Die beste Zeit des Tages

Ich traue mich kaum, es laut zu sagen: Ich hatte eine (fast) kinderfreie Zeit. (Ein Teenager in der Ferienzeit zu Hause zählt ja eigentlich nicht.) Leider sagen viele Mütter: „Das würde mein Mann niiiie machen, mit den Kindern allein irgendwohin fahren.“ Und weil ich das ziemlich traurig für die Frauen finde, spreche ich lieber nicht so viel darüber. Morgens beim Bäcker kaufe ich ein (!) Brötchen und die Bäckersfrau sagt: „Da hast du schon Glück mit deinem Mann, oder?“ Und ich antworte aus ganzem Herzen: „Oh ja!“

Wie war nun meine freie Zeit? Es ist doch etwas seltsam. Wenn ich nur eine Stunde freie Zeit habe, dann nehme ich mir so viel vor, dass es für drei Stunden locker reichen würde. Und bei einem freien Tag fällt mir genug für eine ganze Woche ein. Es war wirklich ganz toll, ich hab viel geschafft. Aber ich muss da echt an mir arbeiten, mich nicht selbst so „zuzubauen“. Ich freue mich über jedes Puzzleteil: der aufgeräumte Keller, der geschriebene Text, das Nähwerk, Zeit zum Bibellesen, ein Brief, die Zeit mit Freundinnen. Aber in der Summe war es doch sehr viel. Mein innerer Antreiber lässt sich eben in der freien Zeit nicht so einfach ausknipsen.

Uhr, Muntermacher am Montag, Meine Zeit steht in Gottes Händen, Wie wir unsere Zeit füllen

Ich wünsche mir, dass aus meiner gefüllten Zeit gefühlte Zeit wird.

Zeit, in der nichts zählt als das, was ich im Hier und Jetzt gerade tue und erlebe.

Wann ist eigentlich deine produktivste Zeit am Tag? Bist du eher eine Nachteule oder eine morgens aktive Lerche? Bei mir ist ganz eindeutig der Morgen die beste Zeit. Ich komme (meistens) gut aus dem Bett und könnte mich sofort an den Schreibtisch setzen und kreativ produktiv sein. Nun habe ich aber eine Familie, und bis ich an den Schreibtisch kann, vergeht viel Zeit. Ich wecke erstmal die Kinder, helfe beim Anziehen, schmiere unzählige Pausenbrote mit diversen Extrawürsten, erinnere, damit keiner etwas vergisst, begleite in die Schule oder in den Kindergarten, organisiere den Tag vor, beseitige das gröbste Chaos und kaufe vielleicht noch ein. Und dann… ach, dann kann man eigentlich schon wieder anfangen Mittagessen zu kochen. Es gab schon Momente, da dachte ich: „Wie schade, meine beste Zeit am Morgen, die kann ich nie wirklich nutzen.“

Doch jetzt, in dieser Zeit ohne Verpflichtungen (außer meinen eigenen), dreht sich der Gedanke um. Ich vermisse meine Familie schon bald. Eigentlich schon in dem Moment am Bahnhof… Doch da war natürlich erstmal die Freude über die freie Zeit! Und so etwa nach der halben Zeit, da nahm die Sehnsucht echt zu. Ach, ist das schön, wenn alle wieder da sind! Und nun, am Montag nach den Ferien, fängt der Alltag wieder an. Wecken, anziehen, Schulbrote schmieren, zum Kindergarten laufen… Und ich denke: „Das ist meine beste Zeit am Tag. Ich kann meine „beste Zeit“ meinen Kindern schenken.“

Durch meine kleine Auszeit kann aus der mit Aufgaben gefüllten Zeit wieder gefühlte Zeit werden… Was für ein Geschenk!

Meine Zeit steht in deinen Händern. Psalm 31, 16

Ich wünsche Dir einen schönen Montag und eine Woche mit viel „gefühlter“ Zeit…

Deine

Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

Kleiner Ausblick: Ich habe andere christliche Blogger gefragt, wie sie das mit der Ruhe eigentlich im turbulenten Alltag so machen… Das erste nachdenkenswerte Interview erscheint diese Woche 🙂

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUnTermacher am Montag“.

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9 Kommentare zu “Die beste Zeit des Tages

    • Das stimmt wiederum auch! Mir tun nur meine Freundinnen leid, bei denen der Mann nicht mal einen Tag mit den Kindern irgendwo verbringen würde… Ich finde es auch für die Kinder total wichtig und gut, Zeit mit Papa zu verbringen. Das mit mehreren Tagen war der erste Versuch, der Jüngste ist ja jetzt 3 Jahre. (Früher hätte ich das glaub ich nicht so gern gewollt.) Manchmal sind es halt auch die Mütter, die den Männern nix zutrauen… Liebe Grüße, Martha

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      • Ich verstehe das total. Man möchte ja auch nicht „angeben“. Aber vielleicht gibt es einen Mittelweg. Eventuell kann man darüber sprechen, was die Kinder erlebt oder gelernt haben als sie mit dem Vater weg waren ohne den Fokus auf dich als Mutter zu lenken. Mein Liebster hat die Kinder mitgenommen, da war die Jüngste 1. Ich hätte mitgekonnt, aber ich hatte ein sehr wichtiges Projekt für die Arbeit fertig zu stellen und es war großartig nicht mehr nur im Mittagsschlaf und nachts zu arbeiten.

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  1. Ich mag den Morgen auch und die Nacht – vielleicht eine Kreuzung zwischen Eule und Lerche 😊
    Bin immer mindestens 30 Minuten vor dem Großen aufgestanden – auch wenn das bei uns unheimlich früh war. Habe dann wenigstens 15 Minuten mit Nichts tun verbracht, nur bei mir sein und mit mir sein und den Tag mit allem was kommen will in Stille begrüßt. Das war meine gefühlte Zeit, bevor es richtig los ging.

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    • Guten Morgen *lach* Das mit dem Vor-den-Kindern-aufstehen hab ich mir auch mal überlegt, aber das klappt hier grad noch nicht. Der Kleine steht einfach immer mit mir auf, ob ich nun um 5 Uhr oder 6 Uhr aufstehe… Naja, das wird kommen 🙂 Liebe Grüße, Martha

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  2. Erkenne mich etwas wieder in Deinem Beitrag 🙂
    Wenn ich ab und zu mal komplett kinderfrei habe, dann gibts so viele LIsten im Kopf und das passt kaum in das Zeitfenster!
    Aber es fühlt sIch gut an, vieles geschafft zu haben und bewusst auch etwas für sich selbst zu tun.
    Und meine ruhigen Momente habe ich früh Morgens… kurz vor 6 klingelt der Wecker. Auch für die Schulkinder… aber dadurch dass sie selbst Schulbrote schmieren (müssen ;-), damit sie selbstständiger werden), habe ich die Zeit zum (Bibel) lesen, während ich trotzdem mit in der Küche bin… das klappt gut.
    LG,
    Tina

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    • Meine nehmen immer nix mit wenn sie selbst schmieren sollen… Ich krieg das irgendwie nicht hin, mich da frei zu machen, dann tun sie mir leid 😉 Und dann kommt am Morgen noch dazu „Ich brauch 3,50 Euro, aber passend.“ und „Kannst du mir schnell eine Entschdigung schreiben.“ und „Wenn ich heute die Unterschrift nicht bringe, ruft der Lehrer dich an…“ Ich weiß auch nicht, wir haben alle so einen leicht chaotischen Hang… Seufz.

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