Geboren, um zu leuchten…

Bald ist der Zeitpunkt da: Die längste Nacht des Jahres. Wie gut, dass wir gerade so viele Lichter erstrahlen lassen in unseren Fenstern, unseren Häusern und Straßen. Von Zeit zu Zeit machen wir einen Abendspaziergang mit den Kinder „um den Block“, um das schöne Leuchten zu betrachten.

Es macht mir zu schaffen, wenn der Tag uns wenig Sonnenlicht schenkt. Manchmal frage ich mich, wie das wohl im hohen Norden ist, wo es gar nicht hell wird in dieser Zeit. Kann man das aushalten? Es wäre interessant, das einmal (eine begrenzte Zeit…) zu erleben. Vor allem Aurora borealis, die Nordlichter,  möchte ich wirklich gern einmal sehen.

Laterne im Wald, Muntermacher am Montag, geboren um zu leuchten, sind Christen bessere Menschen, du bist das Licht der Welt

Es wird noch eine Weile dauern, bis die Tage bei uns wieder merklich länger werden. Und noch länger, bis die Natur zu neuem Leben erwacht. Diese Zeit finde ich oft anstrengend. (Auch, weil die innerfamiliären Immunysteme häufig ab Weihnachten „schwächeln“ und im  Winter oft eine Krankheitszeit auf die andere folgt.) Im letzten Winter hatte ich eine Blutentnahme und ließ einfach mal aus Interesse das Vitamin D kontrollieren. „Sie haben da einen Mangel,“ sagte die Ärztin, „aber wer hat den nicht um diese Jahreszeit.“ Anscheinend gehört das dazu.

Ich hoffe, wir können ein Licht mit ins neue Jahr nehmen. Bei uns stehen die Schwibbbögen meistens ganz bewusst länger als bei den Nachbarn. Als wir einmal den Herrnhuter Stern Ostern abhängten, hatten wir ihn aber tatsächlich irgendwann einfach übersehen… 🙂 Ich meine aber vor allem eine andere Art von Helligkeit… Wir brauchen das göttliche Licht so nötig, zu jeder Zeit. Ich glaube, dass wir selbst sonst nicht leuchten können.

Stern und Leuchter im Fenster, geboren um zu leuchten, sind Christen bessere Menschen, du bist das Licht der Welt

Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12)

Heißt das eigentlich, dass Christen bessere Menschen sind? Das ist schon eine krasse Aussage, wir sind Licht der Welt! Spontan möchte man sagen: Natürlich sind Christen nicht besser, das wäre überheblich. Ich würde das jedenfalls nicht behaupten. Vielmehr  sehe das so: Ich bin bestimmt nicht besser als meine Nachbarin oder meine nicht-gläubige Freundin. Würde ich das denken, wäre ich wie der Pharisäer, der sich über den Zöllner erhebt  (Lukas 18, 9-14) Ich kenne Personen, die nach meinem menschlichen Urteil viel mehr Gutes tun als ich, ohne dass sie Jesus nachfolgen. Es gibt Kinder, die wachsen einer nicht-christlichen Familien liebevoller auf als manche Kinder in einer christlichen. Wer bin ich also, zu urteilen?

Licht vor der Tür, Laterne, geboren um zu leuchten, sind Christen bessere Menschen, du bist das Licht der Welt

Ich bin aber überzeugt davon, dass ich auf eine gewisse Art „besser“ bin, seit ich eine Beziehung zu Jesus habe. Also im Vergleich zu mir selbst. „Besser“ ist vielleicht kein glückliches Wort, ich meine vor allem „verändert“. Gläubig zu sein macht mich fähig zu Dingen, die ich vorher nicht tun konnte (oder wollte) und befähigt mich, anderes loszulassen. Es ist aber ein Irrtum, wenn ich glaube, ich kann Veränderung allein schaffen. Ich bin selbst total unfähig und mache ständig Fehler. Dieses Bewusstsein meiner eigenen Unzulänglichkeit zeigt mir, wie nötig ich Jesus habe. Oder mit den Worten der Ärztin ausgedrückt: „Sie haben da einen Mangel, aber wer hat den nicht…“ Manch einem ist das mehr bewusst als anderen. Vielleicht ermöglicht erst das Bewusstsein unserer eigenen Unzulänglichkeit, dass das göttliche Licht durch uns scheinen kann. Gott macht uns zu seinem Licht. Nicht geringer denkt er von uns!

