Veröffentlicht in Allgemein, MUnTermacher

MUnTermacher am Montag

Vom Loben im Leiden

„Sollen wir Gott eigentlich auch loben, wenn es uns gerade nicht gut geht?“ Auf diese Frage stießen wir kürzlich in einem Gespräch. Ja, wie ist das eigentlich: Muss ich Gott loben? Darf ich Gott loben? Will ich Gott loben? Letzteres ist vielleicht am leichtesten zu beantworten. Nicht immer! Es gibt auch Zeiten, da ist mir ganz und gar nicht nach Lobpreis zumute. Wie gehe ich damit um?

„Es ist doch geheuchelt, wenn du Gott lobst, obwohl du ihn lieber anklagen würdest!“, war eine Antwort. Heuchelei kann Gott nicht wollen, oder? Wenn ich in den Psalmen lese, wird mir zumindest eines bewusst: Klagen ist erlaubt. Und das finde ich durchaus befreiend. Gott, unser Vater, kann mit all unseren Stimmungslagen umgehen. In unserem menschlichen Verständnis denken wir vielleicht, wir würden Gott beleidigen. Doch wir dürfen wirklich klagen und sogar anklagen.

„Also verstummte ich und sagte kein Wort mehr. Aber das half mir auch nicht weiter, mein Schmerz wurde nur noch schlimmer. Ich fraß den Kummer in mich hinein. Je mehr ich darüber nachgrübelte, desto tiefer geriet ich in Verzweiflung. Ich konnte es nicht mehr länger aushalten – schließlich platzte ich heraus: »HERR, lass mich erkennen, wie kurz mein Leben ist und dass meine Tage gezählt sind; wie vergänglich bin ich doch! Wie begrenzt ist das Leben, das du mir gabst! Ein Nichts ist es in deinen Augen! Jeder Mensch, selbst der stärkste, ist nur ein Hauch, der vergeht – schnell wie ein Schatten verschwindet er. Sein Tun und Treiben ist viel Lärm um nichts!“ (Psalm 39, 3-7, Übersetzung: Hoffnung für alle)

Trauerweide am See, Lob in Leid, Freude in der Traurigkeit

„Ich will jetzt schweigen und nichts mehr sagen, denn du, HERR, du lässt mich leiden! Befreie mich von den Qualen, die du mir zufügst! Wenn du mich weiter plagst, komme ich um! Wenn du einen Menschen wegen seiner Schuld strafst, dann vergeht das Wertvollste, was er hat – sein Leben. Es zerfällt wie ein Kleid, das die Motten zerfressen. Jeder Mensch ist nur ein Hauch, der vergeht. Höre mein Gebet, HERR, und achte auf meinen Hilfeschrei! Schweige nicht, wenn du mein Weinen vernimmst! Denn vor dir bin ich nur ein Gast auf dieser Erde, ein Fremder ohne Bürgerrecht, so wie meine Vorfahren. Strafe mich nicht länger in deinem Zorn, damit ich mich noch einmal freuen kann, bevor ich sterben muss und nicht mehr bin!“ (Psalm 39, 11-14 Übersetzung: Hoffnung für alle)

 

Der Psalmist klagt nicht nur Gott an, er fordert auch nachdrücklich etwas von ihm. Nicht weniger als eine Rettung aus seiner großen Not. Er legt seine ganze Situation, seine Gefühle, seine Sichtweise vor Gott dar und richtet sich mit seinem Hilferuf allein an ihn.

„Herr, zu wem sollten wir denn gehen?“, antwortete Simon Petrus. „Nur deine Worte schenken das ewige Leben.“ (Johannes 6, 68 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Wozu ist das Gotteslob überhaupt da? Hat Gott es nötig? Fordert er es ein? Für uns ist es manchmal schwierig, den eigenen menschlichen Blickwinkel loszulassen. Gott ist nicht angewiesen auf unser Lob und er verlangt es nicht wie vielleicht in einem menschlichen Machtspiel. Aber vielleicht benötigen wir selbst eine Haltung des Lobes in unserem Leben? Es ist vielleicht möglich, sich bewusst dafür zu entscheiden, unabhängig von den Umständen. Es ist ein neuer Blickwinkel, ein Von-sich-selbst-Wegschauen, ein Sich-Gott-Nahen, ein Sich-Ausrichten.  „Loben zieht nach oben“, sagt der Volksmund, das klingt plakativ, aber da ist etwas dran…

Worauf kann ich denn noch hoffen? Herr, du allein bist meine Hoffnung! Psalm 38,9

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Vielleicht schließen sich Lob und Leiden nicht aus. In einem Tweet vom ERF stieß ich auf den Gedanken, dass wir Gott loben für etwas, das noch in der Zukunft liegt. Wir loben ihn für Versprechen, die er uns gegeben hat, deren Erfüllung wir aber noch nicht sehen können:

