Veröffentlicht in Allgemein, Ehe, Kirchenjahr und Jahreslauf, MUnTermacher

MUnTermacher am Montag

Von Überraschungen und vom Schenken

Seit unserer Chaoten-Hochzeit haben wir uns vorgenommen, einen unserer Jahrestage nochmal so richtig zu feiern. Unseren allerersten Hochzeitstag habe ich blöderweise selbst vergessen. Mein Liebster war gnädig und nahm es mir nicht übel. Aber nach 10 Jahren, da könnten wir doch mal allein in den Urlaub fahren, endlich mal ohne Kinder! Hat nicht ganz geklappt, am 10. Hochzeitstag hatten wir wieder ein vier Monate altes Baby auf dem Arm – wie schon damals bei unserer Hochzeit. Nur dieses Mal eben das vierte Kind.

Vielleicht könnten wir uns aber neue Ringe machen lassen? Der von meinem Mann war ja nach wenigen Monaten schon am Strand verloren gegangen. Aber warum wollten wir überhaupt einen neuen Ring? Wir beide machen uns nichts aus Schmuck und sind sowieso keine „Ringtypen“. Einen Ring für die Schublade? So ein Quatsch! Wir nahmen kurzentschlossen das Geld und steckten es in etwas für uns Wertvolles… in einen Urlaub.

Nach 15 Jahren hatte ich den Gedanken, am Hochzeitstag ein Familienfest am Strand zu feiern. Vielleicht könnten wir ja sogar unseren Pastor von damals nochmal „aktivieren“? Doch die Zeit verging so schnell, der Tage kam und ich hatte rein gar nichts organisiert…. Wir feierten unserem Hochzeitstag wie immer: Gleichzeitig mit einem Tauferinnerungsfest für die Kinder. (Es ist zwar nur ein Kind genau an diesem Tag getauft, aber sonst vergessen wir die Tauftage ständig.) Ein Familientag mit einem schönen Essen.

Wir sind jetzt seit 16 Jahren verheiratet. Um genau zu sein: 16 Jahre und 3 Tage. Dieses Jahr gab es etwas Besonderes ohne dass wir es geplant hatten. Die Kinder haben uns überrascht. Sie kauften heimlich unsere Lieblingsschokolade und schlichen sich am Abend davor in den Keller. Dort sägten sie zu dritt in der Werkstatt einen Würfel aus Holz und bastelten einen Gebetswürfel daraus. Sie malten uns Bilder. Morgens deckten sie den Frühstückstisch und machten leckere Obstspieße. Der Dreijährige hatte anscheinend den Job, währenddessen auf uns aufzupassen. Er stand morgens an meinem Bett und ermahnte uns ernst: „Raschung! Nicht runter gehen!“

Natürlich war mir aufgefallen, dass „etwas im Busch war“. Als ich dann den Frühstückstisch sah, blieb mir aber doch die Spucke weg. Nicht, weil alles so perfekt war. Nicht wegen der Geschenke. Ich war berührt, weil sie sich alles ganz allein ausgedacht hatten.

von Kindern gedeckter Tisch, Überraschung zum Hochzeitstag, Muntermacher am Montag

Wir hatten keinerlei Erwartungen. Überhaupt sind wir der Ansicht, dass die Kinder uns keine Geschenke machen müssen. Weder zum Geburtstag, noch zu Weihnachten und auch nicht zum Muttertag. Ich möchte gar nicht, dass die Kinder Geld für uns ausgeben. Machen sie trotzdem – und ich freu mich auch. Aber ich erwarte es nicht. Nach dem Hochzeitstag-Erlebnis glaub ich noch fester, dass das ein guter Weg ist.

Das gilt nicht nur für unsere Kinder, auch für uns als Partner. Wir schenken uns etwas, wenn wir eine Idee haben. Keiner von uns muss sich Druck machen, dass er unbedingt ein Geburtstagsgeschenk für den anderen braucht. Manchmal schenken wir uns tatsächlich einfach nichts. Na und? In freundschaftlichen Beziehungen ist das ja nicht unbedingt so. Man ist eingeladen zu einem Geburtstag, man braucht ein Geschenk. Stresst euch das manchmal? Ich schenke sehr gern, das ist nicht der Punkt. Aber innerhalb der Familie handhaben wir Erwachsenen das einfach freier. Und ich finde das ehrlich gesagt wunderbar so und überhaupt nicht lieblos.

