„Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (2)

Konsequent entrümpeln

Ja, es braucht Konsequenz, das bemerke ich schon am Anfang der Fastenzeit. Ich muss die Zeit einplanen, wirklich regelmäßig etwas auszusortieren. Ich muss die Dinge auch tatsächlich in die Hand nehmen und an den dafür vorgesehenen „Entrümpelungsplatz“ bringen. Ich muss  dann auch tatsächlich – falls sie noch brauchbar sind – Fotos machen und die Sachen zum Verschenken anbieten. Und dann muss ich sie SO BALD WIE MÖGLICH weggeben oder tatsächlich WEGWERFEN. Ohne zu viel darüber nachzudenken, dass man das ein oder andere doch eigentlich vielleicht irgendwie doch nochmal eines Tages… Nein, weg damit!

Bücherregal, Aufgeräumt - Impulse zur Fastenzeit, Ordnung und Haushalt, Gedanken entrümpeln

Dummerweise war ich sogar manchmal zu forsch. Ich hing einmal über der Papiertonne, um alte Unterlagen wieder herauszufischen, die ich tatsächlich doch noch einmal brauchen könnte. Gut, das ist die Ausnahme. Und die meisten Dinge sind ja tatsächlich ersetzbar – sogar, wenn es sich wie in diesem Fall um Uniunterlagen handelt.

Ein wenig schwieriger als meine eigene Aktion fand ich es, die Kinder zum Entrümpeln zu motivieren. Ihre Kinderzimmer-Gerümpelecken haben wir in kleine Einheiten eingeteilt, die Stück für Stück entmistet werden sollen. Die Ferien sind dafür ja ideal geeignet, oder? Doch manchmal muss ich drei-, viermal erinnern – und am nächsten Tag noch einmal. An manchen Tagen ist einfach alles zäh…

Entrümpelungsgedanken

Mein Vorhaben war, nicht nur Gegenstände, sondern auch Gedanken zu entrümpeln. Das Zweite folgt bei mir oft, während ich das Erste tue…

Bist du ein „Macher“? Hast du die Dinge gern unter Kontrolle, packst sie an, weißt, was zu tun ist? Ich muss da an eine Frau in der Bibel denken…

Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf, wo er bei einer Frau aufgenommen wurde, die Marta hieß. Maria, ihre Schwester, setzte sich zu Füßen von Jesus hin und hörte ihm aufmerksam zu. Marta aber war unentwegt mit der Bewirtung ihrer Gäste beschäftigt. Schließlich kam sie zu Jesus und fragte: »Herr, siehst du nicht, dass meine Schwester mir die ganze Arbeit überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!« Doch der Herr antwortete ihr: »Marta, Marta, du bist um so vieles besorgt und machst dir so viel Mühe. Nur eines aber ist wirklich wichtig und gut! Maria hat sich für dieses eine entschieden, und das kann ihr niemand mehr nehmen.«

Die Geschichte zeigt, wie wichtig das Hören auf Jesus ist. Aber sind Marthas Aufgaben deshalb unwichtig?

Marta und Maria, das ist für ich keine Schwarz-weiß-Geschichte von „richtig“ und „falsch“, so wie es manchmal rüberkommt. Jesus liebt sie beide. Und wir finden beide Anteile in uns… Die Macherin und die Zuhörerin. Vermutlich manchmal zu viel das eine und zu wenig das andere.

Ich mag Marta. Nicht nur, weil ich ihren Namen trage und nicht nur, weil ich mich in ihrer Rastlosigkeit wiederfinde. Marta findet man nicht nur in dieser bekannten Geschichte. Sie spricht mit Jesus über Vertrauen und Auferstehung. Mich berühren Jesu Worte für Marta immer wieder sehr…

Darauf erwiderte ihr Jesus: »Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?«

»Ja, Herr«, antwortete ihm Marta. »Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, auf den wir so lange gewartet haben.« (Johannes 11, 25-17)

Jesus spricht zu Martha: " Habe ich dir nicth gesagt, du wirst die Herrlichkeit Gottes sehen, wenn du nur glaubst?" Johannes 11,40 Aufgeräumt! Impulse zur Fastenzeit

Was für eine wunderbare Zusage. Wenn ich glaube, werde ich sehen…  Nur glauben, mehr nicht. Es ist wenig und doch zugleich so viel.

