7 Tipps für eine entspannte Schulzeit

Wie können wir unsere Kinder gut durch die Schulzeit begleiten?

Vor einiger Zeit schrieb ich darüber, dass unser viertes Kind in die Schule kam und warum ich neben der Freude über diesen Schritt auch etwas Bauchweh dabei hatte. Nach insgesamt mehr als 19 Schuljahren mit Kindern (nicht nacheinander, sondern zeitgleich 🙂 ) habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, was wir als Eltern tun können und wo wir uns vielleicht lieber zurückhalten sollten, um unsere Kinder zu unterstützen.

Natürlich kann man die Schulpflicht kritisch sehen und es gibt Familien, die nachvollziehbaren Gründen haben, andere Wege suchen. Für die meisten Familien ist Homeschooling jedoch vermutlich keine Lösung, so geht es auch uns. Wie leben nun einmal hier und wollen das Beste aus der Situation machen. Aber was bedeutet das für eigentlich genau?

DIe Sache mit der Schule, Einschulung, Junge mit Schulranzen auf der Schaukel, Kinder durch die Schulzeit begleiten

1. Über die Wahl der Schule intensiv nachdenken

Je nach Wohnort gibt es mehr oder weniger Wahlmöglichkeiten, auf welche Schule wir unsere Kinder schicken wollen. Natürlich ist dies (leider) auch oft eine Frage des Geldes. Über Schulalternativen aus meiner persönlichen Sicht und vor christlichem Hintergrund habe ich hier bereits ausführlicher geschrieben. Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass es durchaus Nachteile hat, wenn man seine Kinder – wie wir – auf drei Schulen verteilt. Dreimal Weihnachtsfeier, dreimal Sommerfest und die Namen der Fachlehrer versuche ich mir schon gar nicht mehr zu merken… Doch wenn jedes Kind an seiner Schule zufrieden ist, war es möglicherweise (?) trotzdem gut so.

„Herr, zeig mir den Weg, den ich gehen soll; lass mich erkennen, was du von mir verlangst. Lehre mich, in Treue zu dir mein Leben zu führen. Du bist doch der Gott, bei dem ich Hilfe finde; auf dich hoffe ich zu jeder Zeit.“

(Psalm 25, 4-5)

2. Das Kind nicht vorzeitig einschulen

In den letzten Jahren wurde der Stichtag in den meisten Bundesländern Stück für Stück weiter nach hinten verschoben. In Bayern werden nun Kinder, die bis Ende September 6 Jahre alt werden, eingeschult. Bei der Überlegung, so junge oder gar noch jüngere Kinder als „Kann-Kinder“ einzuschulen, muss viel bedacht werden. Oft schauen Eltern nur darauf, wie weit die Kinder in der Buchstabenkenntnis sind und ob sie schon ein wenig lesen und rechnen können. „Mein Kind langweilt sich im Kindergarten,“ ist ein gängiges Argument für eine vorzeitige Einschulung. Doch sind die sozialen Faktoren meiner Meinung nach weitaus wichtiger. Wie selbstsicher ist das Kind? Wie gut kommt es in der Gruppe zurecht? Was traut es sich zu?

Außerdem sollten Eltern einmal weiter vorausdenken. Ein Kind, das mit 5 Jahren eingeschult wird, hat mit 9 Jahren – zumindest hier in Bayern – den Notendruck des Übertritts. Dieser findet nach meiner Ansicht sowieso zu früh statt, weshalb ich ein Kind nur dann vorzeitig einschulen würde, wenn es wirklich gravierende Gründe dafür gibt. Wenn das Kind mit seinem Wissensdrang im Kindergarten nicht genug „gefüttert“ wird, kann man nach anderen Möglichkeiten suchen (ein Hobby, ein Kurs, Förderung zu Hause etc.).

Viele Jugendliche wissen nach der Schule noch gar nicht genau, was sie einmal beruflich machen möchten und bräuchten eigentlich mehr Zeit. Das sehen wir bei unserem Großen gerade, der seinen Realschulabschluss macht. Ich finde, wir müssen das Kindesalter nicht noch weiter beschleunigen… Im Zweifelsfall würde ich mit der Einschulung lieber warten.

