Trauer teilen

Die Geschichte einer Fehlgeburt

Eine Frau hatte zwei gesunde Kinder. Auf ihre dritte Schwangerschaft musste sie eine Zeit warten, das war nicht leicht. Aber dann wurde sie schwanger und fühlte sich mit diesem Kind reich beschenkt. Sie und ihr Mann hätten gern noch ein viertes Kind gehabt. Dieses Mal wurde sie überraschend schnell schwanger und war sehr dankbar dafür. Bisher waren alle Schwangerschaften gut verlaufen. Ein paar Tage nach dem positiven Schwangerschaftstest schlief sie jedoch sehr unruhig. Am Morgen bekam sie starke Blutungen. Sie wusste sofort, dass diese Schwangerschaft zu Ende war. Ihr wurde bewusst, dass sie es eigentlich in der Nacht schon geahnt hatte. Sie war auf eine gewisse Art vorbereitet. Dennoch war sie sehr traurig.

Traurigkeit, Fragen und der Alltag

An diesem Tag musste sie zu einer wichtigen Prüfung. Sie dachte darüber nach, sich krank schreiben zu lassen. Aber dann hätte sie zum Amtsarzt und vielleicht noch zu einem Gynäkologen gemusst. Sie fühlte sich unfähig, an diesem Tag mit einem Arzt auch nur zu sprechen. Also ging sie zur Prüfung, obwohl es ihr auch körperlich nicht gut ging.  Ihre Gedanken waren woanders. Sie fragte sich, ob man so früh eigentlich traurig sein darf. Traurig über was eigentlich? War das schon ein Kind gewesen – oder nur ein Zellhaufen? Auf dem Ultraschall hätte man noch gar nichts gesehen. Sie fragte: „Gott, ist mein Kind jetzt bei dir, obwohl es noch so winzig war?“

Gedankenversunken lief sie durch die Uni zu dem Raum, in dem die Prüfung stattfand. Plötzlich spang ihr ein Plakat ins Auge, das an der Tür hing. Es ging um ein pädagogisches Thema, aber sie sah nur diesen einen Satz: „Kein Kind darf verloren gehen!“ Sie gab sich Mühe, nicht zu weinen. Nicht hier. Sie nahm die Prüfungsaufgaben entgegen und war dankbar, dass ein Thema dabei war, das sie einfach auswendig und ohne denken zu müssen herunterschreiben konnte.

Gemeinsam trauern

Ihre Kinder bemerkten ihre Traurigkeit. Hier duften die Tränen sein. Sie erklärte ihnen, was passiert war und die Kinder verstanden. Ihr Mann betete für sie. Die Kinder malten Bilder für das Baby. Sie schrieben Briefchen, gaben ihr kleine Basteleien. Alles legten sie in einen Karton, den sie bunt beklebten. Eine „Erinnerungskiste“. Sie spürte, wie gut es ihr tat. Die Kinder betrachteten das winzige Baby nicht als „Zellhaufen“. Sie malten Bilder mit einem Baby im Kinderwagen. Es war gar nicht wichtig, wie lange sie schwanger gewesen war. Die Bilder zeigten die Hoffnung auf eine Zukunft, die es so nicht geben würde und von der sie sich verabschieden mussten.

Einige Tage später sagte die Ärztin: „Es ist alles gut abgeblutet, ihr Körper hat das allein geschafft. Sie können wieder schwanger werden.“ Und dann war alles vorbei. Der Bauch leer und der Mutterpass auch. Es hatte noch kein Ultraschallbild gegeben. Nur den positiven Schwangerschaftstest, die ersten unsicheren Anzeichen, dass etwas anders ist als sonst. Der Karton mit den Erinnerungen wurde ihr sehr wertvoll. Etwas, das man in den Händen halten konnte, be-greifbar. Die Erinnerungsstücke waren ein Beweis dafür, dass da nicht einfach „nichts“ gewesen war.

Die Kinder wollten dem Baby einen Namen geben. Sie fand das zunächst befremdlich. Es war ja noch so klein, man wusste doch gar nicht, was es überhaupt geworden wäre. Das älteste Kind sagte: „Doch, klar, das war unser Bruder T.“ Kein Kind darf verloren gehen.

Kinder gehen häufig sehr unbefangen mit dem Tod um. Sie stellen manchmal Fragen, die wir pietätlos finden oder seltam. Zuweilen haben sie Gedanken, die wir nicht ganz nachvollziehen können. Aber wir können auch von ihnen lernen. Zum Beispiel das Reden, das Fragen und das Trösten.

