Veröffentlicht in Allgemein, Gemeinde, Kirchenjahr und Jahreslauf

Das Erntedankfest mit Kindern gestalten

Wer einen eigenen Garten hat, dem geht es vielleicht ähnlich wie mir: Man ärgert sich über alles, was nicht so recht gedeihen will. Man ärgert sich über die gefräßigen Schnecken und die Wühlmäuse, über die tollen Bio-Samen, die so überhaupt gar nicht aufgehen wollen, über zu wenig Regen oder einen Hagelschauer zu viel…

Aber das ist nur die eine Seite. Was für eine Freude, wenn etwas wächst und reift und man manchmal fast dabei zuschauen kann. Dieses Jahr hatten wir einen Garten voller Sonnenblumen, obwohl wir nicht mal welche gesät hatten. Die Kinder hatten im Winter Sonnenblumenkerne für die Vögel hinlegt. Diese haben (evtl. mit Eichhörnchen-Hilfe) dann wohl ganze Arbeit geleistet…

 

Die Ernte immer ein Geschenk, egal ob sie groß oder klein ausfällt. In diesem Jahr hatten wir vor allem „Bonsai-Gemüse“. Vieles wuchs auch überhaupt nicht oder vertrocknete in unserer Urlaubszeit. Die Blumen aber wuchterten nur so und erfreuten das Herz. Lange Zeit hatte ich gar nicht viel für sie übrig, weil man Blumen ja nicht essen kann – und wir wollen den kleinen Garten richtig ausnutzen! Doch von manchen wusste ich gar nicht, dass sie essbare Blüten besitzen… Man lernt nie aus.

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Lieblingsblume Kapuzinerkresse… Wächst schnell wir „Unkraut“, trotz der Schnecken, rankt, blüht wunderschön bis zum ersten Frost, schmeckt lecker, ist gesund… Kapuzinerkresse-Tinktur hilft zum Beispiel gegen Husten oder Harnwegsinfekte. Die Apotheke Gottes….

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Keine große Apfelernte im Nachbargarten – In diesem Jahr sind die meisten Blüten erforen…

Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.“ (Psalm 104, 27-28)

Das Erntedankfest ist für mich vor allem ein Fest der Dankbarkeit. Und dabei ist es ganz egal, ob man einen eigenen Garten hat oder nicht. Der Garten oder der Acker, das kann auch einfach ein Bild für unser Leben sein. Gott hat uns so viel geschenkt in allen Bereichen. Manches bemerken wir nicht einmal sofort. Heute wurde mir plötzlich bewusst, dass ich nach vielen Jaren nachts wieder ziemlich gut schlafen darf. Hey, ich laufe ziemlich munter durch die Gegend! Das kam nicht von heute auf morgen, sondern Stück für Stück. Fast hätte ich ihn übersehen, diesen Grund zur Dankbarkeit.

Erntedank ist ein  guter Zeitpunkt um innezuhalten und dem Dank Raum zu geben. Das tun wir in der Familie zum Beispiel gern mit dem Familien-Danke-Buch (zu dem mich Lena inspiriert hat)…

„Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du!“ (Psalm 104, 1)

Familien-Danke-Buch, mit Kindern Erntedankfest feiern

Für Kinder ist der Erntedanksonntag in Kirche und Gemeinde wohl besonders schön. Es ist ein Fest für alle Sinne, bunt, leuchtend, duftend, üppig, schmackhaft…

„Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist“ (Psalm 34, 8)

Am schönsten finde ich es, wenn im Gottesdienst jeder etwas mitbringt für den Ernte-Dank-Tisch. Das mache ich auch – im Kleinen – im Kindergottesdienst so. Jeder darf ein Stück Obst mitbringen, das er gern mag, und wir machen gemeinsam etwas daraus… Hier singen wir auch unser Lieblings-Danke-Lied (von Andrea Adams-Frey), das meine jüngere Tochter so liebevoll mit kleinen Bildchen illustriert hat, damit auch die Vorschulkinder mitsingen können.

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Das Lied erinnert mich an die Geburt unseres jüngsten Sohnes, eine Freundin hat es damals für uns an der Wiege gesungen. Vor einem Jahr feierten die Taufe unseres kleinen Jungen genau am Erntedank-Tag, auch dort sangen wir natürlich dieses Lied. Die Textstelle „Danke für das Leben…“ hat so eine ganz besondere Bedeutung für mich.

„Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ (Psalm 107, 1)

Erntedank kann man aber auch sehr schön zu Hause feiern. Unsere Kinder lieben es, Obst und Gemüse zu schnippeln, Spieße daraus zu machen und schöne Teller herzurichten. Traditionell passiert das hier im Hause meist am Samstag vor der Sportschau 🙂 , aber für das Frühstück am Erntedank-Tag bauen wir das mal ein bisschen aus zu einem kleinen Erntedank-Buffet.

