Die Sache mit der Schule

Ein neuer Lebensabschnitt…

Nächste Woche ist es wieder soweit: Wir feiern Einschulung! Ich kann es mir noch gar nicht so richtig vorstellen, aber bald haben wir tatsächlich vier Schulkinder. Einerseits staune ich über meinen großen Jungen und freue mich über seine Entwicklung, andererseits – da will ich ehrlich sein – habe ich ein wenig Bauchschmerzen.

Ich sehe die anderen Erstklasseltern um mich herum. Viele schulen ihr erstes Kind ein. Sie sind wie ihre Kinder voll freudiger Erwartung und natürlich ganz stolz. Ein Schulkind! Mancherorts wird die Einschulung wirklich als großes Fest begangen. Ein ganz besonderes Kleid, eine riesige Schultüte, die alle anderen übertrifft, Fotografentermin und dann schick Essengehen. In Zeiten, in denen immer mehr Familien nur noch ein Kind haben, wird jeder Entwicklungsschritt immer größer gefeiert und selbstverständlich minutiös festgehalten. (Beim Sommerkonzert in der Schule konnte ich vor Kameras, Smartphones und iPads in der Luft kaum noch etwas sehen…)

Ehrlich gesagt bin ich da doch recht froh, dass hier das neue Schuljahr mitten in der Woche startet und eine große Feierlichkeit weder umsetzbar noch in der Gegend hier verbreitet ist. Natürlich feiern wir… aber eher klein und gemütlich. Es ist schön, wenn die Kinder Festtage haben, an denen es nur um sie geht. Ich habe überhaupt nichts dagegen!

Dennoch: Ich bin an diesem Tag nicht ungeteilt fröhlich. Es ist mir durchaus bewusst, das meine Bauchschmerzen vor allem von meinen Erfahrungen mit der Schule herrühren…

… und viele Fragen offen

Nach meinem Lehramtsstudium habe ich die Schule zunächst aus Eltern- statt aus Lehrersicht kennengelernt. Im Nachhinein würde ich sagen, das war gut so. Ich weiß noch nicht, ob die Schule längerfristig mein Arbeitsplatz werden wird.

Es gibt einfach vieles in der Schule, was mich ärgert. Ich frage mich, warum wir Eltern so wenig dagegen wehren. Was an den Universitäten schon länger gelehrt wird, kommt in der Schule – wenn überhaupt – mit Jahrzehnten Verspätung – an. Noch immer benoten wir die Kinder viel zu früh und vor allem vergleichend (soziale Bezugsnorm), während die indivudelle Bezugsnorm (Was hat sich bei diesem Kind ind er letzten Zeit verbessert?) für die Zensurengebung kaum eine Rolle spielt. Dabei gibt es bereits seit den 60er Jahren Studien, die bezweifeln lassen, dass Schulnoten den Testgütekriterien in ausreichendem Maß genügen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Schulnoten auch abhängig davon sind, wer bewertet. Und das gilt sogar in Fächern wie Mathematik…

Doch davon mal ganz abgesehen: Gerade jüngere Kinder verstehen Noten nicht als Rückmeldung zu ihrer Leistung in einem Bereich, sondern als Urteil über ihre Person. „Ich bin schlecht“, lautet die Botschaft, die beim Kind ankommt. Das tut auch mir als Mutter oft weh. Schulanfänger starten häufig mit einem übergroßen Selbstbewusstsein in die Schule und meinen, alles zu können oder sicher leicht zu lernen. Das ist ganz natürlich. Stück für Stück gleicht das Kind seine Wahrnehmung an die Realität an. Im Idealfall… Doch wer hat eigentlich im Blick, wie bei manchen Kindern das Selbstbild durch die „Urteile“ aus der Schule negativ beeinflusst wird? Bei einem meiner Kinder konnte man zuschauen, wie die kindliche Unbeschwertheit und der natürliche Forscherdrang nach der Einschulung verschwanden und Versagensängst und depressive Gedanken sich breitmachten.

Warum benoten wir die Kinder so früh? Warum wird so früh aussortiert? In Bayern spricht man in der vierten Klasse schon halb scherzhaft vom „Grundschulabitur“. Doch statt dass Eltern sich gegen den Druck durch die frühe Selektion wehren, verstärken sie ihn häufig noch. Das Kind muss den Notenschnitt fürs Gymnasium schaffen! Nicht wenige Kinder haben den Druck nicht nur in der Schule, von den Mitschülern (natürlich sprechen die Kinder über Noten… „Eine Zwei ist alles, eine Drei ist nichts“), sondern auch noch zu Hause von den Eltern. In unserem Stadtteil befassen sich Eltern teilweise bei der Einschulung schon mit der Frage nach dem richtigen Gymnasium für ihr Kind. Ist das nicht verrückt?