DIe Sache mit der Schule, Einschulung, Junge mit Schulranzen auf der Schaukel, Kinder durch die Schulzeit begleiten

3. Nicht schlecht über die Schule reden

Manchmal fällt es mir schwer, mich nicht zu sehr über Schulangelegenheiten aufzuregen. Man ist so schnell dabei: Eine ungerechte Entscheidung der Lehrkraft, eine sehr schwere Probe, der Notendruck… Sicherlich bekommen meine Kinder mit, dass ich mit einigen Dingen im gesamten System „Schule“ nicht einverstanden bin. Wenn ich aber ständig darüber schimpfen würde, dann würde das meines Erachtens meinen Kindern nicht weiter helfen. Sie können aus der Situation ja nicht heraus. Deshalb ist es besser, den Fokus darauf zu legen, wie wir das Kind für die Bewältigung schwieriger Situationen (oder für den Umgang mit schwierigen Lehrkräften…) stärken können.

„Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.“

(Epheser 4, 29)

Gerade im Grundschulalter passe ich auch sehr auf, wie ich über die Lehrerin oder den Lehrer spreche. In der Regel hat das Kind eine positive Meinung über die Lehrkraft, die ich auch bei Problemen nicht mindern möchte. Doch natürlich sind Lehrer auch nur Menschen und machen Fehler, das dürfen Kinder auch wissen. Mit älteren Kindern ist es aus meiner Sicht schon eher einmal angebracht, offene Worte auch über den ein oder anderen Lehrer zu sprechen. Nicht im Sinne eines Lästerns, sondern um dem Kind den Rücken zu stärken und zu zeigen, dass man hinter ihm steht. Es wird so ja auch darauf vorbereitet, dass man im Leben auch mit unangenehmen Menschen irgendwie zurechtkommen muss.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

(unbekannt)

4. Zu Hause den Druck rausnehmen

Die Kinder bekommen genug Druck durch die Leistungsansprüche in der Schule. Auch untereinander bauen sie teilweise Druck auf, bei uns in der vierten Klasse etwa nach dem Motto: „Eine Zwei ist alles, eine Drei ist nichts.“

Ich habe wenig Verständis dafür, wenn Eltern ihr Kind unbedingt auf Gymnasium „hieven“ wollen, zumal der Stress ja dann erst richtig losgeht. Wer in der Grundschule schon Nachhilfe dafür benötigt, hat es danach umso schwerer und scheitert nicht selten. Auch über andere Wege können Kinder später noch das (Fach-)Abitur erlangen und das oft mit weniger Druck und mehr freier Zeit im Jugendalter. Außerdem ist ein Weg „nach oben“ ermutigender, als die umgekehrte Variante. Schafft man es auf der gewählten Schulart jedoch tatsächlich nicht, ist ein freiwilliger Wechsel – auch während des Schuljahres – manchmal geschickter, als ein Durchfallen und Gehenmüssen am Ende.

Wir versuchen unseren Kindern zu vermitteln, dass es gut ist, sich den eigenen Fähigkeiten entsprechend anzustrengen, dass ein „Scheitern“ in der Schule aber kein Beinbruch ist. Weder eine 6 in der Klassenarbeit noch eine „Ehrenrunde“ sind ein Drama. Es bricht mir wirklich das Herz, wenn Kinder Angst davor haben, mit einer schlechten Note nach  Hause zu kommen. Auch die Bestrafung mit Stubenarrest oder Hobbyverbot scheint hier noch gang und gäbe zu sein und das schockiert mich.

Es gibt keine Sackgasse auf dem Bildungsweg. Ich rolle zwar durchaus mit den Augen, wenn ich den Standardsatz „Kein Abschluss ohne Anschluss“ aus dem zuständigen Ministerium höre – aber es ist doch etwas dran! (Meiner Meinung nach hat nur eben  unser Bildungssystem in seiner Qualität da noch ein wenig Luft nach oben 😉 )

„Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht zu streng, damit sie nicht ängstlich und mutlos werden!“

(Kolosser 3, 21)

Kinder lernen für die Schule, die Superfrau 3, biblische Frau aus Sprüche 31, Wie können wir unsere Kinder gut durch die Schulzeit begleiten?

