„Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (3)

Zu viel zugleich

Letzte Woche ist mir etwas Blödes passiert. Ich wollte Milchreis kochen und habe die Milch überkochen lassen. Die Flüssigkeit muss dann in unseren (nicht mehr ganz taufrischen) Herd eingedrungen sein und – zack – alles aus. Nichts ging mehr. Auch das noch! Ein Kindergeburtstag stand vor der Tür und Herd und Ofen waren außer Gefecht. Mit Geduld und Föhn ließ das Gerät sich aber doch tatsächlich reanimieren und abends funktionierte wieder alles. Hab ich mich gefreut! Also beschloss ich, den Milchreis doch noch zu kochen – und dieses Mal brannte er mir an…

Was ich damit sagen will? Es sind zu viele Aufgaben. Es ist zu viel gleichzeitig, der Mensch ist nicht für Multi-Tasking gemacht. Mein Mann tröstete mich damit, dass ich momentan wirklich besonders viele Dinge zeitgleich erledigen muss. Da kann dann schon einmal (oder zweimal) etwas überkochen oder anbrennen.

Ich habe schon einmal angedeutet, dass bei uns Veränderungen ins Haus stehen. Mein Mann wird viele von meinen jetzigen Aufgaben übernehmen und ich werde damit den Rücken frei haben, einer neuen Arbeit nachzugehen. Wir wissen beide noch nicht, wie das genau laufen wird und machen vage Pläne, aber das Familien-Mobile ist in Schwung. Es wird im Bereich „Verantworung“ gerade mächtig um- und auch aufgeräumt!

Herd, Aufgeräumt! Impulse zur Fastenzeit

Verantwortung tragen

Ich mag den Begriff „Rollenverteilung“ nicht sonderlich, weil ich uns lieber als ganze Menschen betrachte und „Rollen“ so nach Schauspiel klingt. Doch wie auch immer, in einer Beziehung ist es gewöhnlich so, dass man sich die Aufgaben und Verantworungsbereiche im Laufe der Zeit sinnvoll aufteilt. Dabei kann es passieren, dass man dem Partner etwas komplett überlässt und irgendwann gar keine Ahnung (mehr) von seinem Bereich hat (und umgekehrt):

Wann muss das Auto zum TÜV? Wer macht Steuer- und Versicherungssachen? Welche Wäsche wird wie heiß gewaschen? Wie oft brauchen die Kinder neue Schuhe? Wer besorgt Geburtstagsgeschenke? Wer hat den Überblick über das Monatsbudget? Wer kümmert sich um PC-Updates? Wann muss welcher Antrag geschrieben werden?

Bei solchen und ähnlichen Fragen kann man zwei Ebenen unterscheiden: Die organisatorische und die ausführende. Es gibt durchaus Beziehungen, da ist der eine Partner in das Organisatorische der Familienangelegenheiten gar nicht mit eingebunden und führt lediglich aus, wenn ihm etwas gesagt wird, das gerade „dran“ ist. „Mein Mann hilft mit,“ heißt es dann zum Beispiel. Doch „helfen“ und „Verantwortung tragen“ sind zwei paar Schuhe. Und die Orga-Arbeit im Kopf darf nicht unterschätzt werden.

Letzte Woche ging es an dieser Stelle  schon um die Frage nach der Verantwortung und auch darum, wo ich sie vielleicht abgeben kann oder sollte.  Ich meine, dies betrifft uns alle als Ehepartner und als Eltern und wir dürfen diese Frage immer wieder einmal stellen. Auch oder sogar besonders dann, wenn alles „gut eingeschliffen“ ist… 😉

Eine Ordnung und Struktur ist gut, sie entlastet und hilft, den Alltag zu bewältigen. Aber es ist auch gut, seine Komfortzone zu verlassen, etwas Neues zu probieren, sich etwas anzueignen. Nicht zuletzt befähigt es beide Partner, dem anderen Aufgaben abzunehmen, ihn regelmäßig oder einfach bei Bedarf einmal zu entlasten. Wie wäre es mit einem kleinen „Praktikum“ 🙂 ?

Kind beim Staubsaugen, Superfrau, Lob der tüchtigen Hausfrau, Sprüche 31, MUnTermacher am Montag, AUfgeräumt - Impulse zur Fastenzeit

Eine Frage zum Weiterdenken

Welche Aufgabe kann ich von von jemandem übernehmen? Wo kann ich von jemandem etwas lernen?

