Ruhe! Und wie ist das bei dir?

Eine Interviewreihe

Der Bible-Blog zu Gast bei FamilienLeben mit Gott

Wie kann man in einem vollen Alltag zur Ruhe kommen? Wo hat diese ihren Platz, wenn die Familie, die Arbeit, das Ehrenamt oder alles auf einmal einen fordert? Zum Auftakt dieser Reihe habe ich euch das Buch „Warum Ruhe unsere Rettung ist“ von Tomas Sjödin vorgestellt, das mich echt inspiriert hat. Aber wie siehst du das persönlich mit der Ruhe?

Ich habe andere christliche Blogger, deren Alltag auf ganz verschiedene Weise herausfordernd ist, nach ihren Ansichten und Erfahrungen gefragt. Ich freu mich auf diesen Blick über den Tellerrand! Es geht also los mit…

Florian Hettig von Plakatschmiede.com – Bible-Blog

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Florian | Plakatschmiede.com – Bible-Blog

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Die Bibel ist das heißeste Buch der Welt.

Wenn man ihr glaubt…

Das macht neugierig… Florian, warum schreibst du diesen Blog überhaupt?

Florian: „Schreiben ist für mich ein aktives Nachdenken über die Grundlagen des Lebens. Ein Philosophieren, Überlegen, Recherchieren und gleichzeitiges Produzieren. Ich liebe es. Und ich finde es wichtig! Innezuhalten, auf die Karte zu schauen. Denn Worte können die Welt in Brand versetzen oder die Herzen zum Leben entzünden! „Spring! Spring! Spring!“ sagte ich zu dem, der am Abgrund stand und fügte ein weiteres Wort hinzu: „Spring – nicht!“ Worte bewegen Herzen. Herzen bewegen Menschen. Menschen bewegen die Welt.

Ich schreibe diesen Blog, weil ich gerne schreibe. Und weil ich Gott entdeckt habe, ihn für gut befand und es mir fortan wichtig ist, dass auch andere ihn kennenlernen.“

Florian, wo liegen bei dir die Herausforderungen, im Alltag zur Ruhe zu kommen?

Florian: „Ruhe? Wer sagt, dass ich zur Ruhe kommen will?!

Es gibt doch so viele tolle Aufgaben zu tun!! Ich will doch AKTIV sein!! Ich will doch die WELT verändern!! Es gibt doch so viele WICHTIGE Dinge auf diesem Planeten zu tun!! Ne, also das hat sich bei mir als Christ wirklich verändert! Während ich früher ein richtig fauler Sack war, eine Couch-Potato, freue ich mich heute schon am Samstag darauf, dass bald wieder Montag ist! Endlich wieder was tun! Weiter machen. Gestalten.

Ruhe wird überschätzt! Es nervt mich, seitens der EKD, von Gott ständig nur in Verbindung mit Ruhe zu hören. Haben wir denn einen schlafenden Gott?! Hat er denn so eine schöne lange Schlafmütze auf? Kein Wunder, dass die Leute im Gottesdienst einschlafen! Nein, MEIN Gott hat die LEBENDIGKEIT geschaffen! Gott hat an EINEM Tag geruht, aber an 6 gearbeitet! Nicht an 5… Urlaub? Rente? Wo steht das in der Bibel?!

Stop. An dieser Stelle muss ich auch einen kompletten Umbruch machen. Wir leben (Deutschland, 2017) auch in einer hektischen Zeit. Wir machen uns ja selbst diesen Terror. Hetze. Weil wir viel zu viele Dinge in die 24 Stunden reinstopfen wollen. In meiner eigenen Jugend war noch ganz anders. Die Welt war VIEL ENTSPANNTER! Alte Filme können uns noch einen zaghaften Eindruck davon vermitteln. Kaum vorstellbar seit einigen Jahren.