Gemeinsam büffeln am Samstagvormittag… Anpacken, was gemacht werden muss, gemeinsam oder allein und gern mit ein bisschen liebevoll vorbereiteter Tee- und Keks-Verpflegung (oder besser noch fürs Hirn: Nüsse, also z.B. Studentenfutter 🙂 )

Manchmal ist es anstrengend und nervig. Immer wieder einmal denke ich, ich bräuchte zur Erinnerung über dem Lernplatz ein Schild für mich, auf dem mit großen Lettern steht:

E R M U T I G U N G

5. Einen engen Kontakt zur Lehrkraft pflegen

Bei fünf Kindern ist es mir nicht möglich, immer auf allen Elternabenden zu erscheinen. Manchmal kollidieren diese und ich muss mich entscheiden. Stattdessen suche ich lieber die Lehrkräfte in ihren Sprechstunden am Vormittag auf (manche bieten auch Nachmittage an). Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, denn an den Elternsprechabenden stehen oft nur wenige Minuten zur Verfügung, was für ein echtes Gespräch nicht ausreicht. Ich kenne Eltern, die gern am Elternsprechabend alle Fachlehrer ihres Kindes kennen lernen wollen. Mir reicht es, wenn ich die Klassenlehrkraft kenne und sonst gehe ich nur dorthin, wo es Probleme gibt. Mehr schaffe ich nicht mit vier Schulkindern und ich finde es relativ effektiv. (Und fühle mich trotzdem gelegentlich deshalb als Rabenmutter.)

Mit Freude sehe ich, dass immer mehr Schulen Systeme einführen, die es den Eltern erleichtern, mit den Lehrkräften in Kontakt zu bleiben. Egal ob E-mail, ESIS, WhatsApp oder Elternportal, hauptsache die Kommunikation hat einen einfachen und kurzen Weg. Kleinigkeiten kann man druchaus mit einer E-Mail oder einer Nachricht über so ein Elternportal klären oder eben Termine ausmachen. Den Kontakt der Eltern untereinander und Elternstammtische finde ich nur bedingt sinnvoll und entscheide von Fall zu Fall, ob ich mich beteiligen will oder ob es in meinen Augen vor allem „Gequatsche und Geläster“ ist. Diese Dinge sind ja glücklicherweise freiwillig.

PC, Die Superfrau 3, die biblische Frau aus Sprüche 31, Wie wir unsere Kinder gut durch die Schulzeit begleiten können

Sollte es Probleme innerhalb der Klasse geben, würde ich so früh wie möglich das Gespräch mit der Lehrkraft suchen, auch wenn es einem selbst manchmal banal vorkommt. Es gab schon mehrere Situationen, in denen ich mir im Nachhinein dachte, wir hätten früher handeln sollen. Wenn das Kind ein Problem sieht, sollten wir uns auf jeden Fall hinter es stellen. Manchmal kann man einem Lehrer, der das Problem nicht erkennt, „auf die Sprünge“ helfen. Wir kennen unsere Kinder besser als der Lehrer und können durchaus wichtige Hintergrundinformationen geben und oder in freundlichem Ton um mehr Verständnis für unser Kind werben.

Ich will es nicht verschweigen: Es gibt leider auch Lehrer, da kommt man mit Gesprächen nicht weiter. Das muss man dann so hinnehmen und sollte sich bei gravierenden Schwierigkeiten lieber an die nächsthöhere Stelle wenden…  Im letzten Artikel kam eine Mutter zu Wort, deren Sohn in der Schule gemobbt wurde. Sie bereichtet weiter:

„Irgendwann war es so schlimm, dass ich beschloss, meinen Sohn nicht mehr in die Schule zu schicken. Ich rief dort an und sagte auch ganz deutlich, dass er nicht krank ist, sondern Angst hat. Plötzlich ging alles ganz schnell. Die Schulpsychologin kümmerte sich darum und der Junge konnte schon wenige Tage später die Klasse wechseln. Eigentlich unfair, dass das Opfer gehen muss. Aber er erholte sich sichtlich und es ging ihm bald viel besser. Ich würde nicht noch einmal so lange warten und stattdessen mit Bestimmtheit für mein Kind handeln.“

6. Zuhören

Nicht alle Kinder sprechen gern über das, was sie am Tag so erlebt haben. Natürlich ist das auch eine Typfrage. Ich muss mir manchmal auch auf die Zunge beißen, um nicht zu nerven mit der Frage: „Na, wie war es in der Schule?“ Immer wieder bin ich froh, dass ich die Möglichkeit habe, die Kinder zu unterschiedlichsten Zeiten nach der Schule zu Hause „in Empfang“ nehmen zu können und mit jedem ein paar Worte wechseln zu können. Mittags bekommt man die Stimmungen und Befindlichkeiten der Kinder oft ungefiltert mit (Stichwort: fliegender Ranzen). Nach einem langen Tag im Hort weiß manches Kind vielleicht schon gar nicht mehr, was am Vormittag gewesen ist.