Eine Frage zum Weiterdenken…

Wo ist es für dich dran, eine Aufgabe abzugeben, zu delegieren, damit für dich neuer Raum entsteht? Wo ist es vielleicht sogar dran, eine Verantwortung komplett loszulassen?

Da ich in absehbarer Zeit anfangen werde zu arbeiten, ist bei uns gerade viel in Bewegung. Mein Mann wird sehr viel Organisationskram von mir übernehmen. Es ist gar nicht immer so leicht, Verantwortung wirklich abzugeben und es anderen zuzutrauen… Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Nein, da muss der „Kontrolleur“ in mir mal still sein.

Auch unsere Kinder können mehr und mehr Verantwortung überenehmen. Zunächst muss mir auffallen, wo ich ihnen ganz unnötig Dinge abnehme. Ich muss ihnen Bereiche überlassen, sie begleiten, mich dann aber auch wirklich zurückziehen und nicht ständig kontrollieren. Sie werden es meist nicht so machen, wie ich es machen würde. Auch das ist nicht einfach.

Wo willst du das Loslassen üben?

Ich wünsche Dir eine inspirierende Fastenwoche!

Deine

Handschrift

 

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUntermacher am Montag“.

FamilienLeben mit Gott, Blog, MUnTermacher am Montag

 

 

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9 Kommentare zu “„Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (2)

  1. Wie passend, liebe Martha, dieser Text für mich gerade ist! Wollte ich heute doch über dieses Thema ein bißchen in meinem Blog sinnieren. Und wie schön dein Blick auf Martha. Übrigens heißt meine jüngste Tochter auch Martha. Martha-Amalia. Wir rufen Sie Amalia, aber nur weil der Rheinhesse aus Martha Madda macht…und ich bin eine Martha, durch und durch. Danke für deine Gedankenanstöße! Liebe Grüße

    • Liebe Sandra, das freut mich doch immer wieder und ich freu mich sehr auf deine Gedanken… 🙂 Als Kind mochte ich meinen Namen nicht leiden, weil der (gerade in der DDR) völlig unüblich war. Da hießt es dann entweder „WIE heißt du???“ oder „So heißt meine Oma auch.“ Zum Glück sind alte Namen heute wieder modern und ich finde den Namen heute sehr schön… Liebe Grüße, Martha

  2. Pingback: „Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (2) – Christliche Blogger Community

  3. Liebe Martha,
    ich mag Deine Sichtweise, Deine Art ganz anders zu sehen und um Ecken zu denken.
    Und ich fühle mich von Deiner Blogandacht heute sehr angesprochen…
    Gerade im Dienst in Gemeinden tut man sich schwer NEIN zu sagen, oder abzugeben, oder auch mal abzuwarten…
    Ich musste für mich lernen, dass dies eine Form von Egoismus und Selbstüberzeugung ist… weil ich glaube OHNE MICH wird dies und das nicht gehen, der Dienst einschlafen oder oder oder.
    Dabei ist es GOTT der in der Hand hält und lenkt und bestimmt und ich „nur“ das Werkzeug.
    Das hat mir viel Druck genommen!
    Herzliche GRüße,
    Tina

    • Liebe Tina, vielen Dank für deine Rückmeldung. Es freut mich sehr, dass der Impuls dich angesprochen hat. Über das Thema Gemeinde möchte ich auch gern noch in diesem Zusammenhang schreiben 🙂 Ich kann deine Erfahrungen da nachvollziehen. Liebe Grüße, Martha

  4. Pingback: „Aufgeräumt!“ – Impulse zur Fastenzeit (3) – FamilienLeben mit Gott

  5. Pingback: Mittwochsimpuls Entrümpeln und frei werden – Glaube-Hoffnung-Liebe

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