemeinde.

„Für mich ist es wichtig, dass die Kirchengemeinde eine Arzt Netzwerk auch für den Alltag ist.“

(Theophilias Bücherblog)

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Auf „natürlichjesus“ gibt es persönliche Einblicke. Es geht um das Leben in einer katholisch geprägten Gegend, um Priestermangel, um trotzdem vorhandene Jugendarbeit, und darum, dass Ortsfremde es nicht immer ganz leicht haben. Übrigens: Wer Tipps zum Aufbau für einen Bibelkreis hat, darf hier gern einen Kommentar hintlerlassen  🙂

„Wir wohnen hier alle sehr ländlich und kämpfen mit den selben Problemen. Dennoch gucken die Leute komisch, wenn man im Nachbarort die Messe besucht. Die Menschen haben ihren “Stammplatz“ in der Kirche und wehe dort sitzt ein Fremder.“

(natürlichjesus

Kirche mit Tischen und Blumen, #gemeinsamglauben Was bedeutet mir meine Gemeinde - Blogparade FamilienLeben mit Gott

St.-Nikolau-Kirche in Halmstad/ Schweden

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… Jesus zu dienen

Die wichtigste Frage für Tina von „Ozean der Gedanken“ ist: Wie kann ich Gott dienen? An der Gemeinde ist ihr wichtig, dass Gott allein im Mittelpunkt steht, auch und besonders ann, wenn es Schwierigkeiten in Beziehungen untereinander gibt.

„Ich glaube, dass in der Gemeinde Ermahnung und Erbauung Hand in Hand gehen…“

(Tina von Ozean der Gedanken)

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Daniel vom BlogDer Herr ist mein Hirte“ hat sich die Entscheidung für eine Gemeinde nicht leicht gemacht und blieb dann aus Überzeugung mit seiner Familie in der Gemeinde am Ort. Er erklärt in seinem Beitrag, warum.

„Letztlich ist Gemeinde weit mehr als wir verstehen können. Sie ist eben kein Verein, den wir Menschen gründen, keine Organisation, schon gar nicht ein Gebäude. Gemeinde ist auf geheimnisvolle Weise ein Teil von Gott selbst in dieser Welt.“

(Daniel von Der Herr ist mein Hirte)

Altar in einer Kirche, #gemeinsamglauben - Was bedeutet mir meine Gemeinde? Blogparade FamilienLeben mit Gott

Altar in meiner Heimatkirche

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…Gottes Reich zu bauen

Stefan von „wycliff: inspired“ beleuchtet verschiedene Schwerpunkte unterschiedlicher Gemeinden und stellt dabei die Frage: Was hält Gemeinden eigentlich zusammen? Er kommt als Kernpunkt auf einen weit gefassten Begriff von Mission.

„Menschen mit so unterschiedlichen Begabungen und Ideen kommen wohl nur in einer Gemeinde zusammen. Ohne sie hätten die Leute wohl nur ganz geringe Schnittpunkte. Und so kann Gemeinde unglaublich viel erreichen.“

(Stefan von wycliff: inspired)

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Jojo von „VollkommenBesonders“ hat eine mehrteilige Reihe zum Thema „Inklusion“ geschrieben. Der Inklusions-Gedanke ist ihrer Ansicht nach ein zutiefst christlicher.  Aber was muss passieren, damit unsere Gemeinden wirklich ein Zuhause für alle Menschen werden? Hier geht es zur Fortsetzung des Artikels, die weiteren Folgen sind in den Artikeln jeweils verlinkt.

„Das Reich Gottes ist inklusiv.“

(Jojo von VollkommenBesonders)

Kirche und Himmel, #gemeinsamglauben, Was bedeutet mir meine Gemeinde? Blogparade FamilienLeben mit Gott

Sankt-Nikolai-Kirche in Halmstad/ Schweden

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… Verantwortung zu übernehmen

Astrid von „butterfly2god“  vergleicht ihren Traum von Gemeinde mit der Realität. Tatsächlich ist es so, dass sie fast jeden Sonntag in ihrer Gemeinde vor Ort den Kindergottesdienst hält. Es macht ihr Freude, doch sie sieht es auch kritisch.

„Ich liebe es sehr, ihren Antworten auf Fragen zu lauschen und die Kinder dadurch besser kennenzulernen, aber auch zu sehen, wo sie stehen in ihrer Beziehung zu Gott. Und ich liebe ihre kindliche Art des Glaubens.“

(Astrid von butterfly2god)

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Wenn ein Christ einen anderen Christen trifft, dann ist es ein Treffen unter Geschwistern. So sieht es Florian von „Plakatschmiede/ Bible-Blog“, der eine evangelische Freikirche besucht. Er sagt offen, was er an der EKD in diesem Zusammenhang kritisch sieht und beschreibt auch seine persönlichen Lernfelder im Hinblick auf die Gemeinde.

„Pastoren tun gut daran, MÜNDIGE JESUSFIGHTER zu produzieren und nicht nur die Schäfchen im Trockenen zu halten.“

Florian von Plakatschmiede/ Bible-Blog

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meine Heimatkirche

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… Beziehungen zu pflegen

Ulrike von „Glaube-Hoffnung-Liebe“ besucht eine freikirchliche Gemeinde, die sie als eine große Familie betrachtet. Sie fühlt sich dort wertgeschätzt, der Glaube wird lebendig und alltagsnah gelebt. Die Gelegenheiten, Gemeinschaft zu finden, sind vielfältig.

