Selbst ist das Kind

Wer ist hier zuständig?

Sobald ein Kind in der Lage ist einen Putzlappen zu halten, bemühen wir uns darum, es in die Hausarbeit einzubeziehen. Mehr oder weniger erfolgreich. Mehr oder weniger nachdrücklich. Wir haben diverse Systeme probiert und (ich sag es ehrlich) sie immer wieder verworfen. Als ich eines Tages eines der Kinder (Namen werden hier nicht genannt) aufforderte, die Toilette zu putzen („Ich zeig´s auch nochmal…“), protestierte es: „Igitt, niemals!“ Da war ich mir sicher, hier ist etwas schief gelaufen. Meine Frage war dann: Und wie soll das später mal werden, in der eigenen Wohnung? Eine Putzfrau natürlich! Und bis dahin: Klar, Mama…

Dummerweise hat die Mama nicht vor, für die nächsten Jahrzehnte (allein) die Putz-, Wasch- und Hinerherräumfrau des ganzen Hauses zu sein. Und so müssen die armen Kinder immer wieder mit ran. Wir sind noch ein ganze Stück davon entfernt, unseren Haushalt als „gut funktionierend“ zu bezeichnen, aber es wird immer besser. (Finde ich.) Ich denke, jede Familie muss da einen eigenen Weg finden und es gibt unterschiedliche Ansätze. Und so war es bei uns:

Was bei uns nicht funktioniert hat:

Wechselnde Dienste. Ich weiß, andere Familien kommen mit einem rotierenden System zurecht, hier klappt es nicht. Es entstehen ständig Diskussionen, wer wo mehr machen musste oder ich vergesse, wer gerade womit dran ist. Und nach ein paar Wochen hat sichd das System ausgeschlichen und keiner tut mehr etwas. Es ist aber auch verzwickt:  Wenn das Kind, das für die Spülmaschine zuständig ist, noch in der Schule ist, kann ich nicht warten. Und je älter die Kinder werden und je ungleicher die Anwesenheit am Nachmittag ist, desto schwieriger wird das Ganze.

Was ganz gut funktioniert:

Teamarbeit. Irgendwann legten wir fest, dass die Kinder dafür zuständig sind, dass am Abend der Tisch abgeräumt, die Spülmaschine eingeräumt, der Tisch abgewischt und darunter gekehrt wird. Der Abend war für uns Eltern einfach zu voll, für das Vorlesen blieb nur noch selten Zeit. Meist teilen sich nun die drei „Betroffenen“ (6, Jahre, 9 Jahre, 12 Jahre) selbst auf, wer was macht. Ich muss nur aufpassen, dass der Jüngste im Bunde  sich nicht aus dem Staub macht, das kann er nämlich besonders gut! Wenn es läuft, können wir in Ruhe den Kleinen bettfertig machen und noch dies und das erledigen, was am Tage so liegen blieb und vorbereiten, was noch vorzubereiten ist. Der Große isst nicht mit uns (ein anderes Thema…) und hat daher zeitlich flexible „Ersatz-Aufgaben“ bekommen. Zum Beispie Papiermüll leeren, Treppe saugen oder Flaschen wegbringen.

Jeder ist für seine Sachen zuständig. Zimmer aufräumen, Kleidung in den Schrank sortieren, saugen. Je nach Altern gibt es mehr oder weniger Hilfe von uns dabei (das Zimmer der Kleinen sauge ich zum Beispiel komplett). In größeren Abständen können auch die Großen Hilfe beim Ausmisten und Aufräumen des Zimmers gebrauchen. Das hatte ich so ehrlich gesagt nicht erwartet, aber manchmal sind sie schlicht überfordert und wissen gar nicht, wie sie anfangen können. Vermutlich haben die lieben Kleinen (Großen) einfach alle unser Chaos-Gen geerbt. Für diese Mit-Schuld gibt es ab und zu auch gern Mit-Hilfe von uns 🙂