Manchmal hilft ein wenig zeitlicher Abstand aber auch und man kann am Abend noch einmal etwas besprechen. Meine Erfahrung ist, dass je älter die Kinder werden, desto später am Tag erwacht ihr Redebedarf 🙂 Man kann sich die „quality time“ nicht immer aussuchen, also heißt es dann für uns Eltern manchmal: Augen (mühsam) offen halten – und zuhören. Ich muss mir da auch immer wieder bewusst machen, dass ich nicht alle Probleme meiner Kinder lösen muss, sondern dass ich einfach ein offenes Ohr haben will und mir ihre Sorgen anhöre.

Seid sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn!

(Jakobus 1, 19)

7. Beten

Der letzte Punkt sollte eigentlich an erster Stelle stehen. In Situationen, in denen wir objektiv gesehen nichts tun können, können wir immer noch beten. Es ist eine der ehrenvollsten Aufgaben von uns Eltern, unsere Kinder immer wieder vor Gott zu bringen und für sie zu bitten. Hier schreibe ich darüber, wie ich mit Hilfe von Bibelversen bete, demnächst werde ich das Thema „Mit Bibelversen für Kinder beten“ noch vertiefen. Gott hat nicht nur uns seinen Segen zugesprochen, sondern auch unseren Kindern.

„Doch die Güte Gottes bleibt für immer bestehen; bis in die fernste Zukunft gilt sie denen, die ihn ehren. Er hält auch noch zu ihren Kindern und Enkeln, wenn sie nur seinem Bund treu bleiben und nach seinen Geboten leben.“

(Psalm 103, 17-18)

k-IMG_4364

„Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.“

(Jakobus 5, 16)

Es interessiert mich sehr, was euch dabei hilft, eure Kinder durch die Schulzeit zu begleiten. Schreib gern deine Erfahrungen und Tipps in die Kommentare! Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich über das Liken und Teilen…

Deine

Handschrift

Zum Weiterlesen:

Jesper Juul: Schulinfarkt. Kösel, 2013.

Weitere Literaturtipps unter den anderen Artikeln aus der Schul-Reihe.

Advertisements

18 Kommentare zu “7 Tipps für eine entspannte Schulzeit

  1. Hallo Martha! Schöner Beitrag! 🙂 Der Vers aus Kolosser, nicht zu streng zu unseren Kindern zu sein, ist mir vor kurzem auch über den Weg gelaufen. Bald ist es bei uns auch soweit und die Große kommt in die Schule. Eine spannende Zeit bricht also an. Dein Beitrag passt dazu ja perfekt 🙂 Danke!

    • Da wünsche ich euch einen schönen Schulanfang! Ich finde, wenn man in der 1. Klasse eine nette Lehrerin erwischt hat, dann ist ganz vieles schon „geritzt“ und läuft 🙂 Das wünsch ich euch… Liebe Grüße, Martha

  2. Der Satz…das das Opfer gehen muss…….ist total hängen geblieben und stimmt. Geht es einem Kind nicht gut, wechselt es die Klasse oder sogar Schule. Was uns aufgefallen ist, der Umgang miteinander ist an der Schule (Klasse) meiner Tochter doch etwas ausbaufähig. Ich spreche jetzt mal von den Mädels. Lästern, hinterm Rücken reden und ähnliches, nicht immer und ständig,….aber es nervt….Manche Kinder kann man ungebremst an die Wand knallen. Warum tun die so was…..Schulzeit ist eine echte harte Zeit…..ich möchte da nicht nochmal durch…