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Zeit der Angst

Die Frau mit den drei Kindern war ich. Dies ist meine persönliche Geschichte. Ich habe nach meinem dritten Kind eine frühe Fehlgeburt gehabt. Drei Monate später war ich wieder schwanger. Es ist doch unwahrscheinlich, dass so etwas zweimal nacheinander passiert, dachte ich. Oder? Ich wollte nicht wahrhaben, dass auch mit der nächsten Schwangerschaft etwas nicht in Ordnung war. Ich hatte Schmierblutungen, so etwas kannte ich sonst nicht. Ich wartete vergeblich auf die Übelkeit. Mir hätte doch längst schlecht sein müssen, das wäre ein gutes Zeichen gewesen…

„Ich schwebe zwischen Angst und Hoffnung.“ (aus dem Tagebuch)

Wir weihten Freunde ein und sie beteten für uns.

Schließlich ging ich wieder zu meiner Ärztin. Mit der Ultraschalluntersuchung zerplatzte alle Hoffnung. Ich sollte zurück ins Wartezimmer gehen, um noch auf die Blutabnahme zu warten. So saß ich dort in Tränen aufgelöst zwischen betreten schauenden Frauen mit dicken Bäuchen. Als mir Blut abgenommen wurde, sagte die Arzthelferin: „Oh, Sie haben ja heute Geburtstag, das ist ja schlimm.“ Eine andere kam dazu, legte mir den Arm auf die Schulter und sagte: „Ach, für so etwas gibt es keinen guten Tag.“ Für diesen Satz hätte ich sie am liebsten umarmt.

„Es war schlimm – aber es war Gewissheit.“ (aus dem Tagebuch)

„Wer keinen Halt mehr hat, den hält der Herr.“ (Psalm 119,81)

Mein Körper hat es ein zweites Mal gut allein geschafft. Wir gestalteten eine zweite Erinnerungskiste und meine Kindern beschlossen, dass das Kind ein Mädchen geworden wäre und gaben ihm einen Namen.

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Ich war mir nicht sicher, ob ich jetzt gleich wieder schwanger werden wollte. Ich war wirklich verletzt, aber versuchte zu vertrauen. Als es soweit war, hatte ich viel Angst. Ich hätte ich meinem Mann gern verboten, über den Entbindungstermin und über Elternzeit zu reden. „Ich freue mich jetzt erstmal noch nicht,“ verkündete ich. Was für ein hilfloser Plan… Natürlich freute ich mich doch! Aber da war auch die Angst. Manchmal wachte ich  schweißgebadet auf und war mir mitten in der Nacht sicher, dass ich dieses Kind wieder verlieren würde, ohne dass es einen Grund gab. Ich wunderte mich fast, dass ich keine Blutungen bekam. Von Woche zu Woche ging es mir besser, doch gewisse Ängste blieben bis zum Ende der Schwangerschaft. Verrückt, denn objektiv betrachtet sind Kinder zu keinem Zeitpunkt sicherer als im Bauch ihrer Mutter. Trotzdem musste mein Kind erst im Arm halten, um aufatmen zu können.

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33)

Was mir geholfen hat…

Keine Worte. Stattdessen eine Umarmung.

Weinen.

Schreiben und malen, allein und mit den Kindern.

Gespräche mit der Hebamme. (Nach einer Fehlgeburt gibt es einen Anspruch auf Betreuung…)

Worte von anderen:

„Mir ist das auch passiert.“ Das hörte ich in der Zeit oft, und war ganz erstaunt. Gerade bei Frauen mit mehreren Kindern sind es so viele, die diese Erfahrung machen mussten… Es tat wahnsinnig gut zu spüren, dass andere wissen, wie es einem geht.

„Es tut mir leid.“

„So eine Sch***“ (Ich hatte am Anfang Wut in mir. Diese Worte trafen es in dem Moment einfach…)

„Ich bete für dich.“

„Wie geht es dir?“

„Willst du reden?“

„Darf ich dir etwas helfen?“

„Auch die ganz Kleinen sind geborgen bei Gott.“

Ein Buch. Eine Kerze. Eine Engelfigur. Etwas zum Anfassen.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es seit ein paar Jahren die Möglichkeit gibt, sein Baby ins Familienstammbuch eintragen zu lassen, auch wenn es bei der (Fehl)Geburt weniger als 500 g gewogen hat. Die stellt eine entscheidende Änderung dar, denn es zeigt, dass Menschsein nicht an einer Grammzahl festgemacht werden kann. Vielen betroffenen Eltern hilft es, das Kind eintragen zu lassen. Diesen Schritt kann man auch im Nachhinein noch machen.

