Eltern sein: Mit Kleinkindern Gott erleben

Einen richtigen Kindergottesdienst gibt es meistens in den Gemeinden für Kleinkinder noch nicht. Sie sind ja noch so klein – vielleicht zu klein für so etwas? Was verstehen sie denn überhaupt schon von Gott? Und wie kann ich einem kleinen Kind Gottes Liebe nahebringen? Kann man eigentlich von Anfang an christlich erziehen?

Darum soll es in dem ersten Teil der neuen Reihe „Eltern sein“ gehen.

Eltern sein

Eltern sein (1): Mit Kleinkindern Gott erleben

Eltern sein (2): Geschwisterbande

Eltern sein (3): Jungsmama sein – Jungspapa sein

Eltern sein (4): Mädchenmama sein – Mädchenpapa sein

Eltern sein (5): Leben mit Teenagern

Eltern sein (6): Großfamilienleben

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Das Gottesbild kleiner Kinder

Kleine Kinder haben noch keine konkrete Vorstellung von Gott. Der Theologe James W. Fowler spricht von einem „ursprünglichen Glauben“ des Säuglings, das sich in seinem Urvertrauen zeigt. Dem Psychoanalytiker Erik Erikson zufolge entwickelt sich bereits im ersten Lebensjahr entweder Grundvertrauen (oder eben Grundmisstrauen) beim Kind. Entscheidend ist, wie das Kind aufwächst und wie auf seine Bedürfnisse eingegangen wird, ob das Kind Verlässlichkeit erfährt und Bindung entstehen kann. Im zweiten und dritten Lebensjahr folgt dann eine Autonomieentwicklung auf der Basis dieses erworbenen Vertrauens.

Für die Entstehung eines Grundvertrauens und die Ausbildung eines positiven Selbstkonzeptes beim Kind können wir Eltern also viel tun. Für Kinder besteht in diesem Alter ein enger Zusammenhang zwischen dem Elternbild und dem Gottesbild. So, wie sie von ihren Bezugspersonen Geborgenheit, Nähe und Liebe erfahren, so wird ihre Gottesvorstellung geprägt.

Wenn wir unser Kind bedingungslos annehmen und lieben, dann legen wir den Grundstein für ein positives Gottesbild.

Mein Sohn, zwei Jahre alt, steht an der Dachbodentreppe, die schmal und steil ist, und traut sich nicht allein herunter. „Mama!,“ ruft er nach mir. Ich steige hinauf und nehme ihn auf den Arm, um ihn hinunterzutragen. „Hab dich!“, strahlt er vor Freude als ich in hochhebe.

Männersache: Sohn auf den Schultern des Vaters, sich getragen fühlen, Geborgenheit, Vom verlorenen Sohn, Eltern sein: Mit Kleinkindern Gott erleben

Gott im Alltag erfahren

Gott als Schöpfer

Wenn wir schon im Babyalter beginnen unserem Kind davon zu erzählen, wie wunderbar Gott gemacht es hat, wird es ganz selbstverständlich mit diesem Wissen wachsen. Und wir lernen von Anfang an ganz nebenbei, mit Kindern in Alltagssituationen über Gott zu sprechen. Ebenso können wir dem kleinen Kind schon von Gottes Schöpfung erzählen, wenn es beginnt, seine Umwelt zu entdecken und zu erforschen.

Meine Tochter besuchte den evangelischen Kindergarten, wo die Kinder ab und zu auch eine Bibelgeschichte hören. Mit vier Jahren berichtete sie mir einmal: „Heute hatten wir die Geschichte von der Erschöpfung.“ Ich musste schmunzeln. Das war wohl eine Mischung aus „Schöpfung“ und „Erschaffung“ und klang nun ein wenig nach himmlischem Burnout…

Kind repariert sein Laufrad, Eltern sein: Mit Kleinkindern Gott erleben

Geschichten von Gott

Kinderbibeln mit geeigneten Geschichten gibt es schon als Pappbilderbücher für ganz Kleine. Dieses Exemplar wurde von unserem Jüngsten gern herumgetragen, diese Kleinkind-Kinderbibel lädt durch die Klappen zum Entdecken ein. Ich arbeite gerade an einem Artikel mit mehr Gedanken zur Beurteilung und Auswahl von Kinderbibeln für kleinere und größere Kinder…

Eine Kinderhand, die eine Kinderbibel hält, Kindergottesdienst halten, Eltern sein: Mit Kleinkindern Gott erleben

Singen, tanzen, musizieren

Musik begeistert alle Kinder. Sie mögen Melodien, versuchen mitzusingen und bewegen sich auf natürliche Weise unbefangen zu Musik. Auch Orff-Instrumente sind stets beliebt. Mit Hilfe von geeigneten Liedern können wir Kindern schon früh von Gott erzählen und sie erleben positive Gefühle dabei.