„Versuchen Sie bedingungslos zu geben, was auch immer ein Mensch in diesem Moment braucht. Der entscheidende Punkt besteht darin, etwas zu tun, so klein es auch sein mag, und durch das eigene Handeln zu zeigen, dass man sich kümmert, indem man seine Zeit verschenkt…“ (Mutter Teresa)

Neue Ideen:

Diese beiden Bücher habe ich in der letzten Zeit gelesen und mich inspirieren lassen. Wie immer suche ich das heraus, was für uns passt und überlese den Rest 🙂 Und das ist „hängen geblieben“:

„Selbst ist das Kind“ von Kay Wills Wyma (leider vergriffen)

„Das Haushalts-Survival-Buch“ von Bianka Bleier und Birgit Schilling

Der Kinderkochtag

Kay Wills Wyma ist auch Mutter von fünf Kindern. Sie schlägt vor, dass jeden Tag ein anderes Kind mit dem Kochen an der Reihe ist (und zwar komplett, von Einkauf bis Abwasch). Das wäre mir definitiv zu viel. Ich meine, sie sollen das alles lernen, aber ich will es auch überleben… So ist bei uns EINMAL in der Woche EIN Kind das „Kochkind“. Leider fand sich durch terminliche Differenzen kein fester Tag, so legen wir jede Woche einen Abend fest, an dem das Kind kocht. Die Kleinen brauchen natürlich noch viel mehr Hilfe als die Großen, aber sie alle freuen sich darauf. Sie dürfen nämlich (mit)entscheiden, was es gibt. Bedingung: Es muss wenigstens in Teilen selbstgemacht sein. Tiefkühlpizza zählt nicht. Der Große (16 Jahre alt und kocht ohnehin sein eigenes „Süppchen“) hat sich sofort aus dem Projekt verabschiedet, was der Begeisterung der anderen Kinder aber nicht geschadet hat. Sie genießen die Aufmerksamkeit von Mama oder Papa und probieren beim Essen tatsächlich auch mal etwas Neues. Unbezahlbar ist das Leuchten in den Augen, wenn es heißt: „Das habe ICH gekocht.“ Kochende Männer sind übrigens gold wert, hab ich das schon mal erwähnt? Und hier kann so ganz nebenbei der Grundstein dafür gelegt werden 🙂

Die Samstagsaufgabe

Der Gedanke, einen Familienputztag einzuführen, hat mich ehrlich gesagt immer abgeschreckt. Am Samstag müssten dazu ja dann alle da sein und eine gewisse Zeit putzen. Wir haben aber Fußballer in der Familie (Betroffene wissen, was das heißt). Und was ist, wenn die Sonne scheint? Ich mag mich ja selbst nicht zu so etwas verpflichten und will dann lieber spontan raus 🙂 Dennoch hat es sich im Laufe der Zeit (und mit zunehmender Kinderzahl) so gefügt, dass ich samstags relativ viel putze. Passt einfach zeitlich gut. Wenn ich allein zuständig bin, macht mich das auf Dauer aber unzufrieden. Die anderen können es auch gar nicht wertschätzen, wenn sie nicht wissen, was dahintersteckt. Ein Beispiel: Kinder, die selbst öfters mal den Boden wischen, laufen nicht mehr (so oft) gedankenlos mit dreckigen Gummistiefeln ins Haus. Es sind keine schlechten Lektionen, die man da lernt, gerade wo wir doch in einer „Unterm-Strich-zähl-ich“-Gesellschaft leben.