Bibelzitat So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicth aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt. 2. Korinther 9,7

Wenn wir frei von Erwartungen sind, geben wir auch den Kindern mehr Raum. Sie dürfen uns beschenken und lieben es, das zu tun. Aber sie müssen nicht. Und vielleicht freut man sich sogar noch ein bisschen mehr, wenn man beschenkt wird und zugleich weiß, dass der andere darin völlig frei ist…

„Wahre Liebe fordert nicht, wahre Liebe gibt. Sie ist ein Entgegenkommen, ein Geben, aber auch ein Annehmen. Wahre Liebe ergreift nicht Besitz, sondern gibt Freiheit.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Unseren 20. Hochzeitstag, den könnten wir ja dann mal „so richtig“ feiern. Immer her mit den Ideen, ich hab ja noch vier Jahre Zeit zum Planen 🙂

Ich wünsche dir einen schönen Montag,

Deine

Schriftzug vor Meer und Sonnenuntergang

 

 

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

7 Kommentare zu „MUnTermacher am Montag

  1. Guten Morgen, was für ein schöner Start in den Montag – das Bild eures Frühstückstischs ist wirklich wunderschön! Ich persönlich bin auch der Meinung, dass „Feiern“ nicht an teure Geschenke oder tolle Unternehmungen oder ein großes Fest gebunden sein muss/soll. Man kann auch einen ganz normalen Montag feiern – einfach weil alle gute Laune haben, weil es der Tag ist, an dem vor x Jahren das erste Mal x passiert oder was einem sonst in den Kopf kommt. Mein Mann zum Beispiel ist jemand, den man einfach materiell nicht beschenken kann. Es geht einfach nicht. Es ist einfach nur für alle Seiten frustrierend. Also müssen eben andere „Lösungen“ her 🙂 Achja und da fällt mir einer unserer Chor-Klassiker ein: Wenn ich alle Sprachen dieser Welt sprechen könnte… Ich mochte das Lied nie, ich finde es klingt hölzern, aber der Text ist unglaublich schön und so wahr! Ich wünsche Dir auch einen schönen Start in die Woche! Liebe Grüße

    1. Guten Morgen, vielen Dank für deine Gedanken… Ja, an 1. Korinther 13 musste ich gestern auch denken! Und du sprichst mir wirklich aus dem Herzen, dass man jeden Tag feiern kan… Wir haben sogar eine „Heute-ist-ein-besonderer-Tag“-Kerze, die die Kinder besonders lieben. Wir zünden sie an, wenn Sonntag ist, wenn die Ferien anfangen, wenn jemand stolz auf eine Schulnote ist, wenn es einem Kranken wieder besser geht, wenn jemand beschenkt wurde oder oder oder… Und was du über deinen Mann schreibst, macht mich nachdenklich. Ich glaube, das Verständnis für die Liebessprachen des anderen kann sehr entlastend sein. Ein bisschen weniger „Du musst…“ schadet uns vermutlich allen nicht 🙂 Einen schönen Tag dir und liebe Grüße, Martha

  2. Ich musste schmunseln, wir hatten doch erst gestern Hochzeitstag… Zwar erst den 6. aber wir steigern uns jedes Jahr. Es gab auch nicht wirklich etwas besonderes… Wir haben uns dafür entschieden gemeinsam einen Ausflug zu machen… Mit Kind…. Wir besuchten eine Kürbisaustellung, genossen die Kunstwerke die aus Kürbissen entstanden sind…. Machten wie Jedes Jahr ein Bild von uns… Dieses Jahr sogar mit einem Schloss im Hintergrund…. Wir haben jetzt schon 6 solcher Bilder…. Es ist schön zu sehen, wie man sich doch verändert…. Ansonsten verbrachten wir den Rest des Tages bei der Uroma von unserem Miniman… Ich finde es auch immer schwer sich auf einen besonderen Tag festzunageln. Schenken sollte wie du auch sagstaus freien Stücken geschehen…. Ich wünsche euch Gottes Segen für eure Ehe und Familie…. Ihr macht das wundervoll…. Tabea

    1. Vielen Dank, liebe Tabea. Und auch euch noch herzlichen Glückwunsch nachtäglich! Ich hab meinem Mann mal ein Fotobuch (ich glaub das war zum 10….) geschenkt, wo ich aus jedem Jahr ein gemeinsames Foto von uns zusammenstellte. Das war gar nicht so leicht, denn Fotos NUR mit uns beiden gibt es kaum… Ich finde auch, das wirklich Wichtige und Wertvolle ist die gemeinsame Zeit. Das ist durchaus ein Grund zu feiern, aber wie und wo und was genau, da kann man doch ganz frei sein… Liebe Grüße, Martha

  3. Wow! Das ist echt was ganz besonderes, was eure Kinder für euch gemacht haben. Das ist wunderschön.
    Das mit dem Schenken ist tatsächlich immer so eine Sache. Ich selbst schenke gern und werde auch gern beschenkt. Aber ich sehe es auch so: manchmal ist der Grund für ein Geschenk: „einfach nur, weil ich dabei an dich gedacht habe und dich gern habe.“
    Euch noch viele glückliche und gesegnete Ehejahre mit und ohne Geschenke und Feiern 😉

    1. Vielen Dank! Ich fand es auch einfach nur schön… Das muss nicht getoppt werden, das darf einfach mal so stehen bleiben. Ich schenke auch gern, am liebsten Selbstgemachtes. Nur fühle ich mich oft unter Zeitdruck und dann ist es irgendwie nicht mehr so schön… Umso besser, wenn ein Geburtstagsgeschenk auch mal Verspätung haben darf 🙂 Was zählt, ist die Absicht und vor allem die Liebe dahinter… Liebe Grüße auch an dich, Martha

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