Ruhe! Und wie ist das bei dir? (4)

Natalie Meyer vom Blog „Erdperle“  zu Gast bei FamilienLeben mit Gott

Wie kann man in einem vollen Alltag zur Ruhe kommen? Wo hat diese ihren Platz, wenn die Familie, die Arbeit, das Ehrenamt oder alles auf einmal einen fordert?

Ich habe andere christliche Blogger/innen, deren Alltag auf ganz verschiedene Weise herausfordernd ist, nach ihren Ansichten und Erfahrungen gefragt. Mein heutiger Gast eine junge Frau, Mutter von zwei Kleinkindern und Lehrerin in Elternzeit – und außerdem Bloggerin. Durch ihr Schreiben möchte sie Fragen des Alltags auf den Grund gehen und begibt sich hier auf „Perlensuche“… 

Interview mit Natalie Meyer von Erdperle, Ruhe - und wie ist das bei dir?

Natalie Meyer von „Erdperle“

Interview mit Natalie Meyer von Erdperle, Ruhe - und wie ist das bei dir?

Liebe Natalie, dein Leben mit zwei kleinen Kindern ist sicherlich sehr bunt. Warum hast du dennoch angefangen zu bloggen?

Ich durfte erfahren, dass Gott ein realer und persönlicher Gott ist. Er liebt uns so sehr, dass er selbst zu uns kam und sogar sein Leben gab. Diese Liebe ist unglaublich und hat mein Leben komplett verändert. Davon möchte ich gerne erzählen. Ich bin zudem immer wieder erstaunt und begeistert, dass die Bibel so viele hilfreiche Wahrheiten für mein tägliches Leben enthält.

„Ich möchte mit meinem Blog Mut machen, Gott im Alltag zu suchen und zu finden.“

Kinderhände mit Erde und einer Perle,

Wo liegen bei dir die Herausforderungen, im Alltag zur Ruhe zu kommen?

Ich bin Mama von zwei Kleinkindern im Alter von 1,5 und fast 3 Jahren. Die Beiden sind sehr entdeckungsfreudig und energiegeladen. Ich bin mit ihnen Zuhause und das wirklich gerne, gleichzeitig fordern sie mich aber auch sehr. Fast rund um die Uhr. Zeitweise ist eins der Kinder morgens bereits vor 6 Uhr wach, die „Große“ macht seit der Geburt des Brüderchens keinen Mittagsschlaf mehr und dadurch habe ich tagsüber keine Pause. Im Alltag zur Ruhe zu kommen fällt mir daher schwer.

Bevor ich Kinder hatte, habe ich sehr gerne direkt morgens in Ruhe in meiner Bibel gelesen und gebetet. In meiner aktuellen Lebensphase muss ich mir diesbezüglich was anderes einfallen lassen, weil eben diese äußere „Ruhe“, so wie ich sie bisher kannte, am Tag nicht gegeben ist. Ab spätestens 20 Uhr schlafen die Beiden aber meist, sodass ich dann eine Pause habe.

Hast du vielleicht kleine „Ruheoasen“ im Alltag? Wie sehen die aus?

Wenn beide Kinder wach sind und noch vor unserem gemeinsamen Frühstück, koche ich mir einen Kaffee und setze mich damit zu ihnen ins Kinderzimmer. Manchmal lesen wir gemütlich ein paar Bücher. Manchmal spielen meine Kinder miteinander, während ich ihnen kaffeetrinkend dabei zuschaue. So starten wir meist entspannt und ruhig in den Tag. Ansonsten versuche ich, die wenigen ruhigen Momente im Alltag abzupassen, um kurz innezuhalten, z. B. wenn meine Kinder ein paar Minuten lang ruhig spielen.