    • Liebe Pamela, danke, dass du deine Erfahrungen teilst. Du hast wirklich recht, dass gerade das Miteinander in der Klasse sehr belastend sein kann. Das haben wir auch gerade bei einem Kind… Und der Einfluss der Kinder aufeinander gerade im Jugendalter ist auch nicht zu unterschätzen. Eigentlich finde ich diese altershomogenen Gruppen überhaupt nicht gut. Ich sehe viele Vorteile beim Eingebundensein in eine altersgemischte Gruppe, wie es in der Familie ja ganz natürlicherweise der Fall ist. Auch da gibt es ja in privaten Schulen zum Teil andere Konzepte… Was ich aber auch noch wichtig finde, das dachte ich bei deinem letzten Satz: Die eigene Schulzeit loslassen. Es kann sein, dass man wirklich schlechte Erinnerungen daran hat, aber es ist auch gut, wenn wir unserne Kindern da nicht von Vornherein ein „Päckchen“ mitgeben. Wir hoffen ja, dass sie es anders erleben und es ist gut, wenn wir unsere Verletzungen Jesus hinlegen können und davon frei werden können… Sicher nicht immer ein leichter Weg. Ein ganz lieber Gruß von Martha

  3. Hallo Martha,
    Vielen Dank, für diesen tollen Beitrag!
    Jetzt habe ich bestimmt eine ganze Stunde
    verbracht mit den ganzen links die du so
    passend zum Thema angegeben hast auch
    gleich mit zu durchforsten. Ich habe auch
    eine Tochter die in die ev. privat Schule geht.
    Was dafür Sprach waren die kleine Klassengrößen,
    In einer mit mind. 30 Schülern starken Schulklasse
    wäre unsere Tochter definitiv untergegangen.
    Das es Geld kostet müssen wir in Kauf nehmen,
    da wir leider nicht ausreisen könne, durch unsere
    Arbeitstellen. Nun gut, Gott hat einen Plan auch
    hier vor Ort mit uns erer ganzen Familie. Ich
    denke wir müssen wachsam sein und das beste
    daraus machen.Und immer wieder für dieses kompexe
    Thema BETEN!! Was uns auch sehr zu schaffen
    macht, ist da Lehren über die Evolutiontheorie.
    Egal ob Schulfest oder Tiergeschichten im Projektunterricht,
    irgenwie mogelt sie sich oft mit hinein. und wir als
    Familie versuchen es dann wieder sachte zu enwirren.
    Nochmals Danke für diesen Beitrag. Bleib DRAN.
    Viele grüße von Ramona

    • Hallo Ramona und alle anderen Leserinnen, ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht mit dem, was mir als Christin in der Schule meiner Kinder immer wieder Probleme bereitet. Nicht die Evolutionslehre kommt immer wieder vor, sondern das Thema Zauberei, Hexen, Vampire und was noch alles so damit zusammenhängt. Bei meinen älteren Kindern war ich da noch sehr kämpferisch und habe jedesmal den Konflikt mit Lehrern und Lehrerinnen ausgetragen. Jetzt, bei meinem vierten Kind, das zum Glück auch eine stabilere Psyche hat, beschränke ich mich auf das Aufarbeiten des Themas zu Hause.
      Was sind Eure Erfahrungen mit diesem Thema? Wie geht Ihr damit um?
      Liebe Grüße,
      Kerstin