Dahinter steht ANGST! Angst den Arbeitsplatz zu verlieren. Wenn ich die Erwartungen nicht erfülle. Und warum wäre das so schlimm? Weil ich dann meinen Lebensstandard nicht halten kann! Weil ich dann nicht versorgt wäre! – Gott hat aber zugesagt, dass er mich versorgt! Also steht dahinter auch UNGLAUBE. (Danke, EKD!) Was wäre denn der bessere Lebensstandard? Das Luxusobjekt? Oder auch mal Ruhe? Entspannung? Gelassenheit.

Ruhe ist notwendig.“

Hast du kleine „Ruheoasen“ im Alltag? Wie sehen die aus?

Florian: „Meine Ruheoase (die aber auch STÄNDIG erkämpft werden will!) ist GOTT HIMSELF.

Gott gibt mir Wert!

In GOTTES Augen (nicht in deinen, vielleicht nicht mal in meinen eigenen) aber in GOTTES Augen bin ich wertvoll!!! Und zwar SOVIEL, dass er seinen eigenen Sohn für mich hergab!!! Der hat 10 Milliarden Euro für mich auf den Tisch gelegt!! Das bin ich nicht wert. Aber er hat’s trotzdem gemacht! Verstehe ich nicht – weiß ich nicht – aber IST so! Gott hat für mich ’ne RICHTIG FETTE SUMME auf den Tisch gelegt, weil er sich gesagt hat: „Diesen Florian will ich haben! DER SOLL LEBEN!“ Und dann komme ICH daher und überlege: „Ouh, ob er wohl noch einen weiteren Euro fuffzig hat?“ Die Bibel drückt das so aus: „Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken?“ (Römer 8,32 NL)

Der Glaube an Gott, dieses VERTRAUEN in Gottes Wort, gibt mir Wert – und damit Ruhe! Im Alltag, jederzeit! Aber natürlich ist das auch jeden Tag umkämpft, angefochten, auf die Probe gestellt. Man(n) muss sich das Land erkämpfen, d.h. Glauben halten.“

Gibt es Tätigkeiten oder Rituale, die dir helfen, zur Ruhe zu kommen?

Florian: „Nö.

Ich mache mir bewusst, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich den Bus oder Zug verpasse. Wenn ich den Job verliere. Oder wenn jemand sauer auf mich ist. Ich mache mir bewusst, dass ich zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt, Jesus um Hilfe bitten kann. Auch ohne Handy. Das entspannt. Und gibt KRAFT für neue Taten.“

Was möchtest du in Bezug auf Ruhe noch lernen?

Florian: „Ich möchte lernen noch mehr auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten.“

Du hast plötzlich unerwartet eine Stunde Ruhe. Was tust du?

Forian: „Ein Buch lesen. Und wenn ich keins habe, schaue ich ‚aus dem Fenster‘. Ich sehe mir die Welt an, beobachte sie. Zusammen mit Gott. Es ist spannend was man alles entdecken kann!

Früher habe ich es gehasst, unerwartet warten zu müssen. Aber durch Jesus bin ich viel geduldiger geworden. Es stört mich nicht mehr, z.B. an der Supermarktkasse warten zu müssen. Das ist cool!“

Ruhe – allein oder gemeinsam?

Florian: „Alleine. Alleine mit Gott.

Aber ich habe auch schon erlebt, dass Gemeinschaft mich viel mehr zur Ruhe gebracht hat.“

Verbindest du Ruhe mit einem konkreten Ort?

Florian: „Eigentlich nicht. Aber es ist mir ein großes Phänomen, dass die Natur auf uns „beRUHEnd“ wirkt! Straßenverkehr, Flugplatzlärm, das Rauschen einer Autobahn – nur die Worte sagen uns schon, dass das Kopfschmerzen verursacht. Permanentes Vogelgezwitscher dagegen, ein Waldspaziergang, das Rauschen eines Wasserfalls – es scheint fast: Gottes Schöpfung versus unserer Schöpfung. Hm…“

Sonntag: Tag der Ruhe?