Äußerlich betrachtet ist mein Leben einfach sehr unruhig, weil beide Kinder fast rund um die Uhr um mich herum sind. Ich habe aber gemerkt, dass es dennoch möglich ist, ruhig zu werden. Nämlich innerlich“

„Ich kann „in Gott ruhen“. Mein oft gestresstes und gehetztes Herz beruhigt sich, wenn ich mit Gott im Gespräch bin.“

Bevor ich Mutter wurde, dachte ich, ich bräuchte Ruhe, um vor Gott still zu werden. „Stille Zeit machen“ nennen wir Christen das ja gerne, wenn wir „in Ruhe“ unsere Bibel lesen und beten. Das ist sicherlich auch sehr gut. Aber ich merke, dass es auch möglich ist, mitten im Alltagstrubel ruhig zu werden. Beispielsweise, indem ich bete, während ich mit den Kindern auf dem Spielplatz bin. Indem ich mit Gott spreche, während wir durch den Wald spazieren. Indem ich ein kurzes innerliches Gebet spreche, während ich eine Windel wechsle. Oder indem ich gemeinsam mit meinen Kindern nach einem Streit bete. Dieses Im-ständigen-Gespräch-sein mit Gott gelingt mir noch nicht so gut, wie ich es mir wünsche, aber wenn ich mit ihm spreche, schenkt Gott mir meist eine innere Ruhe, auch mitten im Trubel. Gebet ist also definitiv im Alltag eine Ruheoase für mich.

nackte Füße im Gras, Interview mit Natalie Meyer von Erdperle, Ruhe - und wie ist das bei dir?

Gibt es Tätigkeiten oder Rituale, die dir helfen, zur Ruhe zu kommen?

Ich habe gerade kürzlich bemerkt, wie sehr mir das Lesen eines guten Romans hilft, zur Ruhe zu kommen. Ich konnte mich entspannen und kam ins Gespräch mit Gott. Das hat nicht nur meinen Körper, sondern mein rastloses Herz beruhigt. Dieses Romanlesen habe ich im Rahmen einer Blogreihe ausprobiert. Ich war von meinen Erlebnissen so positiv überrascht, dass ich auf jeden Fall weiterlesen möchte.

Jesus sagt im Matthäusevangelium:

„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; […] So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“

(Mt. 11,28-29)

Das habe ich in der Vergangenheit schon oft erlebt. Zu Jesus zu kommen, mit ihm zu sprechen, indem ich bete, beruhigt meine Seele. Auch das Lesen der Bibel, lässt mich oft zur Ruhe kommen. Da ich sie oft erst abends in Ruhe lesen kann, finde ich tagsüber das Nachdenken über einen einzelnen, kurzen Verses hilfreich. Den kann ich mir irgendwo aufschreiben oder hinlegen, darüber nachdenken und im besten Fall dabei innerlich zur Ruhe kommen.

Was ich in diesem Zusammenhang auch sehr wichtig finde: Ich komme zur Ruhe, wenn ich mein unruhiges Herz an bestimmte Wahrheiten aus der Bibel erinnere. Beispielsweise bin ich oft innerlich unruhig, weil ich mir Sorgen über etwas mache. Doch das eigentliche Problem ist nicht die sorgenverursachende Sache an sich, sondern geht tiefer: Meine Sorgen zeigen doch in Wirklichkeit, dass ich vergessen habe, dass Gott mich wirklich mit allem Nötigen versorgen wird. Ich bin unruhig, weil ich mich sorge, weil ich wiederum vergessen habe, was Gott mir in seinem Wort versprochen hat. Gott ermutigt mich, alle meine Sorgen auf ihn zu werden, weil ER für mich sorgt!

„Alle Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“

(1. Petrus 5, 7)

Ich werde also oft innerlich ruhig, wenn ich mich selbst an Gottes Versprechen erinnere, die ich in der Bibel finde. Ich „predige“ mir selbst Gottes Wahrheiten, weil ich sie leider nur zu schnell vergesse. Bin ich mir erneut bewusst, dass ich Gott in allen Dingen vertrauen kann, werde ich innerlich ruhig.

