Veröffentlicht in Allgemein, Ehe, Projekte

Zeit zu zweit (Teil2) – Und was braucht man nun für eine glückliche Ehe?

Eine prunkvolle Hochzeit in weiß? Einen zuverlässigen Babysitter? Einen guten Seelsorger/ Coach/ Therapeuten/ Psychologen? Ein Arbeitshandbuch? Eine bestimmte Kommunikationstechnik?

Im letzten Beitrag ging es darum, was man alles NICHT unbedingt braucht für eine glückliche Ehe. Das heißt jedoch nicht, dass man NIE „an der Ehe arbeiten“ muss, wie man so schön sagt. Es kann sogar absolut notwendig sein. Und wenn es mit eurer Ehe-/Kinderphase vereinbar ist, dann sind Eheabende und Auszeiten zu zweit auch immer eine ganz wundervolle und bereichernde Sache für die Beziehung. Nur eben nicht als „Muss“…

Doch was BRAUCHT man nun eigentlich alles für eine glückliche Ehe? Machen wir es kurz: Ich weiß es auch nicht so genau. Was ich habe, sind nur persönliche Erfahrungen und im besten Fall vielleicht ein paar Gedankenanstöße.

Das Gelingen der Ehe liegt nicht allein in unserer Hand. Dieser Satz ist nicht bedrohlich gemeint, sondern kann uns entlasten. Gott, der höher ist als alle Vernunft, sorgt auch hier für uns. Er ist gnädig. Gnade (lat. „gratia“, griech. „charis“) meint die „wohlwollende freiwillige Zuwendung„. Göttliche Gnade kann man sich gar nicht verdienen.

Es ist meinem Mann und mir wichtig, die gleiche Basis haben, unseren Glauben. So wird es möglich,  nicht nur „eins“ in körperlicher und seelischer Hinsicht zu werden, sondern auch auf geistlicher Ebene.

Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele. (1. Mose 1, 28)

Dieser Vers enthält mehr Weisheit, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Er „verlässt seine Eltern“. Jeder von uns kennt vermutlich Beispiele, wo einem Partner (dem Mann vielleicht häufiger) genau diese Ablösung nicht (gut) gelungen ist. Und schon hat man sie alle irgendwie mit ihm Ehebett: Die Schweigereltern, vielleicht noch Geschwister, Tanten, Onkel, Großeltern…

Doch die Ehe ist eine Sache zwischen zwei Menschen. Im Grunde ist die Ehe aus christlicher Sicht sogar ein Dreierbund. Kennt ihr diesen Spruch? Die Buchstaben EHE könnten auch stehen für zwei Egoisten und dazwischen der Herr. nur eben bitte nicht noch mehr Personen 🙂

»Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell.« (Prediger 4, 12)

Natürlich gibt es auch glückliche Ehen, die sich nicht auf den christlichen Glauben aufbauen. (Das will ich nicht bezweifeln!) Doch auch dort lässt sich beobachten, dass gleiche Ansichten, gleiche Werte, eine gleiche Basis sehr hilfreich sind. Durch Jesus Christus haben wir einen tragenden Grund als Basis.

Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. (Matthäus 7, 24-16)

Wer weiß schon, durch welche Lebensstürme wir noch hindurch müssen? Die Bibel ist natürlich nicht als Beziehungsratgeber geschrieben. Sie bietet uns aber viele gute Anregungen für Beziehungen…

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Was rät die Bibel?

Die Ehe-Beziehung braucht Treue.

Es scheint ja „im Kommen“ zu sein, offene Beziehungen zu führen. Man könnte fast sagen: Offen Fremdgehen ist das neue Treusein. Es ist nicht reräsentativ, aber die (wenigen) Beziehungen, die ich bisher – auch nur von Weitem – erlebt habe, sind früher oder später in die Brüche gegangen. Dagegen kenne ich (aber auch wenige) Beziehungen, die Untreue überwinden konnten. Mit Zeit, Geduld, Liebe und vor allem einer neuen Entscheidung für die Treue. Es gibt keinen aussichtslosen Zeitpunkt. Aber auch keine Alternative zur Treue…

Achtet die Ehe und haltet euch als Ehepartner die Treue. (Hebräer 13, 4)

Doch ich erinnere mich auch an die Worte eines Psychologen und Seelsorgers: Hat einer der beiden Partner eine neue Liebe und will diese nicht verlassen, dann hat der „alte“ Partner keine Chance mehr, was auch immer er tut. Die Ehe heilen lassen, das geht nur zu zweit… oder besser: zu dritt – siehe oben.