Was ich mir wünsche…

Ich finde es nicht so entscheidend, auf welche Schule mein Kind gehen wird. Ich wünsche mir vor allem, dass es sich in der Schule wohl fühlt, Freunde findet und im Großen und Ganzen zurechtkommt. Das könnte ja durchaus klappen. Ich habe aber auch Träume, die wohl Träume bleiben werden. Ich wünschte, es wäre leichter, private Schulen zu gründen, um die Schullandschaft zu beleben. Es wäre schön, wenn diese mehr unterstützt und somit bezahlbarer wären. Ich wünsche mir eine längere Grundschulzeit. Ich wünsche mir auch für Bayern integrative Gesamtschulen, bei denen Kinder nicht in der fünften Klasse schon auf einen Abschluss festgelegt werden. Ich wünsche mir, dass die staatlichen Schulen von den privaten lernen. Dass die Pädagogik viel mehr vom Kind aus gedacht wird und vor allem das einzelne Kind mehr in den Blick nimmt. Ich wünsche mir, dass sich nicht alles darum dreht, Leistungen zu erbringen. Ich wünsche mir, dass „Förderung der Persönlichkeitsentwicklung“ mehr als nur eine Phrase in Schulprogammen meint.

Je mehr Kinder-Schuljahre ist erlebe, desto mehr Fragen stellen sich mir. Warum gibt es einen Nachteilsauslgleich für Kinder mit Legasthenie, aber nicht bei einer Dyskalkulie? Warum muss ein Kind mit einer körperlichen Behinderung die Schule verlassen, obwohl es vom Stoff her locker mithalten könnte? Warum sind alle so hilflos, wenn ein Kind gemobbt wird und am Ende muss häufig das Opfer die Klasse verlassen? Kinder, die in irgendeiner Form von der „Norm“ abweichen haben es oft so schwer. Warum verschafft die Schule den Nachhilfeinstituten ihre zahlenden Kunden, oft tatsächlich in enger Kooperation? Warum kann Nachhilfe, falls nötig, nicht von und in den Schule geleistet werden? Ich weiß, das ist ein Kostenproblem, doch das ist meiner Meinung Job der Schule! Warum gibt es regelmäßig Hausaufgaben, bei denen klar ist, dass die Kinder es ohne Eltern nicht schaffen können? Mir ist kein Drittklässler bekannt, der ganz allein im Internet recherchiert, Bilder ausdruckt, ein Rerefat vorbereitet und ein entsprechendes Plakat dazu gestaltet. Nur als Beispiel… Hausaufgaben dieser Art verstärken die Bildungsungerechtigkeit. Ich kann meinem Kind dabei helfen. Was passiert mit den Kindern, deren Eltern es nicht können?

Bilder einer Schultüte, eine Karte zur Einschulung

Ein Blick auf die Lehrer

Auch Lehrer stehen häufig unter Druck. Gerade die, die nicht  nur „Dienst nach Vorschrift“ machen und ein echtes Interesse an den Kindern haben. Jeder Lehrer muss darauf achten, dass der Klassenschnitt nicht zu gut und nicht zu schlecht ist. Aus jeder Klasse müssen Kinder aufs Gymnasium, aber auch auf die Hauptschule kommen. In der Elternsprechstunde kann man manchmal offener reden. Ich erinnere mich an eine Viertklasslehrerin, die im Elterngespräch unter vier Augen sagte: „Wissen Sie, manchmal kotz ich mich selbst an. Ich sehe, die Kinder haben den Stoff noch nicht verstanden, aber  ich muss diese Probe schreiben. Ich kann es nicht ändern.“

Ich glaube, dass die meisten Lehrer im Sinne der Kinder gern manche Dinge anders machen würden – wenn sie könnten. Ich möchte wetten, dass sich viele Lehrer den meinem Wunschzettel anschließen würden… Lehrer sind Menschen. Es gibt die, die einen guten Weg gefunden haben und durchaus auch Anweisungen „von oben“ mal etwas freier interpretieren. Die, die sich total aufreiben für ihren Beruf und dabei ausbrennen. Die, die resignieren und dann nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Leider auch die, bei denen man auch mit viel Nachsicht nicht nachvollziehen kann, warum sie sich diesen Beruf ausgesucht haben.  (Lehrer, die in einer Baumschule besser aufgehoben wären, weil sie dort keinen Schaden am Menschen anrichten können, gibt es vereinzelt leider überall – auch an Privatschulen.)

