Familienurlaub, aber günstig: Gedanken und Ideen

Über Geld spricht man nicht?

Das scheint ein gesellschaftlicher Grundsatz hierzulande zu sein. Von wie vielen Freunden weißt du eigentlich, was sie verdienen? Ich habe zum Beispiel gar keine Ahnung, wie viel Geld andere Familien so für ihren Urlaub ausgeben. Eigentlich ist diese Verschwiegenheit schade. Also, lasst uns mal reden!

„Es ist doch nur Geld.“ Das ist nun so ein geflügeltes Wort in unserer Familie. Gerade, wenn das Konto mal wieder im Minus hängt, trösten wir uns darüber hinweg mit diesem Satz: Es ist nur Geld. Wir brauchen es zum Leben, ja, aber es soll unser Leben nicht bestimmen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, gerade wenn das Konto mal wieder „Durchfall“ hat (was reinkommt geht sofort wieder raus…). 

Es ist mir bewusst, dass Urlaub für viele Familien ein Luxus ist. Wir sehen es durchaus als großes Geschenk, dass wir bisher so viel wegfahren konnten. Es ist aber nicht so, dass wir besonders viel verdienen. Uns steht lediglich ein einfaches Gehalt (mein Mann ist angestellt im Handwerk) mit ergänzenden staatlichen Leistungen zur Verfügung. Aber auch mit einem Konto, dass manchmal Achterbahn fährt, kann Urlaub durchaus möglich sein.

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Wir machen sooft es geht Urlaub, weil er uns einfach so viel wert ist. Es gab schon Jahre, da haben wir vor dem Urlaub lieber nicht nochmal aufs Konto geschaut, weil wir sonst vielleicht nicht gefahren wären. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich diese Taktik empfehlen kann. Doch erstaunlicherweise ging es immer irgendwie… Vielleicht sind wir ein wenig leichtsinnig. Wir haben aber auch Vertrauen in Gott und seine Führung. Urlaub mit Kindern ist natürlich auch anstrengend, doch wir wurden auf vielfältige Weise beschenkt.

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Westküste Schweden, in der Nähe von Halmstad

Diese Bitte aus den Sprüchen der Bibel (übrigens mein Taufvers) finde ich sehr weise:

HERR, ich bitte dich um zweierlei, erfülle mir doch diese Bitten, solange ich lebe: Bewahre mich davor, zu lügen und zu betrügen, und lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche!

(Sprüche 30, 7-8 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Möglichkeiten für den kleinen Geldbeutel

Da stellt sich natürlich die Frage: Was brauche ich denn eigentlich im Urlaub? Was ist mir ganz wichtig, wo kann ich Abstriche machen? Ich kenne Frauen, denen ist es echt  viel wert, im Urlaub nicht kochen zu  müssen. Da sieht der Urlaub dann natürlich anders aus als bei uns. Wobei: Hab ich schon erwähnt, dass ich das unverschämte Glück habe, einen gut und gern kochenden Mann geheiratet zu haben? 🙂

Besuche machen

Ein Teil unserer Urlaube besteht darin, dass wir andere Menschen „überfallen“. Wir nisten uns gnadenlos mit sechs oder sieben Personen ein und leben in ihren Wohnungen oder Häusern.

Okay, jetzt mal ernsthaft: In der Regel kommen wir nur, wenn wir gern gesehene Gäste sind und versuchen auch, nicht zu lange zu bleiben (ihr wisst schon, die Drei-Tage-Regel). Eine weitere Voraussetzung ist eine gewisse Toleranz auf Seiten der Gastgeber,  denn der Besuch von einer großen Familie ist tatsächlich eine Art „Überfall“. Wir geben uns aber ebenfalls Mühe, bringen gern Schlafsäcke mit, schlafen auf Matrazenlagern (alle in einem Zimmer kennen wir ja vom Wohnwagen) und helfen auch gern im Haushalt 🙂

