Veröffentlicht in Allgemein, MUnTermacher

MUnTermacher am Montag

 Von der Stillung des Sturmes

Vor einigen Jahren waren wir als Familie in Norwegen unterwegs. Wir hatten drei Kinder, das jüngste war eineinhalb Jahre alt. Erschöpft erreichen wir abends den Campingplatz und planten den kommenden Tag nur schnell notdürftig: Früh aufstehen, ab aufs Schiff und rüber auf die andere Seite des Fjordes. Frühstück-Lunchpaket fürs Schiff vorbereiten.

Als wir am anderen Morgen den Hafen erreichten, wurde mir bewusst, dass das doch eine größere Nummer wird als „fix auf die andere Seite“. Der Fjord öffnete sich hier schon weit zur Nordsee und das Schiff machte auf seiner Route noch einen Bogen in Richtung des offenen Meeres zu einer Insel. Es sollte 1,5 Stunden unterwegs sein. Gleich nach dem Ablegen begann es stark zu schaukeln und in mir stieg Panik auf. So sehr ich das Meer liebe, ich bin überhaupt nicht seefest…

Mein Mann war da gelassener: „Geh du raus an die frische Luft, ich übernehme die Kinder.“ Kurz darauf standen wir alle draußen. Ich hielt mich mit der einen Hand fest, auf dem anderen Arm hatte ich die Kleine, die sich als erstes übergab. Die größere Tochter hielt sich an meinem Bein fest. Mein Mann war auch blass um die Nasenspitze: „Das schaukelt ja doch ganz schön…“ Ich nickte matt und zeigte auf die Kaimauer: „Schau mal da, wir haben noch nicht mal ganz den Hafen verlassen.“

Ich fühlte mich elend. Jetzt mussten wir hier aushalten und konnten nicht weg. Ich hätte etwas darum gegeben, den Kapitän bestechen zu können, damit er umdreht. Ich phantasierte darüber, das Schiff zu verlassen, wenn es an der Insel kurz anlegen würde. Die Norweger dagegen saßen gemütlich an den Tischen, hielten mit der einen Hand die Kaffeetasse fest und mit der anderen die Zeitung. Für sie war das hier vermutlich Alltag. Wir dagegen kämpften mit uns, versuchten auf den Horizont zu schauen statt auf das Autodeck, das immer wieder von Wellen überspült wurde und atmeten tief durch. Unser großer Sohn, damals 8 Jahre alt, klammerte ängstlich an meinen Mann und jammerte: „Ich will doch noch nicht sterben!!!“

Wir stellten uns alle ganz nah zusammen, hielten uns gegenseitig fest und ich begann spontan, den Kindern zu erzählen wie Jesus den Sturm gestillt hat. Sie wollten sofort beten, dass Jesus das jetzt für uns auch tun möge. Ich schluckte. Oje, nun werden sie enttäuscht, dachte ich. Wie erkläre ich ihnen, dass Gott hier nicht eingreift? Dass die Wellen unbeirrt weitertoben? Was hat mich bloß geritten, ausgerechnet jetzt diese Geschichte zu erzählen?

Nachdem wir eine halbe Stunde überlebt überstanden hatten, legte das Schiff an der kleinen Insel an. Als es von dort aus Richtung Festland weiterfuhr, musste es die Richtung wechseln. Es fuhr nun mit den Wellen und sie kamen nicht mehr von der Seite wie zuvor. Und auf einmal lag der „Kahn“ viel ruhiger im Wasser, obwohl die Wellen genauso groß waren wie vorher! Die Kinder jubelten: „Mama, Gott hat den Sturm gestillt! Er hat unser Gebet erhört!“ Der Rest der Überfahrt wurde entspannt und schön, auch wenn keiner Lust auf Frühstück hatte und wir das Schaukeln auch auf dem Festland noch eine ganze Weile zu spüren meinten…

Und ich? Ich schluckte ich wieder. Und war beschämt. Wie wenig trauen wir Gott doch manchmal zu… Dabei kann Gott sogar eine Sturmstillung ohne Sturmstillung machen!

„Manchmal beruhigt Gott den Sturm. Aber manchmal lässt Gott den Sturm wüten und beruhigt sein Kind.“ Hans Peter Royer

Vater und Söhne schauen aufs Meer, Jesus stillt den Sturm, keine Wellen mehr

Jesus antwortete ihnen: »Warum habt ihr Angst? Vertraut ihr mir so wenig?« Dann stand er auf und befahl dem Wind und den Wellen, sich zu legen. Sofort hörte der Sturm auf, und es wurde ganz still. Alle fragten sich voller Staunen: »Was ist das für ein Mensch? Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!« (Matthäus 8, 26+27)

 Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei, hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Jesaja 41, 10
Ich wünsche Dir einen gesegneten Tag…
Deine
Schriftzug vor Meer und Sonnenuntergang

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

14 Kommentare zu „MUnTermacher am Montag

  1. Liebe Martha, was für eine Geschichte…. Es ist spannend zu sehen wie Kinder doch ganz unbedarft an die Sache heran gehen. Während wir schon einen oder zwei Schritte weiterdenken bleiben sie erstmal „gelassen“ bei dem jetzigen. Auch von ihrem Vertrauen kann ich mir wohl eine Scheibe abschneiden. Danke für diesen Beitrag! 😍

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