In einem Jahr durch die Bibel

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Ein Projekt

Ich beginne heute mal mit einer Online-Beichte: Ja, ich lese regelmäßig die Bibel. Aber ich habe noch nie in meinem Leben die Bibel einmal ganz durchgelesen. Es gibt Kapitel, die ich schlicht noch nicht kenne. Dabei bin ich schon 20 Jahre alt. Also, glaubenstechnisch meine ich. Wiedergeburt und so…

Aus diesem Grund habe ich beschlossen, dass ich die Bibel einmal ganz und am Stück durchlesen möchte. Es erschien mir als ein sehr ehrgeiziges Projekt, dies tatsächlich in einem Jahr zu tun. Es ist ja nicht so, dass ich als Mama von 5 Kindern sonst nichts zu tun hätte 🙂 Doch nach 5 Monaten kann ich sagen: Soooo „schlimm“ ist das alles gar nicht…

Mädchen mit Bibel im Arm, In einem Jahr durch die Bibel, Bibelleseplan für Mamas, MUnTermacher am Montag, bewusst im hier und jetzt

Meinen Bibelleseplan fand ich in meiner Studienbibel. Ich staunte, dass man ja eigentlich nur ein Kapitel täglich im neuen Testament lesen muss, also manchmal nicht mal eine ganze Seite. Der Abschnitt im Alten Testament umfasst mit zwei bis drei Kapiteln am Tag zwar mehr, aber auch das sind meist nicht mehr als drei Seiten. Es wurde empfohlen, einen Abschnitt am Morgen und einen am Abend zu lesen. Ein Beispiel für so einen Plan findest du bei „Gladium Spiritus“. Außerdem gibt es auch Pläne, die die täglichen Abschnitte in drei Teile untergliedern, Altes Testment, neues Testament und etwas aus den Psalmen. Das finde ich auch sehr ansprechend. Besonders Mamas mit vollem Alltag empfehle ich dazu mal den Blogbeitrag mit Bibelleseplänen von Mehr als Juwelen“. Iris Maja ist selbst Kleinkind-Mama und weiß, wovon sie schreibt 🙂

Eine Challenge

Das hört sich vielleicht jetzt alles sehr verplant und strukturiert an, nach trockener Pflichterfüllung statt nach genussvollem Flow-Erleben. Warum schreibe ich also darüber im Rahmen der Bloggerchallenge #bewusstimhierundjetzt? Dazu aufgerufen hat Anne vom Blog „anny-thing“ mit diesen Worten:

„Dinge also wieder zum Selbstzweck tun und sich ganz darauf konzentrieren (ohne dass es zu anstrengend wird), ist das Ziel dieser Challenge, wenn man es so nennen möchte. Und noch eine Komponente soll Teil davon sein: Wenn wir im Hier und Jetzt sind, in der Gegenwart, dann können wir auch genau hier Gottes Wirken, seine Gegenwart und seinen Willen – eben hier und jetzt – wahrnehmen und ihm nachgehen. […] Wir können diese Hier-und-Jetzt-Momente dafür nutzen, dass wir uns auf die Tätigkeit konzentrieren, aber wir können sie auch aufwerten, indem wir ihren heiligen Wert erkennen und dabei auf Jesus schauen. Mehr als Selbstzweck: Beziehungszweck. Die Beziehung zu Gott tut uns gut.“

Bibellesen hat vor allem mit diesem Beziehungszweck zu tun. Denn warum tu ich das, wenn nicht aus historischem oder theolgischen Interesse? Weil es mir schlicht und einfach gut tut. Weil ich mich auf den Mittelpunkt meines Lebens konzentriere. Weil ich den Alltag mal beiseite legen darf und dem Blick eine andere Richtung geben kann. Weil ich mir Gottes Wort schenken lasse, er spricht zu mir (manchmal). Weil sein Geist in mir wirkt. Es gefällt mir, macht Spaß und ich freue darauf. Echt jetzt.