Was möchtest du in Bezug auf Ruhe noch lernen?

Mir fällt immer irgendetwas ein, was ich tun könnte. Daher möchte ich lernen, Dinge auch mal liegen zu lassen und trotz einer langen To-do-Liste zur Ruhe zu kommen.

Du hast plötzlich unerwartet eine Stunde Ruhe. Was tust du?

Entweder beginne ich, unerledigte Dinge abzuarbeiten oder ich schnappe mir ein Buch und setze mich damit aufs Sofa. Hoffentlich tue ich letzteres.

Verbindest du Ruhe mit einem konkreten Ort?

Urlaub an der Nordseeküste Dänemarks verbinde ich mit Ruhe. Ich liebe die weite und raue Landschaft dort und die Tatsache, dass man nur wenige Menschen trifft. Aber auch den heimischen Wald verbinde ich mit Ruhe.

Strand mit Muschelherz,

Sonntag: Tag der Ruhe?

Mein Mann und ich gehen sonntags mit unseren Kindern in den Gottesdienst. Das ist immer sehr schön, aber gleichzeitig auch eigentlich nicht ruhig. Nachmittags sind wir manchmal verabredet, manchmal auch nicht. Wir lieben es, Besuch zu haben oder selbst Menschen zu besuchen, merken aber auch, dass ein Sonntag mit Gottesdienst und Besuch am Nachmittag uns körperlich anstrengt. Insgesamt versuchen wir, sonntags Dinge zu tun, die uns Freude machen und die wir nicht mit Arbeit verbinden. Wie man den Sonntag mit Kleinkindern wirklich als „Tag der Ruhe“ gestalten kann, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht so recht. Daher ist unsere aktuelle Lösung für uns in Ordnung.

Das verbinde ich mit Ruhe…

Frieden

Stille

Ungestörtsein

Interview mit Natalie Meyer von Erdperle, Ruhe - und wie ist das bei dir?

Ruhe ist…

…heutzutage selten, aber notwendig.

…schwer zu finden.

…auch mitten im Sturm zu finden.

…in Gott zu finden.

Heute Ruhetag, bitte nicht stören. Warum Ruhe unsere Rettung ist, Ruhe, Sonntag, Zeit.

Natalies Blog heißt „Erdperle“. Wie es zu diesem Titel kam und welche beiden Bibelgeschichten dabei wichtig waren, kannst du hier nachlesen. Ich liebe es, Natalies Gedanken nachzugehen, denn sie schürfen nicht nur an der Oberfläche. Stattdessen beobachtet und analysiert sie ganz normale Alltagssituationen und versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Dabei spielt der Glaube eine zentrale Rolle, egal ob es um Beziehungspflege geht oder um Erziehungsfragen. Ich mag Natalies Blick auf Gottes Wort und möchte dir besonders ihren Artikel „Verlasse das Konzert nicht nach der Vorband!“ ans Herz legen…

Vielen Dank, Natalie, für dieses Interview!

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Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.

Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab.4 Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben.

Das Joch, das ich euch auflege, ist leicht, und was ich von euch verlange, ist nicht schwer zu erfüllen.

Matthäus 11,28-29 (Hoffnung für alle)

 

Hier findest du die anderen Beiträge dieser Interviewreihe:

Florian Hettig von „Plakatschmiede – Der Bible Blog“

Ulrike Nägele von „Glaube-Hoffnung-Liebe“

Heike Webner von „Expedition Leben“

Wie geht es dir mit dem Thema Ruhe?

Hast du Lust, bei der Interviewreihe mitzumachen? Dann nimm mit mir Kontakt auf und ich schicke Dir gern meine Fragen…

Schriftzug vor Himmel, Deine Martha, FamilienLeben mit Gott, christlicher Blog

 

 

 

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5 Kommentare zu “Ruhe! Und wie ist das bei dir? (4)

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