Jesus spricht: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matthäus 5,14)

Stress lass nach, Enspannter durch die Adventszeit, Kerzen und Stern im verschneiten Garten, geboren um zu leuchten, sind Christen bessere Menschen, du bist das Licht der Welt

Doch wir sind nur die Gefäße, in die Gott etwas hineinlegt. So wie wir sind – mit all unseren Fehlern. Doch ich bin überzeugt, dass ich ohne Gott in vielen Lebensbereichen andere Entscheidungen treffen und vielleicht auch andere Prioritäten setzen würde. Das ist natürlich hypothetisch, denn ich kann nicht sicher wissen, wie es anders gelaufen wäre. Mir fallen da aber spontan zwei, drei Beispiele ein, wo ich wohl andere Werte gelebt hätte. Für mich steht fest: Wer eine persönliche Beziehung zu Jesus hat, wird verändert. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Manchmal bin ich selbst überrascht, auf welche Weise – und in welchen Bereichen…

„Der Christ ist gerufen, konkret in den irdischen Wirklichkeiten zu wirken, indem er sie mit dem Licht erhellt, das von Gott kommt.“

(Papst Franziskus via Twitter)

Eine Frage, die ich auf diesem Blog immer wieder aufwerfe, ist: Macht ein Familienleben mit Gott eigentlich einen Unterschied? Ich habe eine Meinung dazu. Wenn Familien mit Gott nicht anders wären als Familien, die ohne Gott leben, dann hätte der Glaube keinen Sinn. Stimmst du mir zu – oder klingt das für dich provokant? Was denkst du?

Mach dich auf, werde licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Jesaja 60,1

Mich interessiert sehr, was deine Meinung dazu ist. Was ist für dich anders am Familienleben mit Gott? Zuerst fällt einem vielleicht das Tischgebet oder der Abendsegen ein, aber es gibt noch so viel mehr, das sich unterscheidet… Schreib mir gern Kommentare! (Ich würde mich freuen, wenn einige Ansichten zusammenkommen, denn im neuen Jahr soll dazu ein Artikel entstehen.)

Frage zum Weiterdenken…

Was genau macht eigentlich den Unterschied an einem Familienleben mit Gott?

Ich dir noch schöne Adventstage und ein gesegnetes Weihnachstfest.

Deine

Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUnTermacher am Montag“. Übrigens der letzte im alten Jahr, denn in den Ferien macht diese Reihe eine Pause 🙂

 

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6 Kommentare zu “Geboren, um zu leuchten…

  1. Ich könnte vieles nennen, was sich verändert hat. Zum Beispiel gehen wir gnädiger miteinander um, sind weniger nachtragend, verzeihen schneller als früher. Immer im Vergleich zu dem was früher war. Ich glaube auch nicht sagen zu können, dass wir besser sind als nicht christliche Familien, aber irgendwie besser dran, weil wir für unsere Unzulänglichkeiten und Fehler Jesus haben zu dem wir kommen können und zu dem wir immer sagen können was nicht gut ist, der uns auch unsere Schuld vergibt und unser Vorbild ist und von dem wir uns führen und leiten lassen möchten. Das ist für mich ein großer Unterschied zu früher als wir noch keine Beziehung zu Jesus hatten.
    Liebe Grüße
    Ulrike

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    • Vielen Dank für deine offenen Worte, liebe Ulrike. „Nicht besser, sondern besser dran“ finde ich auch eine gute Formulierung… Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen mit dem Wort „Schuld“ oder „Sünde“ ein Problem haben. Sie haben das Gefühl, dass man – bzw. die Kirche – sie damit schlecht machen will… Insofern finde ich, dass Erkenntnis von Schuld schon ein ganz großer Schritt ist. Ich sehe auch vor allem diese Befreiung, Jesus alles bringen zu können… Sei gesegnet und liebe Grüße, Martha

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  2. Hallo Martha, das ist ein sehr interessanter Artikel und eine spannende Frage. Ich kann sie für mich nur so beantworten, dass ich viel Kraft und viel Inspiration für meine pädagogische Arbeit aus meinem Leben mit Gott ziehe. Für mich ist die Haltung der Nächstenliebe dieselbe Haltung, die auch in der bindungs- und beziehungsorientierten Pädagogik die Grundlage bildet.

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  3. Ich verstehe Dich soooo gut, liebe Martha! Mir fehlt in der dunklen Jahreszeit auch echt das LIcht und Wärme! Umso größer ist die Sehnsucht nach dem Frühling.
    Ich finde es ein gutes Bild, was Gott mit der Natur da gibt. Diese dunklen, nassen, kalten und „toten“ (mit der ruhenden Natur verglichen) Tage lassen uns erst das LIcht und die Wärme so richtig wahrnehmen und unser sehnen wird fast schmerzlich.
    Das ist der beste Vergleich zum Leben ohne Gott. Im LIcht seiner Wahrheit und LIebe und Gnade erfahre ich so richtig, wie schlimm die Dunkelheit gewesen ist und das tief im Herz die Sehnsucht in uns Menschen schlummert Gottes Licht zu finden.
    Ein schöner Beitrag!
    LG,
    Tina

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