Die Erfahrungen

Die Bibel, ein verstaubtes, altes Buch? Finde ich gar nicht. Wenn ich regelmäßig lese, „im Fluss“ bleibe, dann gebe ich dem Neuen, dem noch Unbekannten Raum. Lange Zeit (besonders in der langen Kleinkind-Phase) habe meist eher kurze Bibelabschnitte gelesen, manchmal den gleichen mehrfach. An vielen Tagen war „nurdie tägliche Losung (z.B. in der App) meine Bibellese. Außerdem habe ich mir gern Bibelverse abgeschrieben, schon deshalb waren meine Abschnitte immer sehr überschaubar.

Jetzt lese ich einen kürzeren Abschnitt am Vormittag und schreibe mir höchstens einen Vers daraus auf. Den längeren Abschnitt lese ich abends vor dem Schlafen, da schreibe ich aber nicht mehr. Um mir das Lesen zu erleichtern, habe ich für mein Projekt eine moderne Übersetzung gewählt (Gute Nachricht Bibel). Zuggebenermaßen gibt es Tage, da habe ich trotzdem Mühe dem Text zu folgen, weil ich zu müde bin. (Besonders wenn gerade nur eine Abstammungsliste dran ist…) Es kam auch schon vor, dass ich den Abendtext auf den nächsten Morgen verschoben habe. Andererseits passierte es durchaus, dass ich mich regelrecht „festgelesen“ habe im Alten Testament und über mein Pensum hinaus las. Wenn ich am Abend in Ruhe lese, dann klingt etwas in mir nach… Manchmal muss mein Mann mir am nächsten Tag zuhören, weil ich ihm etwas vorlesen will, das mich inspiriert hat. Irgendwie gehen wir also auch zu  zweit durch die Bibel in einem Jahr.

Mädchen mit Bibel im Arm, In einem Jahr durch die Bibel, Bibelleseplan für Mamas, MUnTermacher am Montag, bewusst im hier und jetzt

Letztlich muss jeder selbst herausfinden, was ihm gut tut und wie er sich am besten darauf einlassen kann. Dabei können diese Fragen helfen:

  • Zu welcher Tageszeit bin ich aufnahmefähig und habe am meisten Ruhe?
  • Welche Übersetzung spricht mich an? (Mit Hilfe des Bibleservers kann man schön verleichen.)
  • Hilfe mir eher ein Tages- oder ein Wochenplan? Wie lang sollen einzelne Abschnitte sein? (Natürlich kann man die Bibel auch in 1,5 oder 2 Jahren lesen…)

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“

(Matthäus 4, 4 Übersetzung: Luther)

Erkenntnisse beim Bibellesen „am Stück“

  • Es kostet weniger Zeit, als man so denkt. Nun bin ich schon fast durch die Hälfte der Bibel und es war gar nicht schlimm 🙂
  • Es gibt etwas zu entdecken im Alten Testament. Oft dachte ich: Das kenne ich schon alles. Und auf einmal steckte ich mitten in einer Geschichte, die emotional mitnimmt, die mit Speed vorangeht und tatsächlich spannend ist. Echt! Immer wieder entdeckte Details, die ich entweder bisher überlesen, vergessen oder nie gehört hatte… (Nicht alles ist ja kindergottesdiensttauglich.) Durch das schnelle Vorankommen entdeckte ich Lebenlinien der Personen, Ähnlichkeiten zwischen Lebensgeschichten oder Hinweise auf das Kommen Jesu, über die ich staunte.
  • Man kann zwischen den Zeilen lesen im Neuen Testament. Wenn ich einen Brief im neuen Testament am Stück las (hey, Briefe liest man normalerweise immer am Stück!), dann spürte ich den Ton, die Absicht und einfach den Gesamteindruck viel besser. Auf einmal fiel mir auf, wo Schwerpunkte liegen, was der rote Faden ist oder wie Paulus auf unterschiedliche Adressaten eingeht. Mit den Evangelien fange ich gerade erst an, aber ich kann mir vorstellen, dass hier besonders die Unterschiede zwischen den vier Büchern spannend sind.
  • Egal, ob ich viel oder wenig lese: Ich bleibe in Verbindung und im Gespräch mit Gott. Es kamen Fragen auf, ich entdeckte Herzensworte, fand Führung bei Entscheidungen oder auch die Aufforderung, etwas zu tun. Zum Beispiel einfach mal mutig loszugehen…