Die Umsetzung sieht nun bei uns so aus: Im Laufe der Woche schreibe ich eine Liste mit zu erledigenden Dingen, die ich nicht schaffe oder die besonders „kindergeeignet“ sind. Mein Mann schreibt manchmal auch Aufgaben aus „seinem“ Bereich (Keller, Küche, Auto, Garten) dazu. Beim Frühstück am Samstag stelle ich die Liste vor und wir setzen Prioritäten. Da wir niemals alles schaffen, achten wir darauf, dass wenigstens die dringenden A-Aufgaben verteilt sind. Es dürfen auch Teams gebildet werden, bevorzugt ein Großer mit einem Kleinen. Man darf bei der Auswahl der Aufgabe mitbestimmen. Wer sich nichts aussucht (Großkind frühstückt nicht mit uns), bekommt etwas zugeteilt. Wer Termine hat, kann die Aufgabe irgendwann am Samstag erledigen, die anderen tun es gleich. Was weg ist, brummt nicht mehr. Wenn ich mal keine Liste gemacht habe, werden einfach die Bäder geputzt. Das ist eigentlich immer dran… Wenn alle sieben Familienmitglieder nur je eine halbe Stunde arbeiten, kommen wir auf 3,5 Stunden Arbeitszeit statt nur der halben Stunde, die ich allein gehabt hätte. Bei einer Stunde für jeden sind es schon 7 Stunden in der Summe! (Das Buch von Bianka Bleier und Birgit Schilling schlägt sogar 3 Stunden Arbeitszeit vor! Dafür aber nicht jeden Samstag…) Obwohl trotzdem Sachen liegen bleiben und manches nicht ganz so läuft, wie ich es mir vorgestellt hätte: Meine Zufriedenheit ist merklich angestiegen.

Hier ein Beispiel für eine Liste:

Unkrautjäten Vorgarten B, Hecke schneiden C, Fenster im großen Kinderzimmer putzen B, Küchenfronten putzen C, Kiste mit den Wasserfarben (aus)sortieren C, Besteckschublade entkrümeln B, alle Stifte in der Stiftekiste spitzen C, Kinderstuhl reparieren A, Terrasse kehren B

Müssen Kinder unbedingt helfen?

Für mich persönlich ist das gar keine Frage, aber ich weiß, dass andere Familien damit anders umgehen. Einige finden, die Kinder haben mit der Schule schon so viel zu tun. Und es stimmt: Oft kommen sie später heim und haben so etwas wie einen richtigen Arbeitstag. Anderen ist es zu anstrengend, die Kinder immer wieder einzubinden, zu erinnern. Und am Ende ist es nicht ordentlich erledigt. Auch das kann ich echt gut nachvollziehen, denn so ist es. Es kostet wirklich immer wieder Kraft und Energie, es dauerhaft umzusetzen. Nicht umsonst sind wir so oft an unseren immer wieder neu ausgeklügelten Systemen gescheitert…

Theoretisch könnte man auch einfach einen Crash-Kurs in den Wochen vor dem Auszug ins Erwachsenenleben veranstalten. Ich erinnere mich dunkel, dass ich da auch noch einige Fragen an meine Mutter hatte bezüglich Wäschewaschen und Fensterputzen. Es gibt eben verschiedene Möglichkeiten. Doch nach wie vor halte ich persönlich daran fest: Kinder helfen mit. Mit den Aufgaben wird auch die Verantwortung geteilt und die Kinder lernen ganz selbstverständlich Dinge, die sie fürs Leben brauchen.

Ein Kind springt hoch über ein Hindernis, Leichtigkeit, überwinden, Kindermund, Kindersprüche, Kinderfragen, Mithilfe im Haushalt, Selbst ist das Kind

„Wenn Sie möchten, dass die Kinder mit beiden Beinen auf der Erde bleiben, dann legen Sie ihnen Verantwortung auf die Schultern.“ (Abigail Van Buren)

Jesper Juul schreibt in seinem Buch „Dein kompetentes Kind“, man sollte sich überlegen, ob man ein hilfsbereites oder ein pflichtbewusstes Kind möchte. Für das Pflichtbewusstsein gibt man ihm Pflichten. Für Hilfsbereitschaft fragt man situationsgebunden dann nach Hilfe, wenn man sie auch wirklich braucht. Soll ich ehrlich sein? Ich möchte beides! Und es gehört für mich auch tastächlich zusammen. Ich lasse die Kinder nicht helfen um des Helfens willen, sondern weil ich wirklich ihre Hilfe brauche. Und sie sollen durchaus lernen, dass es nur funktioniert, wenn alle bei Bedarf zusammenhelfen und außerdem jeder seine Pflicht erledigt.