Florian: „Kurioserweise war der Sonntag viel mehr ein Ruhetag für mich, als ich noch kein Christ war. Ich schlief aus, so lange ich wollte und hatte für den Tag absolut keine Planungen. Herrlich! Ich wurde Christ und hatte fortan jeden Sonntag Vormittag einen Termin. Einen Termin mit Herausforderungen, mit Begegnungen, später mit Diensten und inzwischen auch schon mit Terminplanungen für die kommende Woche. Wie ein Basar wirbelt alles um einen herum und das Wochenende (früher von Samstag Mittag bis Sonntag Nacht) schrumpft auf die Zeit zwischen 16.00 und 20.00 Uhr – wenn keiner anruft.

Es scheint einer der größten Widersprüche im Christentum zu sein. Aber auf den Gottesdienst verzichten, auf Begegnungen, auf Gottes Wirken und alle anderen die Arbeit tun lassen, möchte ich auch nicht. Lösungen müssen her! Vielleicht Abendgottesdienst, vielleicht alle 4 Wochen „planlos“. Vielleicht mehr innere Ruhe. Loslassen von „ein guter Christ sein“.“

Heute Ruhetag, bitte nicht stören. Warum Ruhe unsere Rettung ist, Ruhe, Sonntag, Zeit.

Das verbinde ich mit Ruhe…

Entspannt sein.

Zeit haben.

Keine Planung.

Nicht Nichts-tun.

Nichts tun.

Genießen.

Natur.

Versorgt sein.

Open End.

Ruhe ist…

notwendig.

Wer auf den Boxenstopp verzichtet, überholt alle anderen.

Um dann mit Motorschaden kurz vor dem Ziel liegen zu bleiben…

 

Bei Gott allein kommt meine Seele zur RUhe. Psalm 62, 2

… weil Gott erfahrbar ist.

So steht es im Untertitel zu Florians Blog und dazu steht er auch persönlich. Besonders die Rubrik „Meine Story“ möchte ich euch an dieser Stelle ans Herz legen. Florian bietet außerdem auf seiner Seite Plakate zum Beispiel für Gemeinde-Schaukästen an. Die hintergründigen Motive von Plakatschmiede.com laden zum Nach- und Weiterdenken ein. Florians Blogbeiträge drehen sich um ganz unterschiedliche Lebensbereiche. Passend zum Thema Ruhe möchte ich den Artikel „Ruhe! Details entdecken…“ empfehlen. Übrigens: Auch Florians Buchtipps für Männer hören sich recht vielversprechend an…

Vielen Dank, dass du bei FamilienLeben mit Gott zu Gast warst, Florian!

Lagerfeuer, Pfadfinder: Gehorsam oder Wertevermittlung

Folglich steht die versprochene Ruhe, der große Sabbat, dem Volk Gottes erst noch bevor. Denn wer in die Ruhe Gottes gelangt ist, ruht auch selbst aus von seiner Arbeit, so wie Gott ausruht von der seinen. Wir wollen also alles daransetzen, zu dieser Ruhe zu gelangen!“ (Hebräer 4, 9-11 Übersetzung: Gute Nachricht Bibel)
Wie geht es dir mit dem Thema Ruhe? Hast du Lust, bei der Interviewreihe mitzumachen? Dann nimm mit mir Kontakt auf und ich schicke Dir gern den Fragebogen…
Deine
Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

 

 

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2 Kommentare zu “Ruhe! Und wie ist das bei dir?

  1. Grins… Ruhe ist ein Thema, welches als Mutter wirklich seeeehr zwiegespalten ist 🙂
    Gerade mit „Stiller (ruhiger)“ Zeit 🙂
    Finde Deine Reihe spannend und bin neugierig, wie verschieden alle Menschen das wahrnehmen.
    Liebe Grüße,
    Tina

    Gefällt 1 Person

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