„Ich lobe Gott für das, was er versprochen hat, ja, ich lobe die Zusage des Herrn!“ Psalm 56, 11 (Übersetzung: Hoffnung für alle)

Rettungsring am STrand, Jesus unsere Rettng, Lob im Leid, Hilferuf an Gott

Vielleicht gibt es so viele verschiedene Arten des Lobes wie es Menschen gibt. Es könnte sein, dass man Gott auch mit seinen Tränen loben kann… Einen wunderschönen Impuls zum Thema Leid und Freude findest du hier

Ich wünsche dir einen gesegneten Tag, wie auch immer die Lage ist, in der du dich gerade befindest…

Deine

Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

 

 

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

12 Kommentare zu „MUnTermacher am Montag

  1. Danke für den tollen Beitrag, ein ähnliches Thema hatten wir am gestrigen Gottesdienst. Da ging es um Sorgen und wie wir damit umgehen können. Über das, was uns das „Christ sein“ überhaupt bringt, auch in schwierigen Situationen. Dazu blieb mir der Bibelvers aus Philipper 4,6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Wenn wir auch im Leiden Gott loben und danken verlagern wir unseren Blickwinkel. Vom Negativen weg zum Positiven. Wenn uns die Umstände auch gerade nicht gefallen, es gibt trotzdem Grund Gott zu loben. Für das was er ist, was er uns schon Gutes getan hat und tun wird.
    Das hilft mir sehr. Es tut mir gut meine Klagen Gott zu bringen und zu ihm zu flehen mir zu helfen, wie du sagst, das sollen wir sehr wohl. Und ihn dann auch zu loben und den Blick auf das Gute richten. Ganz liebe Grüße Ulrike

    1. Liebe Ulrike, ich gebe dir in allem recht… so ist es. Nur gerate ich schon an meine Grenzen, wenn man viel Leid sieht oder erlebt… Das übersteigt einfach das menschliche Verstehen. Umso wichtiger, den Blick immer wieder auszurichten… Liebe Grüße, Martha

      1. Ja stimmt, in gewissen Situationen ist es eine grosse Herausforderung, gerade in Stituationen die wir nicht verstehen. Wir haben einen Gott, der uns und unsere Gefühle kennt und auch unsere Zweifel und Anklagen aushält. Wie gut, dass wir mit allem zu ihm kommen können

      2. Das ist wahr… Wir müssen uns nicht verstellen, er kennt uns durch und durch. Und wir dürfen auch lernen. Danke für deine Antworten, liebe Grüße und Gottes Segen für dich, Martha

  2. Es stimmt, manchmal ist es eine sehr große Herausforderung für uns, in gegebenen Situationen trotzdem mit Dankbarkeit zu reagieren. Aber ich selbst habe gelernt, was nicht leicht war und einen langen Lernprozess hatte, wirklich in allen Dingen danke zu sagen. Das heißt nicht, dass ich für alles Danke sagte, sondern in den entsprechenden Augenblicken dankbar war und was ich dabei auch noch lernen durfte : auch wenn es noch so unerträglich wurde, durfte ich mit seufzen zu Gott kommen danke sagen, weil ich gelernt habe, dass ich in SEINER Hand trotz schmerzender Not einen unendlichen Frieden bekommen durfte. Aber es war ein längerer Lernprozess.

    1. Liebe Elfi, vielen Dank für deine Antwort. Ich lese es als eine sehr persönliche Erfahrung, die du da weitergibst und die wirklich auch ermuigend ist. Für mich! Und vielleicht auch für andere… Danke 😉 Liebe Grüße, Martha

  3. Liebe Martha,
    DANKE für diesegroßartige Erinnerung.
    Lob und DAnksagung lenkt mich von mir selbst weg.
    Mein Leben lief nicht besonders toll…zumindest so eeeeinige Jahre davon waren begleitet von sehr schweren und schmerzenden und niederschmetternden Ereignissen. Aber wenn ich beginne in allem Leid Gott zu loben, seinen Willen zu tun und für meine „Feinde“ zu beten und sie zu lieben, dann beginnt Gott zu bauen, was ich NIE bauen könnte.
    Gott ist SOUVERÄN und alles, was mir geschieht, geschieht zu seiner Ehre und Verherrlichung und zu meinem Wachstum.
    Danke für die tolle Erinnerung!
    LG,
    Tina

  4. Vielen Dank für deinen Beitrag! Gerade momentan ist mir nicht immer nach Loben zumute. Aber es stimmt: ich kann Gott dafür loben, was er in der Vergangenheit getan hat und darauf vertrauen, dass er es auch in der Zukunft so halten wird. Danke für deine ermutigenden Worte! Auch am Freitag ist es für mich absolut ein Muntermacher!
    Sei gesegnet, Astrid

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