Kleinkind putzt Fenster, Mithilfe im Haushalt, Selbstständigkeit lernen, Selbst ist das Kind

Ein Appell am Schluss

Ach so: „Jeder“ schließt den Papa mit ein. Ich hab mal irgendwo gehört, es soll Familien geben, wo alles an der Frau hängen bleibt… 😉 Als wir das erste Samstagstreffen zur Aufgabenverteilung hatten, mochte sich zunächst keiner auf etwas festlegen. Dabei nannte ich das ganze gar nicht erst „Familien-Haushalts-Spaß-Einsatz“, wie in dem besagten Buch von Bleier/ Schilling. Ich stellte die Aufgaben vor, fragte herum. Die Kinder lenkten ab. Das erste Kind stahl sich schon davon. Mein Mann war dann der Erste, der sich zwei Aufgaben „schnappte“. Und plötzlich lief es! Ratzfatz waren die Aufgaben verteilt und sogar das geflüchtete Kind hat noch etwas abbekommen 🙂 Mehr  oder weniger engagiert gingen alle an die Arbeit, aber bis zum Mittag war es erledigt. (Und in einem Putz-Team gab es dann vielleicht wirklich auch ein bisschen Spaß.)

Was will ich nun damit sagen? Männer, ohne euch geht´s einfach nicht! 🙂

Es interessiert mich sehr, wie ihr das Thema „Hilfe im Haushalt“ seht und umsetzt. Schreib mir gern in den Kommentaren, wie deine Erfahrungen sind!

Deine

Schriftzug vor Meer und Sonnenuntergang

 

 

 

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14 Kommentare zu “Selbst ist das Kind

  1. LIebe Martha,
    das tut wirklich sehr gut darüber zu lesen. Ich wünsche mir für unsre Kinder auch, dass sie mithelfen und wir haben auch schon öfter mal ein ‚System‘ angefangen und wieder aufgegeben! 😉 Da ist es echt toll zu lesen, wie andere das machen!! Bei uns ist jeden Abend Zimmer-aufräum-Zeit, aber wie du so schön schreibst, brauchen die Kinder je nach Alter da immer noch Hilfe. Nach dem Essen räumt jeder selber sein Geschirr in die Spülmaschine, wenn die Spülmaschine fertig ist, wird sie von allen zusammen ausgeräumt, außer dem Großen, der darf den Müll rausbringen, aber das darf ich ihm auch noch sagen… Einen Samstag=Putztag fand ich immer schlimm, ich versuch mir die Aufgaben unter der Woche in kleine Häppchen einzuteilen und jeden Tag ein bisschen zu machen. Dafür ist bei uns der Samstag ein bisschen ein Backtag geworden. In erster Linie stehen da mein Mann und ich gemeinsam in der Küche, wir geniessen das und manchmal helfen auch die Kinder mit…
    Danke für die vielen Ideen und Beispiele aus eurer Familie!! Ich will immer wieder schauen, was ich übernehmen kann und was für uns passt. Das Thema lohnt sich dran zu bleiben. Einmal weil wir als Familie uns gegenseitig helfen wollen und auch weil die Kinder ja irgendwann mal fähig sein sollen, alleine zu leben! Ohne Mama oder Putzfrau… 😉

    • Danke für deine Worte. Ich höre auch immer gern, wie es anderswo so ist… Manches ist einem auch einfach nicht bewusst. Der Große war zum Beispiel das erste Mal eine Woche allein daheim. Nach der Woche fand ich eine volle, dreckige Spülmaschine vor. Begründung: „Ich wusste nicht, wie man die anschaltet.“ Okay, nun weiß er es… 😀 Wir schaffst du denn alles unter der Woche?? Hier ist immer noch so viel übrig… Was ich vormittags nicht schaffe, bleibt meist liegen, weil die Nachmittage gefüllt sind mit Terminen, Hausaufgaben, Freundebesuch… Aber bald wird es evtl leichter, wenn der Kleine im Kiga ist, denk ich mir… Liebe Grüße, Martha