Ein Blick auf die Kinder

Vorausgesetzt man hat eine gute Lehrkraft erwischt und das Kind befindet sich halbwegs im Normbereich, dann läuft es gut mit der Schule. Dann freuen sich die Kinder nach den Ferien durchaus, dass es nun wieder losgeht (und die Eltern manchmal auch…). Doch was ist, wenn es Probleme gibt? Was ist mit Kindern, die nicht „funktionieren“? Die es schwer haben mit den Anspüchen an sie, die sich nichts zutrauen, die in der Klasse nicht gut zurecht kommen, die mehr Rückzugsraum bräuchten, die mehr Zeit für die Dinge brauchen, die psychosomatisch erkranken, weil der Schulalltag ihnen so schwer auf der Seele liegt… Mir würden noch viele Beispiele einfallen. Kinder sind so verschieden.

Bei meinem jüngsten Schulkind kann ich jetzt schon erahnen, was die problematischen Punkte werden. Im Zeugnis steht dann:  Konzentrationsprobleme. Oder: Probleme mit den Raum-Lage-Beziehungen. Ist es nicht verrückt, so etwas bei der Einschulung im Hinterkopf zu haben? Er ist ein ganz normaler, fröhlicher Sechsjähriger. Er ist kontaktfreudig und sozial, manchmal etwas überschwenglich und wild. Er hat eine blühende Fantasie und baut in Nullkommanichts eine gedankliche Spielwelt auf, in der er sich bewegt und in die er andere mit hineinnimmt. Jetzt soll er also vor allem auf Stuhl sitzen, schreiben, rechnen und (der Graus für die meisten Erstklassjungs) ausmalen. Und ich hoffe vor allem, dass er da irgendwie hineinfindet und sich dabei seine fröhlichen Spielwiesen noch ein wenig erhalten kann.

Glücklicherweise hat sich vor allem in den Grundschulen einiges verändert in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Der reine Frontalunterricht ist deutlich zurückgegangen, es wird darauf geachtet, dass die Lernformen kindgerecht sind und sich abwechseln. Bei uns gibt es zum Beispiel nur noch die altersgemischte Schuleingangsstufe (1. und 2. Klasse zusammen). Die Elternschaft denkt geteilt darüber, unsere Erfahrungen sind bislang nur positiv. Sicherlich hängt das damit zusammen, dass wir in diesen wichtigen ersten Jahren immer tolle Lehrerinnen hatten!

DIe Sache mit der Schule, Einschulung, Junge mit Schulranzen auf der Schaukel

Was nun?

Ich werde mich bemühen. Der Kleine soll seinen großen Tage haben. Ich hoffe, er bekommt eine gute Lehrerin. Obwohl die Schule in einer Woche beginnt, wissen wir noch nicht, wer es sein wird… Wir werden schöne Stunden in der Familie verbringen und uns einen gemütlichen Tag machen. Ich werde so unbefangen wie möglich sein. Ich bete schon länger (allein und mit anderen Müttern) für den Schulstart meines kleinen, großen Jungen. Er wird stolz sein auf seinen Ranzen und die Schultüte und (das scheint ihm noch wichtiger) auf sein erstes Taschengeld. Und dann, tja, dann beginnt er, der vielbeschworene „Ernst des Lebens“. Was mir persönlich am wichtigsten daran ist: Mit Gottes Hilfe…

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27,1)

Deine

Schriftzug vor Meer und Sonnenuntergang

Dieser Text wurde (mal wieder 🙂 ) länger als geplant. Darum schreibe ich einen zweiten Teil zum Thema „Schule“, in dem ich der Frage nachgehe, welche Konsequenzen die Schulpflicht hat und welche Wahl wir beim Thema Schule trotzdem haben.

Im dritten Teil zum Thema „Schule“ geht es dann darum, wie wir als Eltern unsere Kinder bei ihrem Weg durch die Schulzeit unterstützen können.

Hast du auch einen Schulanfänger? Wie sind deine Erfahrungen mit der Schule? Schreib gern davon in den Kommentaren…

 

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Zum Weitlesen:

Sabine Czerny (2010): Was wir unseren Kindern in der Schule antun … und wie wir das ändern können. Südwest-Verlag. Ein Buch mit plakativem Titel, aber fundiertem Inhalt. Sabine Czerny ist Grundschullehrerin in Bayern und benennt offen die Probleme unseres Schulsystems. Sie schreibt über die Problematik von Selektion, Notengebung, Diskriminierung und informiert nebenbei über fachliche Themen (ADHS, Gehirn und Lernen, Intelligenz). Sie bleibt nicht bei der Kritik stehen, sondern zeigt Wege auf, wie Schule besser werden kann.  Sie wurde als Lehrerin strafversetzt wegen zu guter Notengebung und erhielt 2009 für ihr Engagement einen das Karl-Steinbauer-Zeichen für Zivilcourage. Ich kann das Buch nur empfehlen und halte es nach wie vor für sehr aktuell.