Was vermutlich niemandem hilft…

„Bestimmt wäre das Kind behindert gewesen.“ Das ist möglich. Aber darum geht es in diesem Moment nicht.

„Du hast ja schon drei Kinder.“ Das ist wahr. Aber darum geht es in diesem Moment nicht.

„Du kannst ja noch weitere Kinder bekommen.“ Das hofft man. Aber darum geht es in diesem Moment nicht.

„Der Herbst ist sowieso keine schöne Zeit, um ein Kind zu bekommen.“ Ohne Worte.

„Da war ja noch gar nichts, nur ein Zellhaufen.“ Das ist biologisch gesehen vielleicht wahr. Aber da war noch viel mehr… Hoffnung, Freude, Pläne, Gedanken, Liebe.

„Zum Glück ist es so früh passiert.“ Das ist vielleicht leichter. Aber auch darum geht es in diesem Moment nicht.

„Vielleicht hattest du zu viel Stress.“ Da schwingt mit: Du hast Schuld daran. Meine Hebamme sagte, dass vieles eine Fehlgeburt auslösen kann. Bei einer intakten Schwangerschaft aber hält ein Baby auch vieles aus, Stress oder harte körperliche Arbeit der Mutter, sogar Hunger und Krieg… Wir Mütter sind nicht schuld.

Meistens sprechen Frauen in den ersten 12 Wochen nicht darüber, dass sie schwanger sind, weil in dieser Zeit relativ häufig Fehlgeburten passieren. Für mich war das Geheimhalten aber vor allem innerhalb der Familie, mit meinen Kindern und engen Freunden nicht vorstellbar. Jede Frau muss das selbst entscheiden. Wer sich entschließt, seine Fehlgeburt „öffentlich“ zu machen, kann unter Umständen mit schmerzenden Worten konfrontiert werden. Aber er eröffnet damit auch erst die Möglichkeit, seinen Schmerz mit anderen zu teilen und Trost zu erfahren.

Festhalten an Gott

Heute können Schwangerschaften zum Teil schon vor dem Ausbleiben der Regel festgestellt werden (man darf ruhig fragen, ob das wirklich sinnvoll ist…). Kaum weiß eine Frau, dass sie schwanger ist, geht sie zum Arzt. Dabei sind Ärzte normalerweise zuständig bei Krankheit. Es ist gut, dass wir heute so viele medizinische Möglichkeiten haben, aber die ganze vorgeburtliche Diagnostik ist auch eine große Last. Das gilt besonders da, wo sie routinemäßig eingesetzt wird und man sich nicht frei für oder gegen eine Untersuchung entscheidet. „Darauf verzichten eigentlich nur Frauen, die es sich wirklich nicht leisten können,“ sagte einmal eine Ärztin mit vorwurfsvollem Unterton, als ich ihr Super-all-inclusive-Ultraschall-Paket einfach ablehnte. „Es geht um die Gesundheit ihres Kindes!“ Ach ja?

Früher sagte man, die Frau ist „guter Hoffnung“. Wo hat die heute noch einen Platz? Sie weicht oft einer scheinbaren Gewissheit, dass (fast) alles machbar ist. In Wirklichkeit haben wir es überhaupt nicht in der Hand, ob wir am Ende der Schwangerschaft ein gesundes Kind in den Armen halten werden. Dessen waren sich früher die Menschen vielleicht einfach bewusster. Mir persönlich war meine Abhängigkeit von Gott nie so bewusst wie in den Schwangerschaften, besonders in den nach den Fehlgeburten. Gerade die Zeiten, in denen ich ihm täglich meine Ängste hinlegte, sind mir im Nachhinein sehr wertvoll.