Meine Tochter sang mit zwei Jahren die Strophe von „Gottes Liebe ist so wunderbar“, die mit „Gottes Güte ist so wunderbar“ beginnt… bei ihr hieß es allerdings: „Gott ist müde, ist so wunderbar“.

nackte Füße im Gras, Interview mit Natalie Meyer von Erdperle, Ruhe - und wie ist das bei dir?, Eltern sein: Mit Kleinkindern Gott erleben

Gebet und Segen

Regelmäßig bieten sich im Tagesablauf Anlässe zum Beten, etwa vor dem Essen oder vor dem Schlafengehen. Dazu können feste Gebete genutzt werden, ein Gebetswürfel oder Gebetskärtchen. Eine Zeit lang hatten wir für das Abendgebet Kärtchen mit Symbolen für Bitte (betende Hände), Dank (Herz), Fürbitte (mehrere Strichmännchen) und Vergebung (Kreuz) als Hilfe. Normalerweise fällt es jüngeren Kindern nicht schwer, frei zu beten. Manchmal schmunzeln wir vielleicht über ihre Anliegen oder fragen uns: Darf man so beten? Juliane hat das in einem Artikel „Beten aus dem Mund der kleinen Kinder…“ schön beschrieben. Ein Segen am Abend hilft Kindern, ruhig und geborgen in den Schlaf zu finden.

Meine Tochter betete mit einem Jahr vor dem Essen folgendermaßen: „Dededede – Amen.“ Mit zwei Jahren lautete ihr Gebet: „Gaben – haben- Amen“ (Kurzfassung von „Alle guten Gaben/ alles, was wir haben/ kommt, oh Gott, von dir/ wir danken dir dafür. Amen“)

Am Abend segne ich die Kinder oft mit den Worten: „Der Herr segne dich.“ gesegnet. Einmal wollte meine Zweijährige mich ebenfalls segnen und sagte: „Der Herr schüttel dich!“

 

Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge lässt du dein Lob erklingen. Es ist stärker als das Fluchen deiner Feinde.

(Psalm 8, 3)

Kind schäft im Wohnwagen, Camping, Urlaub mit der Familie für wenig Geld, http://christlicheerziehungheute.de/146-2-beten-aus-dem-mund-der-kleinen-kinder/

Kleinkinder in der Gemeinde

Wie wertvoll, wenn man eine Gemeinde gefunden hat, wo man als Familie mit Kindern willkommen ist. Meiner Meinung nach sollte es hier eine Zeit geben, in der die ganze Familie dabei ist und die Gemeinde Toleranz übt (nicht nur im Rahmen spezieller  Familiengottesdienste). So wachsen Kinder nach und nach in das Feiern des Gottesdienstes der Großen hinein und gehören ganz selbstverständlich von Anfang an dazu. Kindergottesdienste sind auf die Bedürfnisse und Fragen der Kinder zugeschnitten und finden oft parallel zur Predigt statt. Auch für Kleinkinder gibt es da schon Möglichkeiten, ob nun im Rahmen des Gottesdientes oder als christliche Spiel- und Krabbelgruppe an einem anderen Wochentag. Dafür eignet sich zum Beispiel das Material „Von Anfang an“.

 

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Kinder glauben – Kinderglaube

Mit zunehmendem Sprachvermögen bekommen wir Einblicke in das Denken, das Gottesbild und die Vorstellungswelt der Kinder. Zuweilen verblüffende…

 

Mein dreijähriger Sohn kommt aus einem Kindergottesdienst mit dem Thema „Gottes Liebe ist wie ein weiches Nest“. Am Ende darf sich jedes Kind eine Feder aus einem Nest mitnehmen. Mein Sohn kommt zu mir mit der Feder in der Hand und ruft begeistert: „Gott hat Federn!“.

Wir kommen von einer Fahrradtour zurück und biegen in unsere Straße ein. Mein Vierjährier fragt leicht verwirrt: „Wohin fahren wir nun?“ Ich antworte: „Nach Hause natürlich!“ Daraufhin behauptet er: „Aber ich wohne doch gar nicht hier. Ich wohne in Schweden.“ Ich bin etwas ratlos. „Du ganz allein?,“ will ich dann wissen. Sofort strahlt er über das ganze Gesicht: „Nee, Mama, ich bin doch nicht allein, der liebe Gott ist doch bei mir!“

 

Der Sechjährige liegt abends im Bett und erzählt: „Mama, jetzt hab ich´s gecheckt, wie glauben geht. Ich weiß einfach, dass Gott da ist und dass er mich lieb hat!“

∼∼∼

Ich freue mich sehr, wenn du Ideen und Erfahrungen in die Kommentare schreibst, wie man mit Kleinkindern Gott erleben kann. Was betet/ singt/ lest ihr denn so mit den Kleinen?

Deine

Handschrift

 

Zum Weiterlesen

Hier gibt es noch mehr nette Kindersprüche aus unserer Familie über Gott, Jesus und den Glauben…

 

 

 

 

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