 

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17 Kommentare zu “Die Sache mit der Schule

  1. Sehr gut beschrieben liebe Martha. Ich finde auch dass die Kinder viel zu früh unter Leistungsdruck leiden. Jedes Kind ist individuell und einzigartig auch beim Lernen, ich finde im Schulsystem wird der Focus viel zu viel daraufgelegt, was die Kinder nicht können oder schon können sollten, anstatt es für das zu loben was es schon kann. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, seine Stärken und Schwächen, seine Personalität. Es wäre schön, wenn die Kinder nicht gleich in irgendeine Schublade gesteckt werden würden. Wenn sie nicht in das Schema dieses Schulsystem passen, heisst es schnell sie haben eine Lernschwäche oder mussen zur Logopädie oder zum Psychologen. Ich finde das nicht gut. Danke für deinen Beitrag!

    • Ich stimme dir absolut zu, unser Schulsystem ist vor allem defizitorientiert. Es ist nicht einfach, das in der Familie wieder „auszugleichen“, vielleicht auch unmöglich. Gerade hier ist mir Gebet so wichtig geworden und wir haben schon tolle Gebetserhörungen erlebt… Danke für deine Meinung dazu, liebe Grüße, Martha

  2. Pingback: Die Sache mit der Schule | Christliche Blogger Community

  3. Danke für Deinen Text, ich stimme Dir voll zu! Ich habe zwar keinen Schulanfänger, aber zweite, fünfte und sechste Klasse ab nächster Woche. Nach sechs erholsamen Wochen graut es mir ehrlich gesagt schon wieder etwas vor dem ganzen ‚Stress‘ und ich nehme mir wieder vor, alles gelassen zu sehen und zu entspannen – aber oft scheitere ich daran… Ich denke nicht, dass unser Schulsystem den Kindern gut tut und bewundere die Familien, die Deutschland verlassen um Homeschooling zu machen, andererseits würde ich es besser finden, wenn Deutschland etwas ändern würde (wie die meisten anderen europäischen Länder), es können ja nicht alle wegziehen ;-)… wünsch Euch nen tollen Schulanfang und Deinem Sohn nen guten Start ins erste Schuljahr! LG Miri

    • Ich wäre sehr dafür, dass die Schulpflicht in Deutschland gelockert wird. Warum, darüber schreibe ich das nächste Mal. Das deutsche Schulsystem könnte nicht nur von Privatschulen, sondern auch von Schulen im Ausland lernen… Leider steht auch durch PISA nur der „Output“ beim Vergleich im Fordergrund… So heißt es zum Beispiel: Kleinere Klassen haben keinen Einfluss auf die Lernergebnisse. Aber haben sie nicht einen Vorteil für die Kinder? Für die Lehrkraft? Vermutlich würden diese es bestätigen. Dieser Vorteil ist vielleicht nicht messbar, aber trotzdem vorhanden… Und so gibt es einiges, was sich nicht direkt messen lässt und was „unter den Tisch fällt“… Liebe Grüße, Martha

  4. Du triffst es so ziemlich auf den Punkt. Sehr gute Gedanken!
    Mit der Benotung finde ich aber, dass es KIndern eher dann schadet, wenn es für Eltern eine große Rolle spielt und der Leistungsdruck vom Elternhaus gepusht wird.
    Wir haben die Fausregel, dass jeder die Leistung erbringen sollte, die seinen von Gott gegebenen Begabungen und Begrenzungen entspricht. Und somit ist bei unserem Großen eine 3 in Kunst ein Wahnsinnsergebnis 🙂 während es bei der MIttleren ein Zeichen von Desinteresse und Arbeitsverweigerung wäre :-).
    Wir machen keine Leistungsdruck, fordern aber altersentsprechende Ordnung und Zuverlässigkeit mit Schul- und Lernkram. Und somit empfinde ich recht wenig Druck. Jeder sollte Tun und leisten, was in seinem Rahmen möglich ist. Und wir sind eher dafür, dass die Identität des Kindes um seiner SElbst willen gestärkt werden sollte, nicht weil es Aufs Gymi geht oder studiert (das kann SEHR verletzende Folgen habe, davon kann ich ein LIed singen!). Auch als simpler Hanfwerker oder Müllmann kann man ein erfülltes Leben führen und sollten DIE mal ausfallen, wären Menschen bereit ALLES zu tun, damit es diese Menschen gibt!
    DAnke für den tollen Artikel!
    LG,
    Tina