„Der biblische Gott ist ein Gott, der Beziehungen wünscht. Zwischen Gott und Mensch und zwischen Mensch und Mensch.“

(Ulrike von Glaube-Hoffnung-Liebe)

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Markus von „Utopios Message“ hat eine kleine Hausgemeinde. Er schätzt es, dass diese nicht auf Events ausgerichtet ist, sondern auf Begegnung. Den kleinen Kreis vergleicht er mit den 12 Jüngern Jesu. Kinder sind hier übrigens ganz selbstverständlich mit dabei. Mehr zu dieser Vision von Gemeinde kann man auch hier erfahren.

„Ich will Gemeinde auf neue Weise erleben: Nicht als Institution, sondern als freie unorganisierte Ansammlung von Menschen, die füreinander da sind, um einander wie auch Gott näher zu kommen.“

(Markus von Utopios Message)

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Irismaya von „Mehr als Juwelen“ schreibt darüber, dass sie in keiner Gemeinde Mitglied ist. Doch sie kommt zu dem Schluss, dass sie nicht sagen kann, sie hätte keine Gemeinde. Regelmäßig hat sie Gemeinschaft mit anderen Christen aus ihrer Familie. In diesem Artikel werden Probleme nicht ausgespart und auch nicht der Wunsch nach mehr Kontakt mit anderen Christen.

„Meine Gemeinde ist somit einerseits meine Familie, also mein Bruder und meine Mutter. Andererseits aber auch das Wissen über die vielen Christen weltweit, die ich (noch) nicht persönlich kenne, denen ich mich aber wirklich wie Geschwistern verbunden fühle.“

(Irismaya von Mehr als Juwelen)

Tür mit Blumen #gemeinsamglauben Blogparade Was bedeutet mir meine Gemeinde? FamilienLeben mit Gott

„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte.“

(Matthäus 18, 20 Übersetzung: Gute Nachricht Bibel)

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Zum Schluss möchte ich noch mein persönliches Statement zum Thema „Gemeinde“ mit euch teilen. Es ist außerdem zu finden in der aktuellen Ausgabe von „Joyce“, einem christlichen Magazin für Frauen.

Offenheit und Vertrauen erfahren

Obwohl wir in den vergangenen 15 Jahren viermal umgezogen sind, blieben wir in unserer Gemeinde. Warum? Wir waren eine längere Zeit unverbindlich dabei und kamen als Besucher. Niemand hat uns gedrängt, aber wir waren willkommen. Wir wurden Mitglied, konnten aber in finanziell schlechten Phasen nichts über den Mitgliedsbeitrag hinaus spenden. Wir fanden Verständnis. Mit kleinen Kindern sah ich keine Möglichkeit, mich als Mitarbeiterin in die Gemeinde einzubringen. Ich sprach diesen Gedanken laut aus und erfuhr Wertschätzung für das, was ich als Mutter tue. Als wir einmal darüber nachdachten, ganz woanders hinzuziehen, wurde uns bewusst, dass die Gemeinde ein Zuhause für uns ist. Das Herzstück der Gemeinde war und ist unser Hauskreis. Hier erfahren wir viel Offenheit und Vertrauen.

Gemeinde ist aber noch viel mehr als der Sonntagsgottesdienst und der Hauskreis. Gemeinde ist für uns zum Beispiel der Pfadfinderstamm, bei dem mein Mann mitarbeitet und bei dem unsere Kinder dabei sind. Oder Frauengebetsfrühstücke, die Familienarbeit, die Hauskreiswanderungen. Gemeinde ist, zusammen Kaffeetrinken oder Ausflüge machen. Gemeinde ist Hilfe beim Umzug. Gemeinde ist ein Anruf oder eine Mail mit der Frage, wie es mir geht. Gemeinde ist die Gebets-Whats-App-Gruppe.

Es gibt durchaus auch immer wieder Schwierigkeiten. Eine Zeit lang haben sich viele junge Erwachsene aus unserer Gemeinde verabschiedet, was eine Lücke hinterließ. Wir haben in verschiedenen Bereichen zu wenig Mitarbeiter. Wir sind eine „Drive-in“-Gemeinde, viele Familien leben wie wir mittlerweile im Umland und haben im Alltag einfach nicht mehr viele Berührungspunkte.

In der letzten Zeit habe ich von verschiedenen Seiten mitbekommen, wie Familien sich aus Gemeinden zurückgezogen haben. Mich macht das traurig. Ich würde mir wünschen, dass in den Gemeinden eine offene Gesprächskultur zu finden ist. Wer Probleme hat, sollte einen Rahmen haben, sie offen ansprechen zu können. „Ich möchte im Moment nicht mitarbeiten.“ „Unser Sonntagmorgen in der Familie ist so stressig durch die Gottesdienstzeit.“ „Mir fehlt die Gemeinschaft in meinem Alltag.“ „Die Predigten sprechen mich nicht mehr an.“ „Ich habe Zweifel.“ Gemeinde ist, wenn all das einen Raum bekommt.

Deine

Handschrift

 

Vielen Dank an alle Bloggerinnen und Blogger, die einen Artikel eingereicht haben!

Nun bin ich sehr gespannt auf deine Meinung. Welcher Gedanke oder Artikel spricht dich  besonders an? Was ist Gemeinde für dich? Wenn du diesen Artikel interessant findest, darfst du ihn gern teilen. Vielen Dank dafür auch im Namen aller beteiligten Bloggerinnen und Blogger.

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Ein Kommentar zu “Was bedeutet mir (m)eine Gemeinde? – Ergebnisse einer Blogparade

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