Was haben wir in der Erziehung richtig gut gemacht?

Jetzt habe ich lang genug gefremdelt mit dem Thema #gutgemacht dieser Blogparade von „Mama on the rocks“ – und mache doch noch mit 🙂 Es ist doch ein bisschen seltsam, sich selbst zu loben. Zwar habe ich Dinge, von denen ich sagen könnte „Gut gemacht!“, aber mir ist zugleich auch bewusst, dass ich ohne Gottes Hilfe zu nichts fähig wäre. Zu gar nichts. Das meine ist ernst. So machen mich Dinge, die gut laufen, vor allem dankbar. Dankbar, dass wir unsere schöne Ehebeziehung haben und ein gutes Elternteam sind, dankbar für gesunde, fröhliche Kinder, dankbar für die Liebe, die wir weitergeben dürfen. Das Gleichgewicht ist doch so zerbrechlich, das zeigt das Leben immer wieder. Wenn ich also von meiner Leistung schreibe, dann erzähle ich zugleich von Dankbarkeit…

Wir hätten am Anfang nie gedacht, dass wir einmal fünf Kinder haben werden. Zumindest ich, mein Mann hatte ja so Ideen von sechs Kindern im Kopf. „Nicht mit mir“, sagte ich damals. Zwei Kinder wollte ich, so sieht doch die ideale Familie aus, oder? Und dann hatten wir zwei Kinder und konnten uns auf einmal vorstellen, dass da noch Platz ist für jemanden. Und dann für noch jemanden. Und noch jemanden. Ich glaube, dass Gott uns den Mut geschenkt hat, eine Großfamilie zu gründen. Denn ich war wirklich mehr als einmal unsicher. Kann ich das? Reicht meine Kraft? Bin ich eine gute Mutter? Kann ich allen gerecht werden? Kommt jemand zu kurz? Was, wenn wir kein gesundes Kind bekommen? Was, wenn die Geburt nicht gut verläuft? Was, wenn ein Kind ernsthaft erkrankt? Oder mein Mann, oder ich? Oh, ich bin wahrlich eine Meisterin im Sorgen-machen!

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Ich würde sogar behaupten, wenn mein Mann und ich nicht auf Gott vertrauen würden, dann hätten wir nicht all diese Kinder. Da hätte ich vielleicht nach dem zweiten gesagt: „Komm, es ist zweimal gut gegangen, belassen wir es dabei. Gehen wir kein Risiko ein. Setzen wir auf Sicherheit.“ Dann wären ich nach einiger Zeit wieder arbeiten gegangen, wir hätten vielleicht ein Haus gekauft. Ich will damit niemanden abwerten, der ein oder zwei Kinder hat oder der früh wieder angefangen hat zu arbeiten. Das hätte auch unser Weg sein können. Heute hätten wir zwei schon recht selbstständige Teenager die „aus dem Gröbsten raus“ sind. (Haha, wer da jetzt nickt, der hat keine Teenager…) Aber nun haben wir nicht nur die zwei großen Kinder. Stattdessen gehören noch eine neunjährige Tänzerin, ein quirliger Sechsjähriger und ein knuddelsüßer dreijähriger Trotzkopf zur Familie. Wir wohnen zur Miete, manchmal ist am Ende vom Geld noch genug Montag übrig und mein Einstieg ins Arbeitsleben steht mir noch bevor. Es kostet doch eine Portion Mut, andere Wege zu gehen…

Ich bin froh, dass ich nicht vorher wusste, was da alles auf uns zukommt. Der Mut wäre schnell wieder verflogen. Doch uns wären ja so Vieles entgangen… Denn unser Leben ist genau richtig! Es kostet viel Kraft, ja. Wir stemmen das alles ohne großartige Hilfe von anderen, ja. Aber wir sind ein tolles Team… Wir – mit Gott.