Gottes Wort ist voller Leben und Kraft. Hebräer 4, 12 MUnTermacher am Montag, FamilienLeben mit Gott

Ach, ich liebe echt meine Bibel ❤

Schriftzug vor Himmel, Deine Martha, FamilienLeben mit Gott, christlicher Blog

Und wir geht es dir mit dem Bibellesen? Schreib gern etwas in die Kommentare…

Die bunte Mischung an Beiträgen zur Reihe #bewusstimhierundjetzt findest du ganz unten in Annes Beitrag. Klavier spielen, malen und zeichnen, lesen, spazieren gehen, Brot backen… Da ist für jeden was dabei 🙂

Ich freu mich ja schon voll auf den nächsten Beitrag auf Nicis Blog Milch und Honig zum Thema „Bible Art Journalling“. Vielleicht werde ich mit diesem „Virus“ ja noch angesteckt?

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16 Kommentare zu “In einem Jahr durch die Bibel

  1. Liebe Martha,
    vielen Dank für diesen Beitrag! Da hast du dir ein tolles und zugleich herausforderndes Thema für die #bewusstimhierundjetzt-Reihe ausgesucht. Super!
    Ich selbst bin ebenfalls der Meinung, dass es SO eine wertvolle Erfahrung ist, die Bibel mal komplett durchzulesen. So liest man eben nicht immer nur das, was man kennt und mag, sondern einmal ALLES. Das kann an einigen Stellen viele Fragen aufwerfen, manche Texte sind ja nicht ganz einfach zu verstehen, aber ich stimme dir zu: Insbesondere das Alte Testament hat so viel zu bieten (so oft wird auf Jesus hin gedeutet, was ja auch das Thema meines letzten Blogposts war 🙂 ) und man erkennt den Roten Faden. Die Bibel ist eine einzige große Geschichte und daher bin auch ich ein absoluter Fan des Lesens der ganzen Bibel 🙂 Ein Plan, den ich hierzu schon ein paar Male benutzt habe, ist der Discipleship Journal Bible Reading Plan. Hier liest man täglich an 4 (!) verschiedenen Stellen. Das empfinde ich als sehr abwechslungsreich und besonders toll ist, dass jeder Monat nur 25 Tage hat. Wenn man mal einen Tag verpasst hat, kann man also alles gut nachholen. Das finde ich ermutigend, um dranzubleiben 🙂 Also vielen Dank, dass du dieses Thema hiermit angegangen bist und viel Freude und Segen beim Weiterlesen! 🙂 Liebe Grüße, Natalie

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    • Liebe Natalie, vielen Dank für deine guten Anregungen! Ja, da kann sich jeder den Bibelleseplan raussuchen, der zu ihm passt. Deinen Blogpost mit den Hinweisen auf Jesus wollte ich tatsächlich an dieser Stelle verlinken und habe es dann schlicht vergessen… mach ich gleich noch 😉 Danke dir und liebe Grüße, Martha

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      • Ach, lieben Dank Martha! 🙂 Nett, dass du meinen Blogpost verlinkt hast. Mir fiel diese passende Verbindung beim Lesen direkt auf. Total schön, dass das Lesen der Bibel von vorne bis hinten unter anderem so viele Möglichkeiten bietet, Jesus zu entdecken. Da passen unsere Texte einfach gut zusammen. 🙂 Nun bin ich gespannt, wie es in der Blogreihe weitergeht… Ganz liebe Grüße, Natalie