  2. Liebe Martha, och ich lese das auch so gerne…mein Credo diesbezüglich lautet tatsächlich: wir sind eine Familie und Familie funktioniert nur, wenn alle mithelfen. Jeder wird gebraucht und ist zum Erhalt der Sippe lebensnotwendig (ist nicht von mir sondern auch von Anna Wahlgren) Das gilt schon für die Allerkleinsten, die können auch Milch aus dem Keller holen oÄ. Menschen wollen ja gebraucht werden und nicht Deko sein. Dann ist es auch weniger ein „du musst weil ich es sage…“ Und eher ein „ohne dich funktioniert hier gar nichts“ Lustigerweise räumen bei uns auch die drei Großen den Tisch ab, während wir die Kleinen ins Bett bringen. Zimmer aufräumen einmal in der Woche gründlich- noch reicht der Hinweis, dass ich am nächsten Morgen mit dem Staubsauger komme: was,dann noch auf dem Boden liegt… Kleine Einkäufe können Grundschüler schon mit dem Fahrrad erledigen. Alles weit entfernt von Perfektion und Vollkommenheit, aber ganz ehrlich….oh und ich versuche auch alles unter der Woche zu erledigen, um ein wenig Familienzeit zu erübrigen. Mich entlastet, dass mein Mann sich ums Straßekehren, Rasenmähen und Ähnliches kümmert- und oft am Wochenende kocht. Kinderkochabend- das klingt wirklich spannend! Liebe Grüße

    • Tolles Credo – so ist es! Das Zimmeraufräumen einmal die Woche machen wir auch so… wobei ich mich oft schon zufriedengebe mit „freier Teppich“, damit man saugen kann… wobei ich ehrlich gesagt beim Großen eine Zeit komplett aufgegeben habe. Da bin ich schon zufrieden, wenn kein Essen im Zimmer vor sich hinschimmelt. Inzwischen achtet er aber sogar selbst mehr auf (bisschen) Ordnung. Liebe Grüße, Martha

  3. Liebe Martha, ich habe deinen Beitrag auch mit viel Interesse gelesen. Ich liebe es, zu planen und zu optimieren, gebe aber zu, dass ich in dieser Beziehung eher der Kurz-Strecken-Sprinter bin. Sprich, lang anhaltende Konzepte finde ich auch schwierig umzusetzen. Es funktioniert bei uns nur dank Ämtliplan und Rotation, vorher haben wir immer gestritten, äh, diskutiert 😉

    Wir machen es so: Jedes Kind ist für die Ordnung in seinem Zimmer (oder seiner Ecke) verantwortlich. Meist wird am Abend soweit aufgeräumt, dass das Zimmer einigermassen ordentlich aussieht. Die drei Grossen wechseln sich mit Wochen-Aufgaben ab: Der eine tischt am Mittag ab und wischt Tisch und Boden, der andere am Abend, der Dritte hat das „Ausruhe-Ämtli“ und befreit 1-2x das Waschbecken von Zahnpasta. Die Kleinste räumt am Abend die Schuhe schön auf und wird ab August folgen, dann wird’s noch ein „Tisch-Ämtli“ geben. Am Samstag machen wir einen kleinen Putzmorgen (ich sehe zu, dass ich mein eigenes Zeug schon am Freitag erledige, damit mir Zeit bleibt, die Kinder zu motivieren/lehren/etc.). Dabei wird das Bad geputzt (jeder macht was), die Böden im oberen Stock gesaugt, Staub gewischt. Das ist so der „wöchentliche Hausputz“ – ich unten, sie oben. Danach gibt’s eine kleine Belohnung, einen Sirup oder eine Pizza oder eine Fernseh-Zeit. Neben den eingeteilten Aufgaben ist es mir wichtig, dass sie auch spontan mithelfen (das, was J. Juul „Hilfsbereitschaft“ nennt). Z.B. Spülmaschine ausräumen, etwas einkaufen, im Garten mithelfen, etc.