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23,1)

Trauer als persönlicher Weg

Ich glaube, dass es gut ist, wenn Frauen heute offener über Fehlgeburten reden und ihre Erfahrungen teilen können. Als ich eine Zeit in einem Altenpflegeheim arbeitete, fiel mir auf, wie häufig die Frauen dort über ihre Kinder sprachen. Und zwar nicht nur über die Kinder, die sie wirklich großgezogen hatten. Immer wieder beschäftigten sie die Kinder, die sie gern noch gehabt hätten oder die sie in der Schwangerschaft verloren hatten. In dieser Lebensphase sprachen sie aus, worüber sie vermutlich eine sehr lange Zeit nicht hatten reden können, weil Fehlgeburten früher noch mehr verdrängt wurden als heute. Manches war grausam und einige Geschichten hörte ich mehrfach, aber ich habe den Frauen gern zugehört und daraus gelernt, dass Trauer einen Raum braucht. Sogar Trauer um Kinder, die es nie vom Kopf einer Frau in ihren Bauch geschafft haben. Abschied vom Kinderwunsch, ein eigenes Thema…

Meine Erfahrung ist eine persönliche. Manche Frauen stecken eine frühe Fehlgeburt gut weg, andere haben es schwerer damit. Beides ist in Ordnung. Mir ist auch klar, dass die Trauer eine andere ist, wenn das Baby schon länger im Bauch war, wenn man vielleicht eine Ausschabung oder eine kleine/ stille Geburt erlebt hat. Ein Baby, das man schon spüren konnte, dem fühlt man sich noch einmal anders nah. Ich kann mir kaum ausmalen, wie es sein muss, ein Kind kurz vor oder nach der Geburt zu verlieren. Meine persönliche Erfahrung ist für mich wie eine kleine Ahnung dessen, was andere Frauen erleben mussten. Trotzdem ist Trauer nicht vergleichbar. Meine persönliche Trauer hatte einen Zeitrahmen, der irgendwann zu Ende war, ich konnte sie loslassen.

„Ich bin nicht mehr wütend.“ (aus dem Tagebuch)

Manchmal habe ich heute noch Tränen in den Augen bei einem bestimmten Lied, weil ich mich erinnere. Aber dann weine ich schmerzfrei, ja, fast froh meine Tränen in Gottes Hände. Ich sehe mir meinen sechsjährigen Sohn an, den es nicht geben würde, wenn das andere Kind auf die Welt gekommen wäre. Zu diesem Schluss komme ich persönlich. Ich hätte das nicht von jemand anderem hören wollen (siehe: Was hilft nicht…). Aber wenn ich es selbst so erlebe und in Worte fasse, dann darf das so stehen bleiben.

„Der Herr wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben.“ (1. Mose 24, 40 – Tageslosung am Tag meiner Fehlgeburt)

Brief an das ungeborene Baby, Fehlgeburt, mit Kindern trauern, Trauer teilen

In der Bibel steht kaum etwas über das Thema Fehlgeburt. Diesen einen Vers fand ich wenig tröstlich…

„Als ein Nichts kommt sie, in die Nacht geht sie, namenlos und vergessen. Das Sonnenlicht sieht sie nicht, was Leben ist, weiß sie nicht; doch Ruhe hat sie gefunden.“ (Prediger 6,4)

Meine Gedanken…

Gedicht FamilienLeben mit Gott Fehlgeburt, mit Kindern trauern, Trauer teilen

Seither ist es mir noch wichtiger geworden, an andere Mütter zu denken, die ein Kind verloren haben. Eine Möglichkeit ist, am 2. Sonntag im Dezember eine Kerze ins Fenster zu stellen. Bei diesem Worldwide Candle Lighting wird jährlich der Kinder gedacht, die gestorben sind… Die Kerzen werden jeweils um 19 Uhr angezündet. Durch die Zeitverschiebung entsteht so eine Lichterwelle über diese Erde.

I have a light and it always shines.
It shines in the day
and it shines in the night.
When the dark days come
and the sun isn’t bright,
I will be shining, for I have a light.

(„I have a light“ – Don Potter)

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20)

Heute mal stille Grüße…

Deine

Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

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Zum Weiterlesen und -hören:

Daniela hat auf ihrer Seite Eltern sein – Familie leben einen Hörbeitrag zum Ewigkeitssonntag veröffentlicht. Sie spricht mit einem Pfarrer und erfahrenen Seelsorger über die Themen Trauer, Tod und Abschied.

Das Buch „Leise wie ein Schmetterling“  von Ute Horn bekam ich nach der ersten Fehlgeburt in die Hände und fand es hilfreich.

