Veröffentlicht in Allgemein, MUnTermacher

Vom Verirren

Mein Orientierungssinn ist bescheiden. Ich biege zweimal ab, dann weiß ich nicht mehr, wo ich bin. Nun sollte man meinen, im Zeitalter von Smartphone und Navi ist das ja kein Problem. Hilft aber nur, wenn man es auch dabei hat…

Im Urlaub in Schweden haben wir eine Fahrradtour gemacht. Auf dem Rückweg beschossen wir, dass mein Mann mit der großen Tochter vorausfahren sollte, weil die jüngere Tochter auf dem Campingplatz schon auf uns wartete. Ich kam mit dem Sechsjährigen und einem schlafenden Dreijährigen auf dem Fahrrad dann langsam nach.

Und wir fuhren seeeehr langsam. Der Sohnemann jammerte trotzdem: „Ich kaaaaannn nicht mehr.“ Ich war genervt, auch wenn wir nur noch etwa vier Kilometer vor uns hatten. Doch dann passierte es. Ich verpasste eine Abfahrt und bemerkte es erst nach einer Weile. Mit dem nörgelnden Kind hatte ich keine Lust umzudrehen und versuchte, nach Himmelsrichtung und Gefühl zu fahren. Nun ja, siehe oben. Schon bald wusste ich nicht mehr, wo ich – so ungefähr – bin und wo ich eigentlich hergekommen war und in welche Richtung ich musste. Der blöde Campingplatz konnte eigentlich nicht weit weg sein. Wir landete in einem recht noblen Wohnviertel am Meer, doch es war niemand da, den ich nach dem Weg hätte fragen können. Riesige, teure Häuser, aber keine Menschen. Endlich fand ich eine asiatische Hausangestellte, die aber leider kein Englisch sprach. Sie schickte mich per Handzeichen in Richtung Wald. Ich hatte nicht wirklich eine Wahl und wir fuhren den Waldweg entlang. Daraus wurde verschlungener Pfad und bald hatte ich das Gefühl, dass wir uns nur noch mehr verirren.

Weg endet am Wasser, aussichtslos, verrirt, Warten auf Rettung von Jesus, Muntermacher am Montag

Am Ende des Weges?

Mein Sohn bemerkte wohl, dass ich langsam auch der Verzweiflung nahe war. Wir hatten nicht einmal etwas zum Trinken dabei… „Werden wir den Campingplatz jemals wiederfinden?“, fragte er ängstlich. Ich behauptete, dass mir der Weg bekannt vorkommt und wir sicherlich gleich da sind. Innerlich aber betete ich um Hilfe. Doch woher sollte die hier mitten im Wald auf matschigen, verschlungenen Wegen kommen?

Mein Sohn entdeckte die Landkarte als Erster. Tatsächlich, mitten im Wald eine Karte! Sogar mit dem roten Hier-bist-du-Punkt. Nun musste ich nur noch feststellen, in welcher Richtung wir auf diesem Weg unterwegs waren… Peinlich, aber selbst das fiel mir nicht ganz leicht. Sonne? Süden? Ähm… Wenig später kamen wir wirklich wieder auf die bekannte Straße und der Campingplatz war ausgeschildert. War ich erleichtert!

Ich wünschte, es würde für alle Bereiche im Leben Landkarten geben. Stell dir vor, man wüsste immer, wo man steht und in welche Richtung es weitergehen muss. Aber auch im Leben kann man die Orientierung verlieren. Vielleicht ist das notwendig, damit wir uns eingestehen, dass wir Führung brauchen. Manchmal hilft es, innezuhalten. An dieser Stelle habe ich einmal davon berichtet, dass unser Sohn verloren ging. Der gerade Dreijährige blieb ruhig und  wartete geduldig. Er vertraute darauf, dass wir ihn finden würden.

Stellt euch vor, einer von euch hat hundert Schafe und eines davon verläuft sich. Lässt er dann nicht die neunundneunzig allein in der Steppe weitergrasen und sucht das verlorene so lange, bis er es findet? (Lukas 15, 4 Übersetzung: Gute Nachricht Bibel)

Rettungsring am Meer, Hilfe von Jesus, Gott rettet, Muntermacher am Montag

Es geht um dieses eine verlorene Schaf. Es geht um mich. Und um dich. Das biblische Bild von den Schafen ist kein negatives. Wir sind keine „dummen Schafe“, auch dann nicht, wenn wir ohne Navi nicht mehr klarkommen. Vielmehr ist es eine kluge Entscheidung, in unserem Leben Jesus als unser Navi… ich meine, unseren Hirten anzunehmen und ihm nachzufolgen. Eine tragende Entscheidung.

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. (Johannes 10, 27: Übersetzung: Luther)

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nicths fehlen. psalm 23, 1-4

Ich wünsche Dir einen schönen Montag,

Deine

Schriftzug vom Blog FamilienLeben mit Gott

Bist du auch manchmal orientierungslos? Was hilft dir? Schreibe gern etwas in die Kommentare…

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „Muntermacher am Montag“.

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

7 Kommentare zu „Vom Verirren

  1. die geschichte vom verloreren schaf habe ich gerade gestern gelesen….wie schön, dass du sie nochmal ausleuchtest
    gott segne dich
    annette

  2. Hat dies auf Christliche Perlen rebloggt und kommentierte:
    Jeder von uns kann mal auf einen Irrweg geraten. Gut zu wissen, dass Christus uns gerne helfen möchte, auf den richtigen Pfad zurück zu finden, wenn wir ihn nur darum bitten.
    Sollte der Irrweg gar der Gestalt sein, dass wir uns von Gott entfernt haben, so wartet er schon sehnsüchtig darauf, dass wir zurückkommen. So wie der verlorene Sohn in Lukas 15 https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas15.

    Martha hat immer wieder wunderschöne Geschichten und sehr viel zum Entdecken auf ihrer erfrischenden Seite https://familienlebenmitgott.wordpress.com/. Und psst! Wenn man oben auf Home geht… es gibt gerade mal wieder eine herzgewinnende Verlosung…

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