    • Liebe Ramona und liebe Kerstin (ich antworte jetzt mal in einem Beitrag zu beiden Fragen, Evolution und Zauberei…), wir haben uns auch für evangelische bzw. katholische Schulen entschieden, die glücklicherweise noch bezahlbar sind. Ich finde, dein Aspekt mit der Wachsamkeit sehr gut, das habe ich ja gar nicht erwähnt. Das hat vielleicht auch den Grund, dass ich das bisher nicht sooo problematisch fand. Ich denke, da sind wir als Christen auch verschieden. Der Titel von dem Buch „Zwischen Furcht und Freiheit“ (da geht es um christliche Erziehung) beschreibt das für mich schön. Manche haben mehr Furcht vor den Einflüssen auf die Kinder als andere, manche sehen den Aspekt der Freiheit stärker im Vordergrund, zu der sie die Kinder führen wollen. Für mich ist es in Ordnung, dass die Kinder die Evolutionstheorie lernen, ich sage ihnen meine Meinung dazu und wir diskutieren auch manchmal. Aber es ist keine große Sache. Ich persönlich finde, wir sollten wachsam und auch nüchtern sein. So nüchtern wie möglich, und das heißt für mich auch sachlich. Ich weiß z.B., dass die Lehrer uns Eltern das Material zeigen sollen, mit dem sie im Sexualkundeunterricht arbeiten – also lasse ich es mir zeigen. Ich bin bisher mit unseren kirchlichen Schulen auch wirklich zufrieden, es gab wenig „Vorkommnisse“, die ich nicht in Ordnung fand. Vielleicht bin ich manchmal auch zu wenig wachsam… jetzt fragte mich eine Mutter, ob ich mich mit dem Thema „Schule ohne Rassismus“ schon auseinandergesetzt habe. Ehrlich gesagt habe ich das einfach so hingenommen, dass die Schule dieses Siegel bekommt, klingt ja gut. Als ich dann recherchierte, wurde mir bewusst, dass es auch hier nicht einfach nur um „gegen Rassismus“ sondern auch um das Thema Gender geht. Das verstehe ich unter Wachsamkeit. Ich informiere mich, ich frage nach, ich bespreche meine Meinung mit meinen Kindern. Und dann gehen sie ihren Weg… Mir fällt eine Begebenheit ein, wo ich wirklich zur Lehrerin gegangen bin und gesagt habe: „Das möchte ich für mein Kind nicht!“ Es ging um ein museumspädagogisches Angebot, wo die Kinder die Herkunft von Karneval lernten. Dann durften sie Gruselmasken basteln und Mummenschanz – also Geister vertreiben – spielen. Ich erklärte ihr, dass meine Tochter keine Gruselmaske basteln möchte und dass ich erwarte, dass sie die Freiheit bekommt, es nicht zu tun. Das wurden dann tatsächlich auch gemacht. Sie bastelte eine Fußballsmaske in den Farben ihres Lieblingsvereins :-). Und ich war einfach stolz auf sie… Dass sie so stark war zu sagen: „Ich will das nicht“ und es durchgezogen hat! Das wünsche ich mir für meine Kinder… Liebe Grüße, Martha

  4. Danke, liebe Martha, für deinen tollen Beitrag… dazu auf die Schnelle einfach nur siebenmal JA.
    Liebe Grüße
    Stefanie

  5. Pingback: Schule – Pflicht und Wahl – FamilienLeben mit Gott

  6. Pingback: Die Sache mit der Schule – FamilienLeben mit Gott

  7. Wir merken bei unseren 4 Schulkindern auch, dass die Begeleitung in der Schule ganz unterschiedlich ausfällt. Es geht von „wir merken kaum etwas von der Schule“ bis hin zu „Schule bestimmt unseren Alltag zu Hause“. Schwierig wurde es für uns, als wir die Erfüllungsgehilfen der Schule wurden und für das Abarbeiten der Hausaufgaben einstehen sollten. Da ist es dann schon sehr schwer den 4. Punkt umzusetzen und den Druck rauszunehmen. Uns ging es dann vor allem darum, unserem Kind zu zeigen, dass wir es bedingungslos lieben. Ich habe dies hier auch kurz angerissen: http://www.derherristmeinhirte.de/2018/02/24/vater-sein-warum-ich-gern-vater-bin/
    Ich habe dann zwar auch gehört: „Dein Kind weiß das schon, dass du es liebst.“ Aber das denke ich nicht. Das müssen wir unseren Kindern schon mit unserem Reden und Tun zeigen.
    Liebe Grüße, Daniel

    • Hallo Daniel, ja, das kenne ich durchaus auch, dass man sich als „Hilfslehrer“ fühlt. Ich ärgere mich auch über Hausaufgaben, bei denen schon von vornherein klar ist, dass das kein Kind allein machen kann… Danke für deine Gedanken dazu und den Link, das lese ich gleich mal… Liebe Grüße, Martha

  8. Liebe Martha, danke für den interessanten Beitrag. Tipps kann ich nicht wirklich beisteuern, denn du hast schon sehr umfangreich geschrieben.
    Ich kann dir nur beipflichten, dass Kinder nicht so früh eingeschult werden sollten. Wir wurden damals gefragt, ob wir unseren Sohn schon ein Jahr eher einschulen wollen, weil er soweit war. Wir haben uns vor allem dagegen entschieden, weil seine soziale Kompetenz noch nicht ausreichend ausgeprägt war und er für sein Alter noch klein und zierlich war. Und wir haben diese Entscheidung nie bereut. Wir haben ihm das eine Jahr Kindheit noch gegönnt und seine gelegentliche Langeweile anderweitig kompensiert.
    Wir blicken mittlerweile auf 15 Jahre Schule mit unseren Kids zurück und auch wir sind nicht immer mit dem System einverstanden. Aber wir versuchen, konstruktiv mit den Kindern darüber zu diskutieren und versuchen ebenfalls engen Kontakt zur Schule zu pflegen. Es klappt bisher alles ziemlich gut und ich hoffe, dass wir die noch anstehenden Schuljahre einigermaßen entspannt über die Bühne bringen.