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  2. Liebe Martha!
    Ein schönes Vorhaben von dir!
    Ich lese gerne vormittags in der Bibel, wenn mein Naby schläft. Ich finde es schön den Tag so zu beginnen und auf diese Weise Kraft zu tanken. Auch wenn es nur ein paar Verse oder ein Kapitel ist, bewirkt es eine Menge.
    Die Bibel ist einfach Gottes Wort. Und sie hat Power.
    Liebste Grüße
    Lena

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  3. Finde ich super!
    Meine ganze Gemeinde hat das als „Projekt 2018“ vorgenommen, mit einem Bibelleseplan in einem Jahr durch die Bibel.
    Sogar unsere zwei GRoßen erproben sich daran und sind eifrig dabei.
    Finde es großartig! Weil sonst lese ich auch, aber nie so zielorientiert wie mit Plan, sondern eher mal dieses Buch, mal Jenes… ohne roten Faden.
    Bin gespannt, wie der Weg führt 🙂
    Herzliche GRüße,
    Tina

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  4. Liebe Martha!
    Auch ich lese die Bibel in einem Jahr und bin im März damit fertig. Ich habe es schon einmal gemacht und muss sagen: auch jetzt muss ich immer wieder staunen, dass es tatsächlich Abschnitte gibt, die ich nicht kannte🤣
    Du hast recht: vom Pensum her ist es durchaus zu schaffen.
    Oft habe ich auch tatsächlich gemerkt, wie Gottes Wort mich eine kontinuierliche Zeit auf eine Sache in meinem Leben aufmerksam gemacht hat. Das fand ich überaus lehrreich.
    Dennoch bin ich auch froh, wenn ich das Jahr beende und mich den Abschnitten wieder intensiver widmen kann. Evtl mit einem Kommentar dazu, oder speziellen Fragen. Dazu finde ich oft wenig Zeit, zumindest im Moment. Alles hat seine Zeit. 😊
    Gesegnete Grüße,
    Astrid

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  5. Hallo Martha
    Super Projekt! Mir musste Jesus auf die Finger klopfen damit ich mehr an die Bibel ran ging.
    (Hab das auch im uralten Video hier erzählt: https://youtu.be/ngFAgzzfQag 😉)
    Heute muss ich sagen, dass ich es echt mag zu lesen und der Teil meiner Zeit mit Jesus am „einfachsten“ läuft.
    Wünsche dir von Herzen, dass er dich auch so richtig erwischt beim Lesen und du viele Schätze zwischen und in den Zeilen finden wirst!
    Gruss&Segen
    easyfisch

    P.S. hab dich bei mir verlinkt

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  6. Finde ich total spannend! Ich lebe ja in einem völlig atheistisch bis esoterischem Umfeld und hatte als Orientierung immer nur meinen Bruder, der sehr viel Wert auf Bibelstudium legt, von daher war es von Anfang an mein Ziel, jeden Tag ca. 4 Kapitel zu lesen und somit 1x im Jahr durch die Bibel zu kommen. Für mich ist die wöchentliche Aufteilung inzwischen echt besser machbar und teilweise lese ich dann auch gerne 10 Kapitel am Stück, manchmal reicht die Ruhe, Motivation und Konzentration nur für 1. Und ich finde, dass es teilweise tatsächlich wie eben eine Pflichterfüllung Überwindung kostet, aber im Endeffekt zieht mich der Text immer wieder in seinen Bann.
    Tatsächlich empfinde ich die Bibel bei jedem Lesen als reicher und spannender als zuvor und habe immer wieder das Gefühl etwas völlig Neues zu lesen zwischen dem vielen Bekannten. 🙂
    Und vielen lieben Dank auch für die Verlinkung!

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    • Deine wöchentliche Aufteilung hat mich sehr inspiriert. Mal sehen, wie ich nach diesem Jahr weitermache… ich denke, da muss ich mri die Ziele weiter stecken. Das hast du schön beschrieben mit dem Bekannten und dem Neuen, so geht´s mir auch… Liebe Grüße, Martha

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