„Fehlgeburt in der Bibel“ von Hanna Strack In diesem Text sind Bibelstellen zusammengestellt, bei denen es um Fehlgeburten geht. Eine mutmachende Schlussfolgerung von Hanna Strack: „Die wahrhaft menschliche Erkenntnis, dass Fehlgeburten auch Menschen sind, ist hinter diesen Texten der Bibel deutlich erkennbar. Diese schmerzlichen Erfahrungen, die Eltern zu allen Zeiten machen müssen, gehören zum Leben, wie wir es vor Gott stellen.“

Ist die Schwangerschaft schon vorangeschritten, raten Ärzte meist zu einer Ausschabung bzw. Einleitung. Dies ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit. Mehr Informationen: http://www.hebammenwissen.info/fehlgeburt-ohne-ausschabung/

 

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13 Kommentare zu “Trauer teilen

  1. Ach, liebe Martha, danke für diesen berührenden Text. Wir haben unser erstes und unser viertes Kind jeweils in der dreizehnten Woche verloren. Nach der ersten Ausschabung sagte die Frauenärztin zu mir: „Sehen Sie, alles wieder sauber, alles wieder gut“ Wir wollten gerne darüber sprechen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das niemand hören wollte, eher waren viele peinlich berührt. Beim zweiten Mal haben wir geschwiegen. Wir haben auch nie mit den Kindern darüber gesprochen, aus dem Impuls heraus, sie bewahren zu wollen. Heute sehe ich das anders. Und ich trage diese Sternchen in meinem Herzen, sie gehören zu uns und ich denke tatsächlich sehr oft an sie. Kein Kind kann das andere ersetzen, aber unsere Zwillinge sind schon ein gottgeschenkter Trost. Ich wäre dankbar und froh, wenn es kein Tabuthema bliebe, denn ich kann mir lebhaft vorstellen, dass viele Frauen bzw Familien um diese Kinder trauern. Sei ganz lieb gegrüßt., deine Sandra

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    • Liebe Sandra, das tut mir sehr leid, dass du das erlebt hast. Und es tut mir auch leid, dass du diese Reaktionen bekommen hast. Wahrscheinlich ist das einfach Hilfosigkeit, aber das ist echt traurig… Vielleicht ist es im echten Leben doch noch viel mehr ein Tabu, als es manchmal im Internet scheint. Es gibt ja schon einige Blogartikel zu dem Thema, zum Beispiel… Am Worldwide Candel Lighting brennt meine Kerze auch für dich und deine Kinder, sei lieb gegrüßt, Martha

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  2. Ein sehr bewegender Text! Vielen Dank für deine Offenheit! Und vor allem für das, was man nicht hören will. Wer sowas nicht persönlich erlebt hat, dem fällt es oft schwer, sich hinein zu versetzen. Daher hilft es sehr, zu lesen, was hilft, oder eben auch gar keine Hilfe ist.
    Danke!
    Herzliche Grüße, Astrid

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    • Liebe Astrid, ich glaube auch, dass diese Reaktionen gar nicht böse gemeint sind. Im Nachhinein kann ich das auch gut vergeben. Und vielleicht ist es auch bei jedem ein wenig unterschiedlich, welche Worte ihm gut tun… Vielleicht habe ich auch schon verletztende Worte zu Trauernden gesagt. Wichtig ist wohl, achtsam und liebevoll in Verbindung zu bleiben – und zu vergeben. Liebe Grüße, Martha

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  3. Liebe Martha, danke für deine Offenheit. Sie spricht zu mir und berührt mich sehr. Danke auch für den praktischen Ansatz, was du hören wolltest und was nicht. – Das Lied von Don Potter liebe ich. Eine herzliche Umarmung, Sonja

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  4. Ich heule gerade Rotz und Wasser, weil es mich sehr berührt und ich auch an unser Engelchen da oben denken muss… Darüber sprechen fällt mir deutlich schwerer als dir.
    Vielleicht sind es auch Freudentränen der Dankbarkeit, denn wir haben es noch einmal gewagt und in diesem Moment schlummert ein gesundes Baby neben mir. Nein, kein Ersatz, unser Engelchen bleibt einmalig und hat einen festen Patz im Herzen. Danke für den Hinweis mit dem Worlwide Candle Lighting!

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    • Du Liebe, ich drück dich ganz doll! Vielleicht ist es bei mir leichter (geworden), weil schon einige Zeit dazwischen liegt. Ich glaube aber auch, dass uns allen das gemeinsame Bearbeiten gut getan hat. Deine Kids waren ja einfach noch kleiner… Wir zünden auch eine Kerze an! Liebe Grüße, Martha

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