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Es ist immer irgendwer zum Reden (und zum Streiten) da. Wenn ein Besuchskind zum Essen da ist, dann fällt das kaum ins Gewicht. Gerade Kinder, die keine Geschwister haben, fühlen sich bei uns wohl. Manchmal bringt ein Besuchskind noch Geschwisterkinder mit und dann wird zusammen gespielt. Wir sind unkompliziert, spontan und haben einen leichten Hang zum Chaos. Souverän sind wir aber nicht immer. Ich mache euch nichts vor: Es gab Zeiten mit Baby und kleinen Kindern, da war das einzige Tagesziel, dass jeder etwas zum Essen und zum Anziehen bekommt und dass bis zum Abend keiner verloren gegangen ist 🙂

Was die Erziehung betrifft, denke ich, dass ich durch die Kinderzahl in manchen Dingen ein wenig strenger bin. Wenn der Große ohne zu fragen den Kühlschrank plündert, nur ein einzelnes T-Shirt in die Waschmaschine schmeißt oder seine Aufgaben nicht erledigt, überlege ich genau, ob ich das akzeptieren will. Schließlich stehen noch vier Kinder in den Startlöchern, die sich gern etwas vom Ältesten abschauen. Andererseits bin ich aber auch in vielen Bereichen gelassener (geworden). Ein Trotzanfall im Supermarkt oder ein Schlafstreik machen mir kein Kopfzerbrechen mehr. Ich muss auch mit niemandem darüber diskutieren, ob unsere Kinder nachts zu uns ins Bett kommen dürfen oder nicht (sie dürfen). Wenn man weiß, dass tatsächlich alles nur Phasen sind, kann man besser damit umgehen. (Bei den Phasen der Großen bin ich noch nicht ganz so gelassen… fragt mich nochmal in ein paar Jahren!)

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Man sagt immer, dass Kinder sich gegenseitig erziehen. Das stimmt, aber natürlich unterscheiden Kinder da nicht zwischen guten und nicht so guten Angewohnheiten, die sie sich abschauen. In der Summe ist die Geschwisterbande ein großes Plus, was wir zum Beispiel im Urlaub merken. Und erst kürzlich unserem großen Sohn bei einer Bewerbung gesagt, dass er ein tolles Sozialverhalten hat, das er sicherlich zu Hause mit den Geschwistern gelernt hat. Was für eine wunderbare Bestätigung!

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In der Großfamilie gibt es einfach von allem ein bisschen mehr. Mehr Kinder, mehr Wäscheberge, mehr Lachen, mehr Geschrei, mehr Durcheinander, mehr Persönlichkeiten, mehr Emotionen. Mehr Leben! Und die Kinder haben sich nicht nur jetzt, sondern – das hoffen wir – fürs ganze Leben. Was für ein Geschenk!

Wir haben das gut gemacht, dass wir auf Gott vertraut haben. Und wir versuchen, uns nicht zu viele Sorgen zu machen. Jedes Kind hat seine „Baustellen“, klar. Manche Probleme sind klein, andere rauben einem den Schlaf. Manche sind vorübergehend, andere werden vermutlich bleiben. Doch immer wieder legen wir die Kinder im Gebet Gott in die Hände. Wir müssen sie loslassen. Ich wüsste nicht, wie wir das machen sollten, wenn wir sie nicht Gott anvertrauen könnten. Unser Glaube ist kein sonntäglicher Zeitvertreib, kein Ritual, keine Religionsausübung. Unser Glaube ist unser Leben, im Alltag, in schweren Zeiten, an normalen und an besonderen Tagen. Wie auch immer unsere Kinder die Glaubensfrage später einmal für sich entscheiden, ich denke, wir geben ihnen viel mit. Unser Vertrauen setzen wir auf Gott. Die Kinder spüren das.

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Dieser Blogparade #gutgemacht läuft noch bis Ende Januar. Was habt ihr denn mit euren Kindern gut gemacht?

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13 Kommentare zu “Was haben wir in der Erziehung richtig gut gemacht?

  1. Wie wunderschön sich das liest!
    Das sage ich mit einem seufzen, da wir „nur“ drei Kids haben und das Gefühl von „da ist noch Platz und Liebe“ kenne ich zu gut. Mir verwehrt es die Gesundheit aufgrund von Komplikationen bei jeder Schwangerschaft und Geburt einfach weitere Kinder zu bekommen.
    Umso mehr erkenne ich den Segen, den Kinder bedeuten und die Bibel verheißt.
    Es ist nicht immer einfach 🙂 wir sind auch mit Pubertät, ersten Pubertätsanflügen und kleinem Trotzkopf manches Mal an Grenzen… und TROTZDEM… Kinder sind ein Segen.
    Auch was Du über Strenge und Konsequenz sagst (bzgl. Nachahmungseffekt) stimme ich absolut zu.
    Es klingt einfach nach wunderbarem Familienleben, toller Kindheit und absolut empfehlenswert!
    Herzliche Grüße,
    Tina

