Von guten Christen…

Der Streit um das „richtige“ Christsein

Evangelisch, katholisch, freikirchlich, konservativ, evangelikal, liberal… und noch mehr. Christsein hat unterschiedlichste Facetten und diese werden zur Einordnung zum Beispiel mit diesem Begriffen benannt. Jedes Etikett ist aber zugleich auch wieder eine Schublade. Schnell hat man den anderen in eine hineingesteckt und da hockt er nun… Diese Schemata erleichtern auf der einen Seite vielleicht das Denken, auf der anderen Seite fördern sie aber manchmal auch Vorurteile: „Der ist katholisch/ evangelisch/ freikirchlich, die sind doch soundso…“

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Besonders im Internet ensteht manchmal ein regelrechtes Sich-gegenseitig-Beschuldigen (z.B. in Facebook-Gruppen, aber auch Blogartikeln oder Podcasts), das Christsein nicht in der „richtigen“, „echten“ oder „guten“ Weise zu leben. Ich erlebe diese vorwurfsvoll-belehrende Art nicht als sonderlich hilfreich. Oft geht es anscheinend nur darum, eine bestimmte Gruppierung oder gar einzelne Personen als „falschgläubig“ zu entlarven, nicht selten in einer unguten Art, bei der sich der Schreiber über andere erhebt. Wenn  jemand meint, er hätte die Weisheit für sich allein gepachtet, ehe ich meistens auf Distanz und finde das echt traurig. Und manchmal macht es mich auch – ganz unchristlich – wütend…

Eine inhaltliche Diskussion muss selbstverständlich erlaubt sein. Sie kann bereichern, zum Nachdenken anregen, zu mehr Verständnis führen und durchaus auch zusammenbringen. Doch wie schnell „engleist“ das ganze bei Reizthemen wie etwa Kindertaufe, Feste im Kirchenjahr, Ehe für alle, Sex vor der Ehe, Heiligenverehrung, um nur einige Bespiele zu nennen.

Letztendlich sollte uns immer bewusst sein, dass wir alle fehlbar sind. Mir ist am Ende eines wichtig: Wer auf Gott vertraut und Jesus als seinen Retter annimmt, der ohne eine Gegenleistung für uns Sünder gestorben ist, der ist mein Bruder oder meine Schwester. Punkt. Auch, wenn er andere Ansichten, Überzeugungen, Lebens- und Denkweisen hat. Auch, wenn ich mit seiner Art zu glauben wenig anfangen kann. Sogar, wenn ich manches daran falsch finde. Jesus ist für mich genauso gestorben wie für den anderen. Die oben genannten Beispiele dürfen und sollen gern unter Christen diskutiert werden – als Nebenschauplätze.

„Mit wem soll ich die  Menschen von heute vergleichen? Was für ein Bild passt auf sie? Sie sind wie die Kinder, die auf dem Marktplatz herumsitzen und sich gegenseitig vorwerfen: „Wir haben euch Hochzeitslieder gespielt, aber ihr habt nicht getanzt!“ – „Wir haben euch Trauerlieder gesungen, aber ihr habt nicht geweint!“

(Lukas 7, 31-32)

Nun seid irh alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid. Galater 3, 26

Ihr gehört zu Christus, denn ihr seid auf seinen Namen getauft. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins.

(Galater 3, 27+28)

Gemeinschaft unter Christen kann sehr vielfältig aussehen. Noch bis zum 14. April läuft die Blogparade #gemeinsamglauben – Was bedeutet mir (m)eine Gemeinde? , bei der Blogger und „Nicht-Blogger“ von ihren Erfahrungen berichten können. Genaueres dazu findet ihr unter dem Link. Schon jetzt ist ein buntes Mosaik aus vielfältigen Beiträgen entstanden und es wird am Ende noch einen Bericht dazu geben… Vielen Dank an alle Schreiberinnen und Schreiber!
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Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUnTermacher am Montag“.
FamilienLeben mit Gott, Blog, MUnTermacher am Montag
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7 Kommentare zu “Von guten Christen…

    • Hallo Frank, vielen Dank für deinen Link! Ich finde die Fragen, die du in deinem Artikel stellst, sehr wichtig. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in einem Gebetshaus auch ein „Ringen“ ist, was wie gelebt wird… Im Kleinen sehe ich das in meiner überkonfessionellen Müttergebetsgruppe. Ab und zu haben wir Treffen mit anderen Gruppen und überlegen, wie wir das umsetzen. Wie gestalten wir Gesang und Gebet? Eigentlich spielt dann weniger eine Rolle, wer welcher Konfession angehört, sondern es geht viel mehr darum, dass wir alle verschieden sind und verschiedene Hintergründe und Gewohneiten haben. Meistens entscheiden wir uns für die Lieder, von denen wir denken, dass sie den größten Bekanntheitsgrad haben. Die Gebetszeit ermöglicht jedem, seine Anliegen laut zu beten, aber auch nur zu schweigen. Von Formen wie dem Sprachengebet bitten wir aus Rücksicht auf andere abzusehen. Am Ende beten wir bemeinsam das Vater-Unser. Bisher haben wir bei diesen Treffen immer eine sehr gute Gemeinschaft erlebt, die bereichtert wurde durch Verschiedenheit. Du schreibst so treffend: „Wer die Augen vor Unterschieden verschließt, lebt blauäugig. Wer diese jedoch zum Anlass nimmt, Trennung unter hingegebenen Nachfolgern Jesu Christi herbeizuführen, handelt fahrlässig.“ Dein Artikel bringt für mich vieles auf den Punkt und ich würde ihn auch gern noch weiterempfehlen auf Facebook… Danke für deinen Kommentar, liebe Grüße, Martha

      Gefällt 1 Person

  1. Das erinnert mich daran, wie ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr nach der Schule zum ersten Mal mit den Begriffen „konservativ“ und „liberal“ im Zusammenhang mit Christen konfrontiert wurde. Ich hatte bis dahin keine Ahnung von dieser „Einteilung“ . Vielleicht war das naiv, aber im Nachhinein bin ich froh darüber dass ich lange Zeit nichts von diesem Schubladendenken wusste. Nun verwende ich diese Begriffe selbst oft, um die Einstellung von jemandem zu beschreiben… Aber dabei will ich vorsichtig sein. Ich denke, dass es prinzipiell nicht falsch ist, solche Begriffe zu verwenden. Aber wie du eben geschrieben hast und wie mein Pastor auch mal gesagt hat: „Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt.“ – Jesus. 🙂
    Danke für deinen Beitrag dazu!
    Constanze

    Gefällt 1 Person

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