Kann man das noch reparieren?

Wir haben einen alten, ziemlich kaputten Fahrradanhänger. Vier Kinder hat er bisher transportiert, oft zwei gleichzeitig. Regelmäßig überlade ich ihn hoffnungslos mit meinem Einkauf. (Sogar dann, wenn mir während des Einkaufs bewusst ist, dass ich „nur“ mit dem Fahrrad gekommen bin…) Der Hänger rostet schon länger an verschiedenen Stelle, aber damit kommen wir klar. Doch nun wurde der Stoff brüchig. Die Rückenlehne hat einen Riss quer von links nach rechts und auch die Abdeckplane ist zerfetzt. Klarer Fall: Ein neuer Hänger muss her. Mein Mann sagt müde lächelnd: „Unser Familienunternehmen hat gerade wieder einen Investitionsstau.“ Kein Problem, ich schaue sowieso immer erstmal nach gebrauchten Sachen… Doch auch in den Kleinanzeigen sind Fahrradhänger mit stabilem Unterboden (der Einkauf!) noch recht teuer. Schluck.

Muntermacher am Montag, Fahrradanhänger, Kann man das noch reparieren?

Nun überlege ich, ob man ihn nicht vielleicht doch reparieren kann. Wir experimentieren. Die Abdeckplane lässt sich tatsächlich problemlos an der Nähmaschine nähen. Nicht schön, hält aber. Mein Mann baut eine Verstärkung für die Rückenlehne aus Holz. Dann stelle ich jedoch fest, dass die alten Klettverschlüsse nicht mehr richtig halten. Wie ärgerlich… Nun haben wir aber einmal angefangen mit der Reparatur. Also sitze ich mit Nadel und Faden vorm Haus und nähe unter Verrenkungen neue Klettstücken per Hand über die alten. Meine Nachbarin schaut irritiert, denn ich schimpfe ob meiner zerstochenen Finger ein wenig lauter vor mich hin. „Wenn der doofe Hänger jetzt nicht noch mindestens ein Jahr hält, hat sich der ganze Aufwand echt nicht gelohnt!“ Am Ende sind wir aber ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Wer hätte das gedacht…

Muntermacher am Montag, Fahrradanhänger mit Naht, Kann man das noch reparieren?

Lohnt es sich noch, das zu reparieren? Eine Frage, die im Alltag immer wieder auftaucht. Nicht nur im Hinblick auf Gegenstände, sondern vielleicht auch bei Beziehungen. Soll ich in diese Beziehung noch investieren oder sie lieber beenden? Sind die Verletzungen zu groß? Lohnt es sich, Gefühle zu offenbaren und Zeit einzusetzen? Oder gebe ich zu viel hinein und es kommt nichts mehr zurück? Werden die Verletzungen am Ende nur größer? Manchmal ist es wie mit dem Fahrradhänger: Je mehr man repariert, desto mehr neue „Baustellen“ tauchen auf. Manchmal hat man bei einer Beziehung irgendwann den Eindruck, es hat keinen Sinn mehr, es ist „verlorene Liebesmüh“.

Mir fällt ein Bekannter ein, der sehr an einem alten Haus hängt. Er sagt zum Beispiel über eine alte, schäbige (und in meinen Augen wirklich hässlich geflieste) Küche: „Aber die war doch mal neu!“ Er sieht den aktuellen Zustand gar nicht, sondern schaut durch die Brille der Vergangenheit darauf. Es hat mir einmal etwas bedeutet, ich habe etwas investiert – ich hänge daran. Für mich wird das zu einem Bild für Gottes Liebe. Was auch immer wir aus dem uns geschenkten Leben gemacht haben, was uns alles widerfahren ist, was auch immer kaputt gegangen ist… er liebt uns. Er liebt uns als seine Geschöpfe tiefer als wir es verstehen können. Er liebt mit der übermenschlichen Liebe eines Schöpfers. Und das geht unter die Oberfläche. Für Gott gibt es gar keine „verlorene Liebesmüh“. Kein Preis ist ihm zu hoch, um einen Menschen zu erreichen. Er hat sich sogar selbst gegeben in seinem Sohn Jesus. Und jedem von uns bietet er immer wieder aufs Neue Versöhnung an. Er erneuert unser Herz unermütlich. Koste es, was es wolle. Von dieser Hingabe lebe ich und davon will ich lernen…

Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen. All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. Er hat uns beauftragt, diese Botschaft überall zu verkünden. Und so lautet sie: Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten. Als Botschafter von Christus fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Lasst euch mit Gott versöhnen! (2. Korinther 5, 17-20 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Er heitl die zerbrochenen Herzens sind und verbindet ihre Wunden. Psalm 147, 3

Ich wünsche Dir einen wunderbaren Montag mit neuem Mut und viel Kraft…

Deine

Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe  „MUnTermacher am Montag“.

 

 

 

 

 

 

 

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