    Lg

    • Vielen Dank für eure Erfahrungen dazu! Deiner Hoffnung schließe ich mich an, für uns und für euch… Es ist nicht immer leicht und die Kinder brauchen uns dabei. Liebe Grüße, Martha

  9. Oh, liebe Martha,
    ich pflichte Dir in ALLEM zu!!!!
    Vor allem das Gebet ist mein Anker geworden….
    Und auch Punkt 4 (Druck rausnehmen) ist mein Credo… wofür ich manches Mal schräg angesehen werde unter Müttern 😉
    Mit dem frühen einschulen ist in unserer Familie seeehr mit Bauchweh behaftet… Kennen Vor- und Nachteile. Unser Sohn (fast 14) wurde in der 1. Klasse sehr verhaltensauffällig, wegen extremer Unterforderung. Er hatte schon depressive Züge, voller Verzweiflung. Er wollte LERNEN, nicht im Zehnerbereich Bilder anmalen. Nach hin und her durfte er „springen“. Er ist ein Sommerkind und war eh schon der Jüngste. Nun war der Abstand 1 1/2 Jahre zu dem GRoßteil der Mitschüler. Aber es ging ihm besser. SEHR viel besser! Er blühte wieder auf.
    Aber es hat auch Nachteile… beim Übertritt zur Pubertät sind Gleichaltrige schon manchmal MEILEN auseinander. Nun war er immer der „Kleine“ (sowohl körperlich als auch vom Verhalten/Denken). Er litt schon sehr darunter, es brauchte Zeit, bis die Entwicklungslevel sich wieder etwas annäherten. Nun ist alles wieder Paletti und er kommt ab Sommer in die Abivorstufe. Da ist das nächste Problem. Er muss nun mit 13 sein Berufspraktikum wählen und Abiturschwerpunkte wählen, die evtl von Bedeutung für den Beruf sein könnten (Latein?!). Auch die Sexualkunde kommt meiner Meinung nach DEUTLICH zu früh und zu umfassend für „Klassenküken“. Aber er hat sich gut entwickelt, ist ausgeglichen und auch mit lernen hat es KLICK gemacht (Selbstverantwortung).
    Seiner Schwester ging es ähnlich. Anfang der 3. Klasse wurde es vorgeschlagen, dass sie springen soll. Aber sie ist ein zufriedenes, ausgehlichenes Kind und kompensiert die Unterforderung mit Sozialverhalten (typisch Mädchen, laut Beratungsstelle). Darum haben wir uns direkt gegen soringen entschieden. Aus GRünden, die wir beim GRoßen erlebt hatten, aber bei ihm eine Entscheidung zum Wohl treffen MUSSTEN.
    Unser Küken hat GOTT SEI DANK noch etwas Zeit 🙂
    DANKE für Deinen tollen Artikel!
    Tina

    • Liebe Tina, vielen Dank auch, dass du deine Erfahrungen teilst! Ich denke auch, dass eine vorzeitige Einschulung auch gut sein kann, so wie du es beschreibst. Aber in ganz vielen Fällen, die ich mitbekomme, denke ich, es ist vielleicht nicht so gut… Das Dilemma beschreibst du ja. Das gibt es auch umgekehrt, Kinder, die eigentlich viel zu alt für die Grundschule sind… Gestern bekam ich mit, dass ein Kind nach zwei Jahren Übergangsklasse fit genug wäre, um in die 1. Klasse Regelschule zu wechseln. Allerdings wird es dann schon 9 Jahre alt sein. Und wenn es in die zweite Klasse wechselt, wird es vermutlich überfordert sein… Eigentlich denke ich, dass System ist so wie es ist (altershomogene Gruppen) nicht mehr zeitgemäß. DIE Lösung dafür wüsste ich aber auch nicht… 🙂 Alles Gute für dich und deine Familie ,liebe Grüße, Martha

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.