    Ich habe auch die Haltung: „Wir sind eine Familie, wir helfen einander“. Für mich ist es klar, dass sie mithelfen. Auch kochen und backen dürfen sie mithelfen, das lieben sie. In den Ferien machen wir es jeweils so, dass sie am Morgen etwas helfen. Danach ist Spielzeit. Früher hatten wir das nicht; ich hatte Stress, sie machten Unordnung und stritten die ganze Zeit 😉 Nun nimmt meine persönliche Zufriedenheit auch zu, so wie bei dir. Herzliche Grüsse und danke für deinen Post! Sonja

    • Liebe Sonja, ich find es richtig schön zu lesen, wie unterschiedliche Ansätze zur gleichen Sache klappen können – und zu mehr Zufriedenheit führen. Klasse! Ehrlich gesagt finde ich das spontane Mithelfen oft am anstrengendsten: „Ich hab aber letztes Mal schon, der/die muss viel weniger, warum ich?“ usw. Fragt man die Kinder, dann habe ich fünf, die allesamt am meisten machen müssen *lach* Ach ja, und die Freunde müssen natürlich ALLE ÜBERHAUPT NICHT helfen 🙂 Aber diese Art Diskussion gehört wohl irgendwie auch mit dazu… Liebe Grüße, Martha

      • Liebe Martha, mir geht es genau gleich. Es braucht viel Entschlossenheit und Ruhe, um den Wunsch klar zu platzieren. Am einfachsten finde ich es, nicht an Ort und Stelle Gehorsam einzufordern, sondern einfach zu sagen: „Du weisst jetzt, was ich will.“ Irgendwann geschieht es dann meistens. Liebe Grüsse zurück!

  4. Also, hier wird auch mitgeholfen, aber aufgrund des Alters von 6 und 4 noch auf einem anderen Level. Ich möchte es gar nicht mal direkt als Pflichtbewusstsein bezeichnen. Ich möchte ihnen vermitteln, dass das zum Alltag einfach dazu gehört und sie es ein wenig selbstverständlich ansehen, es zu tun. Ich bitte auch oft direkt um Hilfe, z.B. beim Tischdecken. Hatte neulich bei der Blogparade zu Tischmanieren ausführlicher dazu geschrieben:
    https://schnuppismama.wordpress.com/2017/07/19/wenn-die-schnuppisfamilie-zusammen-isst-tischmanieren%EF%BB%BF-blogparade/

    Auch das Anleiten der Kids, gerade beim Aufräumen und (Aus-)Sortieren kenne ich sehr gut. Ich habe gerade mit der Großen mal ihren Schrank und ihr Regal durchforstet. Da musste ich eindeutig noch das Ruder in die Hand nehmen. Denn es ist, wie Du beschrieben hast, dass sie da einfach noch nicht recht weiß, was sie nun tun soll. Auch bei Aufräumen klappt es wesentlich besser, wenn ich kleine Hilfestellungen gebe. Dann merken sie plötzlich, dass das Chaos schlimmer aussah als es war, hat man erst einmal eine Spielzeugart in der dafür vorgesehenen Kiste verstaut.

    Bisher finden die Kinder dieses Helfen und auch sich selbst schon ein Stück weit um die eigenen Dinge kümmern ganz normal. Ich hoffe, dass ich ihnen dies auch weiterhin vermitteln kann.

    Ich lasse Dir liebe Grüße da 🙂

    • Deinen Beitrag zur Blogparade hab ich mit Interesse gelesen… Hätte überlegt, auch noch was zu schreiben, aber dann war es mir zu viel. Irgendwann kommt nochmal was zum Thema „Essen“. Das finde ich auch total wichtig, dass man ausstrahlt: Hilfe ist selbstverständlich. Irgendwie würde es bei uns mit älter werdenden Kindern schwieriger, aber so ähnlich sage ich ihnen das oft. Es funktioniert nur, wenn wir nicht unser helfen… Und nach dem Urlaub sind die Kinderzimmer Mal wieder gründlicher dran 🙂 liebe Grüße, Martha

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