Beispiele…

  • Aus Gewohnheit fragte ich stets meinen Mann, wenn irgendwo ein Nagel oder eine Schraube fehlte. Irgendwann drückte er mir den Akkuschrauber in die Hand und meinte: „Ist ganz einfach, das kannst du doch auch!“ Stimmt, aber ich bin irgendwie gar nicht darauf gekommen, es selbst zu probieren…

 

  • Vor einiger Zeit habe ich am PC ein Bildbearbeitungsprogramm installiert, hatte aber noch keine Muße, mich einzuarbeiten. (Ehrlich gesagt, das ist auch nicht mein liebstes Hobby…) Ich hatte mich beim ersten Anschauen nicht zurechtgefunden und war gedanklich wieder davon abgekommen. Nun stellte ich zufällig fest, dass meine große Tochter mit genau diesem Programm in der Schule arbeitet. Wie toll, sie kann es mir erklären!

 

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

(Galater 6, 2)

 

Ich wünsche dir eine gesegnete Woche!

Deine

Handschrift

FamilienLeben mit Gott, Blog, MUnTermacher am Montag

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUnTermacher am Montag“.

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7 Kommentare zu “„Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (3)

  1. Die Sache mit dem Nagel einschlagen haben wir auch schon durch 🙂 . In unserem vorigen Haus waren die Wände aus Beton und man musste jedesmal Bohrmaschine und Dübel holen, um ein Bild aufhängen zu können (wir hatten lange keine Bilder an den Wänden). Jetzt nehme ich auch den Hammer zur Hand – und wenn es bei mir nicht klappt mit dem Einschlagen, dann kriegt es mein Mann auch nicht besser hin, dann liegt es wieder an der Wand 😉 .

  2. Pingback: „Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (3) – Christliche Blogger Community

  3. liebe Martha,
    ich finde das Thema sehr spannend.
    bei uns ist nach dem Aufgabenverteilen eher das Dranbleiben ein Thema: bestimmte Aufgaben werden neu verteilt, aber selbst meinem Mann fällt es schwer, dann dran zu bleiben und so mache ich es oft wieder selbst, weil es halt schneller geht…aber wir arbeiten daran 😉 ich finde es wichtig immer immer immer wieder darüber im Gespräch zu bleiben und klar zu formulieren, was man sich wünscht – auch das ist neben den Kindern ja immer eine Herausforderung!

    Euch wünsche ich Mut und Kraft für die neuen Wege!
    LIebe Grüße

    • Liebe Anne, ja, da kenne ich auch nur zu gut mit dem „Dranbleiben“. Ich hab hier mal einen Artikel über das Helfen der Kinder geschrieben ( https://familienlebenmitgott.wordpress.com/2017/07/07/selbst-ist-das-kind/ ) und da fällt mir auf, dass schon länger kein Kind mehr gekocht hat 🙂 Im Moment liest man immer mal wieder, dass es nicht ist, davon zu reden, dass der man „hilft“. Denn das bedeutet ja, dass die Verantwortung nicht er, sondern jemand anders (also in der Regel die Frau) trägt, dran denken muss, organisiert… Ich finde, da ist durchaus etwas dran. Aber durch unterschiedlich lange Zeiten zu Hause ist es ja klar, dass der Partner zu Hause einfach mehr macht… Es ist jedenfall gut, immer mal wieder zu reflektieren, finde ich 🙂 Liebe Grüße, Martha

      • Danke für den Link.
        wir haben auch seit kurzem einen Aufgaben-Wochen-Plan und deswegen am Wochenende unsere ganze Küche umgeräumt: das Geschirr war so weit oben in den Schränken, dass die Kinder gar nicht helfen konnten und gerade in der Küche gibt es ja immer Arbeit 🙂 allerdings ist auch hier das Erinnern der Kinder teilweise mit langem Atem verbunden…aber ich bin optimistisch, dass sich das Einpegelt und irgendwann „dazu gehört“
        Ich weiß jetzt schon, dass ich deine regelmäßigen Artikel in dem Blog sehr vermissen werde, aber irgendwie ist es auch toll, zeitweise dadurch bereichert und beschenkt zu werden.
        Danke dafür.

      • Liebe Anne, vielen Dank für deine Ermutigung für mich! Bestimmt gibt es auch in den älteren Artikel das ein oder andere zum Stöbern. Ich hoffe ja doch, dass ich in großen Abständen mal zum Schreiben komme… Ach ja, der Küchenschrank… wie bei uns! Jetzt muss ich mich immer bücken zum Einräumen 🙂 Liebe Grüße, Martha

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