Wohnungs- und Haustausch

Eine tolle und kostengünstige Möglichkeit Urlaub zu machen ist der Haus- bzw. Wohnungstausch. Wir haben das noch nie probiert, aber das christliche Projekt „Haussegen“ , das Inka von Alltagliebe ins Leben gerufen hat, klingt doch wirklich fantastisch! Ich denk, wenn ich unser Chaos mal besser im Griff habe und in der Lage bin, den persönlichen Kram mit ein paar Handgriffen wegzuräumen, dann nutzen wir das vielleicht auch mal… Allerdings: Wenn ich das tatsächlich schaffen sollte, ist für mich sicherlich der Urlaub zu Hause auch eine sehr verlockende Option 🙂

Urlaub mit Unterstützung

Je nach Bundesland besteht für Familien mit kleinem Geldbeutel die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für einen Urlaub zu bekommen. Sicherlich ist das mit etwas Papierkram verbunden, aber es kann sich wirklich rentieren. Auch das haben wir noch nicht ausprobiert, da wir nicht so die Familienstätten-oder-Feriendorf-Urlauber sind. Wenn ihr Tipps für Hotelurlaub oder günstige Flugreisen sucht, seid ihr hier übrigens ganz falsch. Unser Spezialgebiet heißt…

Camping

Es hat viele Vorteile, ein Haus auf Rädern dabei zu haben. Wenn im Stau auf der Autobahn jemand aufs Klo muss – kein Problem. Einfach mal schnell unterwegs Kaffee kochen – kein Problem. Wir sind mehr oder weniger den ganzen Tag draußen. Es ergeben sich ganz zwanglos Kontakte und die Kinder haben überall andere Kinder zum Spielen. Es gibt Familien, die nur mit einem Zelt oder einem kleinen, alten Bus unterwegs sind. Andererseits findet man auf dem Campingplatz auch superteure Luxusmobile, die solche Ausmaße haben, dass ich damit nicht einparken wollen würde. Doch eigentlich gibt es kein „arm“ und „reich“ am Platz. Und spätestens vor beim Entleeren des Chemieklos sind „Wohnmobilisten“ und Wohnwagenfahrer wieder gleich 🙂

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Ein Wohnwagen taugt in jeder Lebenslage… Wenn man im Stau auf die Toilette muss, bei der Pause etwas Warmes essen oder trinken will oder wenn man ein kleines Nickerchen braucht…

Unser Wohnwagen hat fünf Betten, aber bisher haben wir es auch mit 6 oder 7 Personen geschafft, alle unterzubringen. Wem das zu bunt wird, der schläft draußen im Zelt oder im Auto. Den Wohnwagen haben wir vor ein paar Jahren gebraucht gekauft, das hat natürlich erstmal finanziell „reingehauen“. Wer sich unsicher ist, ob Wohnwagenurlaub ihm taugt, sollte das erstmal testen und am besten im Freundeskreis einen ausleihen. Der kommerzielle Verleih ist einfach echt teuer.

Der Wohnwagen war für uns eine lohnenswerte Investition in alle zukünftigen Urlaube. Der Urlaub an sich kann nämlich dann vergleichsweise günstig sein.  Im vergangenen Sommer waren wir länger als drei Wochen damit unterwegs in Norddeutschland, Dänemark (nur kurz, davon nächste Woche mehr…), Schweden und Norwegen. Um eine Zahl zu nennen: Wir haben ausgerechnet, dass wir in dieser Zeit für 6 Personen rund 1000 Euro mehr ausgegeben haben als wenn wir zu Hause geblieben wären. Inklusive Übernachtungen auf Campingplätzen, Fährfahrten, Sprit, Lebensmittel und so weiter. Und wie geht das?