Obstteller zum Erntedankfest mit Kindern

Betet ihr vor dem Essen? Vielleicht ist das ein guter Anlass, darüber einmal nachzudenken. Manchmal automatisiert sich ein Gebet ja so, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt, was man da eigentlich sagt. Man könnte neue Tischgebete suchen, vielleicht auch Tischlieder oder etwas ganz anderes ausprobieren wie z.B. ein freies Gebet oder nach dem Essen ein Dankgebet zu sprechen.

„Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den Herrn, deinen Gott loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.“ 5 Mose 8, 10

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Wir nehmen gern die Tischgebete vom Kindergarten zu Hause auf, so zum Beispiel „Alle guten Gaben„. Eines unserer Kinder erfand mit zwei Jahren eine Kurzform dazu: „Gaben – haben – Amen“. Aber auch traditionelle Gebete bringe ich den Kindern gern nah. Dazu müssen sie gar nicht von Anfang an verstehen, was „segne, was du uns bescheret hast“ (auch im Link oben zu finden) bedeutet. Die Kleinen denken dabei ja gern, dass Jesus eine Schere hat. Das Verständnis kommt dann schon mit der Zeit… Ich liebe auch den Kanon „Danket, danket dem Herrn„, während die großen Mädels lieber den Refrain von Fill my cup and let it overflow“ mit entsprechenden Handbewegungen singen. Oder kennt ihr die rockige Gebetsversion „Für dich und für mich ist der Tisch gedeckt“? Hier darf man auf den Tisch hauen und klatschen (Achtung, die Tassen!). Das ultimative Blitz-Gebet bei großem Hunger findet ihr übrigens auf dem Gebetswürfel auf dem Bild oben… Also: Das Tischgebet darf bunt sein!

Himbeeren, mit Kindern das Ernte-Dank-Fest feiern

„Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.“ Psalm 104, 33

Ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes Erntedankfest…

Deine

Handschrift

 

Habst du noch mehr Ideen, wie man Dankbarkeit leben kann? Welche Tischgebete sind denn bei euch beliebt? Schreib mir…

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

7 Kommentare zu „Das Erntedankfest mit Kindern gestalten

  1. Der absolute Lieblingsspruch unserer Kinder ist dieser (mit vielen Bewegungen dazu), den sie auch aus dem Kindergarten mitgebracht haben:

    Die Schnecke hat ihr Haus,
    Das Fellchen hat die Maus,
    der Sperling hat die Federn fein,
    der Falter bunte Flügelein.
    Nun sag mir doch, was hast denn du?
    Ich habe Kleider und auch Schuh.
    Und Vater und Mutter und Licht und Leben,
    das hat mir alles der liebe Gott gegeben.
    Amen

  2. Jetzt will ich soviel davon kommentieren… ich vergesse bestimmt die Hälfte!
    Also Erntedank im eigenen Garten (er)leben, das genieße ich sehr und bin dafür unendlich dankbar. Auch wir konnten uns wieder einmal in diesem Jahr vieles zu essen aus dem Garten holen. Und für den Gabenkorb für den Erntedankgottesdienst vom Kindergarten ging Knupsi einfach was aus dem Garten holen.
    Gebete hängen hier davon ab, ob die Kinder wollen. Denn dank kann man nicht erzwingen. Mal beten wir vorm Essen und vorm Schlafen, mal entweder oder und auch mal gar nicht. Ich empfinde das als authentisch. Wir nehmen auch gerne (Tisch-)Gebete aus dem Kindergarten. Sehr beliebt auch:
    „Jedes Tierlein hat sein Fressen, jedes Blümlein trinkt von Dir, hast auch unser nicht vergessen, lieber Gott wir danken Dir!“
    Das kann sowohl gesprochen werden als auch gesungen auf der Melodie von Jim Knopf / Lummerland (Eine Insel mit zwei Bergen…). Den Spruch Segen übern Teller regnen werde ich mir merken – süß und so kindgerecht ❤️
    Ein schönes Wochenende Euch & liebe Grüße!

    1. Ach ja, „Jedes Tierlein“ – ich kenn sogar zwei Melodien *lach*. Der Spruch heißt übrigns „Herr, lass deinen Segen über unsere Teller fegen.“ Der Text ist auf dem handgeschriebenen Würfel vielleicht nicht so gut erkennbar… Vor dem Essen beten wir eigentlich so selbstverständlich, dass der Jüngest ganz entrüstet danach verlangt, wenn wir mal woanders sind… Vor dem Schlafen ist es verschieden. Mal segne ich die Kinder „nur“ kurz und mal wollen sie ganz ausführlich beten… Liebe Grüße und viel Segen euch, Martha

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