    • Liebe Tina, ich finde das wichtig, was du über Begabungen und Begrenzungen schreibst. Und auch bei deiner Meinung über Berufe stimme ich dir zu… Ich bemühe mich auch, vor den Kindern nicht negativ über das Schulsystem zu sprechen. Sicherlich bekommen sie trotzdem mit, dass mir nicht alles passt. Und je älter sie sind, desto besser kann man ja mit ihnen auch über Kritisches reden… Aber letztendlich hat jeder Mensch auch Umstände, die er sich nicht ausgesucht hat und mit denen er klarkommen muss. Dafür möchten wir sie stark machen, so es in unserer Hand liegt. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, dass Eltern sich auch in der Schule für die/ihre Kinder einsetzen… dazu mehr im nächsten Teil. Liebe Grüße, Martha

  5. Liebstes Schwesterherz,
    auf die Gefahr dass ich mich wiederhole: du hast dir einfach ein ziemlich konservatives, eingeschränktes Bundesland ausgewählt was die Schulgeschichte deiner Kinder anbelangt… Es gibt durchaus Bundesländer mit staatlichen Gesamtschulen, die ohne Sitzenbleiben, ohne Hausaufgaben, ohne Elterneinbezug bei Hausaufgaben, bis Klasse 9 ohne Noten usw auskommen und damit ziemlich erfolgreich fahren. Komm her, wir geben euch gern Bildungsasyl!
    Knuddelgrüße von einer niedersächsischen Lehrerin :o)

    • Ich glaube, ich wiederhole mich auch mit der Schulkritik 🙂 Aber ich finde es auch wichtig, nicht alles nur schlucken… Ich will an dieser Stelle auch noch einmal sagen, dass ich ja wirklich nicht das deutsche Schulsysetm beurteilen kann. Das gibt es ja gar nicht, sondern vielmehr 16 Systeme. (Und damit beginnt ja eigentlich der Irrsinn…). Du hast recht, es gibt bessere Orte als Bayern (Sorry, Herr Spaenle, ich weiß, Sie sehen das anders…). Und euer Asylangebot weiß ich sehr zu schätzen 🙂 . Da unser Leben aus mehr als nur Schule besteht, haben wir es bisher nicht angenommen. Aber wer weiß? Doch was sollen alle andern Bayern machen… Wir können doch nicht alle in Niedersachen Asyl beantragen 🙂 🙂 🙂 Ich glaube übrigens, du bist eine von den tollen Lehrerinnen – und das noch an einer echt guten Schule. Knuddelgruß zurück…

  6. hallo martha. sehr treffend beschrieben. bei vielem sage ih jajaja. ich bin… ja lehrerin. eine die – kurzzeitig aufhören durfte u sich gerade eine auszeit nimmt. für mich ist klar: so wie die schule jetzt gerade ist, kann ich nicht zurückkehre. genau wegen dem was du schreibst: was ist mit den kindern, die nicht funktionieren? die scheinbare konzentrationsschwächen haben, vlt aber nur, weil sie anderst aufnehmen, verarbeiten u lernen wie es … lehrer, schulen, auch eltern im kopf haben, dass es geht. und doch so kostbares in sich tragen. schätze, die nicht … die verloren gehen. kinder sind so verschieden. und da rede ich auch aus meiner eigenen schul- und lebenserfahrung. ich frage mich: warum nehmen das eltern so hin? warum nehmen das lehrer so hin? und ich wünsche mir, dass es einen gemeinsamen weg gibt: eltern u lehrer gemeinsam. ich fange gerade erst an zu bloggen. wie veränderung möglich ist, ist mir gerade ein rätsel…. aber ich würde sie gerne sehen. vlt hast du mal lust auf meinem blog vorbei zuschauen. deinem sohn wünsche ich alles gute. dir u deiner familie auch. danke fürs schreiben. 🙂 lg! die mone

    • Hallo mone, vielen Dank für deinen Kommentar. Das finde ich einen total wichtigen Punkt… Wir sitzen alle in einem Boot und sollten uns gemeinsam einsetzen. Stattdessen geht es Eltern gegen Lehrer, Lehrer gegen Eltern. Eltern gegen Eltern, Lehrer gegen Lehrer… Und die Kinder eben auch noch dazwischen. Ich schau gern mal vorbei auf deinem Blog… Liebe Grüße, Martha

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