Zwei Kinder schauen vom Schiff aus auf die Schären, Wolken, Sehnsucht, Schweden, Urlaub - Vom Wert des Reisens, Urlaub mit Kindern für wenig Geld

Wer das interessant findet, der darf gespannt sein auf die Fortsetzung kommende Woche. Dort erzähle ich euch, was man für einen kostengünstigen Campingurlaub in Skandinavien beachten sollte und wie man einen Tag (fast) ohne Geld in einer der teuersten Städte der Welt wunderbar gestalten kann. Ich lade dich also ein zu einer Reise im Kopf… 🙂

„Träumen ist fast wie Reisen.“ (Tomas Sjödin)

Bis dahin…

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Erzähl doch mal: Hast du noch tolle Tipps für kostengünstigen Urlaub? Hast du schon eine der genannten Möglickeiten genutzt und wie war´s? Was ist dir im Urlaub wichtig? Schreib gern etwas dazu in die Kommentare.

Wenn dich der Artikel anspricht, dann teile ihn gern weiter…

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9 Kommentare zu “Familienurlaub, aber günstig: Gedanken und Ideen

  1. Ich finde es toll, welche Priorität ihr dem Urlaub einräumt! 🙂
    Mein Mann und ich denken auch immer viel über Finanzen und Urlaub nach, aber im Endeffekt merken wir auch immer wieder, dass es sich lohnt darin „zu investieren“…
    Liebe Grüße!

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    • Wir haben auch manchmal diese Frage, ob wir nun im Alltag finanziell kürzen zugunsten des Urlaubs oder ob wir z.B. an den Wochenenden mal ein wenig „lockerer“ sind mit dem Geld und den Urlaub zurückschrauben. Das ist immer so ein austarieren, mal mehr so, mal mehr so. Es ist aber auch echt toll, einfach mal ein Wochenende mit dem Wowa rauszufahren. Wenn die Kinder aus ihren Urlaubserinnerungen erzählen, dann denke ich immer: Das hat sich gelohnt, die gemeinsame Zeit, das nehmen sie mit… und wir als Paar auch! Liebe Grüße, Martha

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  2. Ja, das Thema Urlaub. Ich muss auch mindestens einmal im Jahr weg. Bei uns gibt es immer große Diskussion um das Ziel. Die letzten 5 Jahre haben die Kinder gewonnen. Es geht immer an die Ostsee. Und jedes Jahr ist es trotzdem anders, aber immer schön. Seit letztem Jahr haben wir Städtereisen mit Kindern entdeckt. Jetzt geht es über Pfingsten auf Städtetour. Ich bewundere ja Camper. Ich liebe Campingplätze und ihre Atmosphäre und mit Kindern einfach super. Mein Problem ich brauche ein Mindestmaß an Luxus und zwar eigenes Badezimmer😉😂 und richtiges Bett. Damit scheidet campen leider für uns aus.
    Eure Urlaubsgeschichtem finde ich super. Lieben Gruß Anett

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    • Ja, siehst du, das ist doch super, wenn du weißt, was unbedingt dabei sein muss 🙂 Dann hat es auch gar keinen Sinn, sich da krumm zu machen. Für mich ist das mit dem Zelt zum Beispiel nix mehr. Nee, mehrmals probiert, ich bin sooo eine Frostbeule. Und da im Norden ist es ja nachts auch mal einstellig auf dem Thermometer… Für uns ist der Wohnwagen der perfekte Kompromiss zwischen Ferienwohnung (ich) und Schlafen unter freiem Himmel (mein Mann) 🙂 Wohin geht es den Pfingsten *gespanntbin* ? Wir probieren das mit den Städte eher so tageweise aus und oft denke ich: Hier muss ich nochmal ohne Kinder hin *räusper*… Liebe Grüße, Martha

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      • Klasse! Ich find ja immer, wir kennen unser eigenes Land viel zu wenig. Nachdem wir hier 17 (!) Jahre wohnen, war ich im letzten Jahr erstmals überhaupt einen Tag lang in München. Bisher waren wir nur durchgefahren… Kann man ja kaum laut sagen 🙂 Liebe Grüße, Martha

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