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    • Liebe Tina, dein Seufzen verstehe ich gut und mir ist auch total bewusst, was für ein Privileg es ist, fünf Kinder zu haben (und noch dazu gute Schwangerschaften). Ich hoffe, dass unsere Kinder einmal mit positivem Blick auf ihre Kindheit zurückschauen. Sicherlich sind wir da alles andere als perfekt, aber wer ist das schon… Ich denke oft an diesen Spruch „Dein Alltag ist ihre Kindheit“. So ist es, es sind gar nicht unbedingt die großen Dinge, die prägen, sondern vor allem die alltäglichen… Liebe Grüße, Martha

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  2. Liebe Martha, vielen Dank für den wunderbaren Artikel. Ich mag deine Art, mit dieser auch für mich seltsam klingenden Themenstellung umzugehen und finde mich in deinem Artikel total wieder, besonders deine fett geschriebenen Zeilen würde ich gleich unterschreiben. Die letzten beiden Jahre (Schwangerschaft und Geburt von unserem 5., gleichzeitig Haus Renovieren und umziehen, berufliche Herausforderung bei meinem Mann, ein sehr schlecht schlafendes Baby usw.) waren bei uns auch so eine Phase, in der es hauptsächlich ums Überleben ging, da musste ich bei deinem Satz: „Es gab Zeiten mit Baby und kleinen Kindern, da war das einzige Tagesziel, dass jeder etwas zum Essen und zum Anziehen bekommt und dass bis zum Abend keiner verloren gegangen ist.“ sehr wissend schmunzeln. Aber ich bin auch entspannter damit als früher, weil ich weiß, dass es Phasen sind. Viel Segen für deinen Tag, Jojo

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    • Oh, diese Mehrfachbelastung kann ich sehr gut nachvollziehen… Wir sind in meiner Prüfungszeit umgezogen und genau in dieser Zeit war mir die Lehrerin eines meiner Kinder vor, dass ich es wohl vernachlässigen würde… Da dachte ich mir alles mögliche, nur nicht „gut gemacht“. Ich glaube, wir sollten uns öfters mal sagen, „gut genug gemacht“ statt die Messlatte so hoch zu hängen… Ich wünsch dir auch Gottes Segen und eine gute Woche, danke für deine Erfahrungen, Martha

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  3. Ich habe deinen Artikel mit ehrlich viel Freude und einem permanenten Lächeln gelesen, so positiv und doch (denke ich^^) authentisch. Hut ab vor euch beiden, das muss ich ganz ehrlich sagen! Mehr von allem klingt super anstrengend, aber auch super schön. Toll, dass ihr diesen Weg geht, das mein ich wirklich genau so!

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    • Vielen Dank für dieses Feedback 🙂 Ich finde, man kann das wirklich ganz schlecht „rechnen“ mit dem mehr von allem… schon gar nicht in Arbeitsstunden. Denn ganz ehrlich: Auch mit einem Kind war ich ausgelastet. Ich war sehr jung und mein Großer war ein Schreikind, hey, ich war VOLL ausgelastet. Und wenn dann noch jemand dazukommt, dann beschreibe ich das gern so: das Familienmobile gerät in Bewegung, jeder sucht seinen Platz neu. Und irgendwann ist es wieder im Gleichgewicht (mal schneller, mal langsamer…) und man sagt: Läuft… Glücklicherweise haben wir die fünf Kinder ja nicht auf einmal bekommen (was für ein Gedanke!), sondern schön eins nach dem anderen. Und dann wächst man einfach hinein in das Neue. Natürlich muss nicht jede Familie viele Kinder haben. Aber wenn die Eltern diesen Wunsch im Herzen haben, dann kann ich nur Mut dazu machen ❤ Liebe Grüße, Martha

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      • Ich glaub den Wunsch nach Mehrlingen hat man auch nur, wenn man selbst keine Kinder hat. 😀 Die Schwestern von meinem Mann sind Zwillinge, wie die Mutter es beschreibt, war die Anfangszeit belastender, aber später hat sich viel schneller alles eingependelt. Ich denke auch, man wächst mit den Aufgaben 🙂

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