Du hast doch deinen eigenen Brunnen, deine Quelle, die klares Wasser sprudelt. Trink aus dieser Quelle! Willst du, dass ihr Wasser auf die Straße fließt? Willst du es etwa mit anderen teilen? Für dich allein soll es sprudeln! Freue dich an der Frau, die du jung geheiratet hast. (Sprüche 5, 1)

Die Ehe braucht Liebe und Respekt – und vor allem Vergebungsbereitschaft.

Das klingt erstmal selbstverständlich. Aber gerade am Umgang miteinander erkennt man, wie es um die Beziehung steht. Wahrt das Paar den Respekt auch im Streit? (Ja, logisch gibt es den!) Oder werden hier Grenzen überschritten? Das muss man sehr ernst nehmen… Und was auch eine wichtige Frage ist: Wie sprichst du eigentlich über deinen Mann/ deine Frau, wenn dieser/ diese nicht anwesend ist? Ich erinnere mich an eine Frauenrunde, in der unter viel Gelächter über die Männer „hergezogen“ wurde. Fast hörte es sich an, als handelte es sich um Haustiere… „Meinen kriegst du am Wochenende nicht vor Mittag aus dem Bett.“ „Meiner lässt überall seine Klamotten liegen.“ „Meiner hat keine Ahnung, wozu man einen Putzlappen benutzt.“ Möglicherweise ist alles davon wahr, aber es gibt trotzdem recht unterschiedliche Wege, damit umzugehen…

Geht liebevoll miteinander um, so wie auch Christus euch seine Liebe erwiesen hat. (Epheser 5, 2)

Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus! (Epheser 4, 26)

Hier nun noch eine Bibelstelle, die in manch einem sicherlich spontan Widerstand auslöst.

Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter; so erwartet es Christus, der Herr, von euch, mit dem ihr verbunden seid. Ihr Männer, liebt eure Frauen und kränkt sie nicht. (Kolosser 3, 18)

Unterordnung der Frau? Wie bitte? In welcher Zeit leben wir denn?? Das ist eine sehr gute Frage, die man sich in Bezug auf Bibelstellen immer gern stellen darf. Ist dies denn etwas, das heute für mich gilt oder spricht das in die damalige Zeit? In diesem Zusammenhang lässt sich dann oft erkennen, dass Gottes Ordnungen sogar sehr fortschrittlich waren und die Stellung der Frau in der damaligen Zeit aufwerteten. Doch auch für uns steckt eine Menge Weisheit darin… Es werden zwei Aspekte angesprochen, die sehr oft wunde Punkte einer Beziehung sind. Frauen brauchen mehr Liebe von ihren Männern. Männer brauchen mehr Respekt von ihren Frauen. Das heißt nicht, dass der jeweils andere Partner Liebe und Respekt nicht braucht, aber mit diesem Schwerpunkt sind die Geschlechter biblisch betrachtet eben angelegt… (Die Diskussion der Gender-Frage würde an dieser Stelle zu weit führen.)

Ihr Männer, liebt eure Frauen so, wie Christus seine Gemeinde liebt: Er hat sein Leben für sie gegeben. (Epheser 5, 25)

Unweigerlich werden wir schuldig aneinander, immer wieder, täglich. Vergebung ist etwas, dass sich im Kleinen sehr gut üben lässt.

Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, hone dass ihr einander vergeben habt. (Epheser 4, 26)

Und da steht nicht: „Werdet nicht zornig!“, sondern „Wenn ihr zornig seid…“ Das kommt also in den besten Ehen vor. Und natürlich sind Probleme nicht schon gelöst, nur weil der Zorn verraucht ist. Aber ein erster, wichtiger Schritt wäre damit getan.

Sex ist mehr als eine Nebensache.

Die Bibel ist sex- und körperfeindlich? Das sagt nur, wer sie noch nicht gelesen hat… Das erste, worüber Gott mit seinen Geschöpfen sprach, war – tatsächlich – Sex! (1. Mose 1, 28)

Die folgende Bibelstelle kann man – wie es oft der Fall ist – von zwei Seiten betrachten. Als eine starre Regel. Oder (bei genaurerem Hinsehen) als Chance. Wenn es nicht immer nur darum geht, ob man aktuell gerade auch wirklich so richtig Lust auf den Partner hat, dann öffnet das tatsächlich den eigenen Horizont für neue Blickwinkel.

Der Mann darf sich seiner Frau nicht verweigern, und genauso wenig darf sich die Frau ihrem Mann verweigern. Nicht die Frau verfügt über ihren Körper, sondern der Mann, und ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Körper, sondern die Frau. Keiner von euch darf sich seinem Ehepartner entziehen. (1. Korinther 7, 2-5)

Psychologen sagen dass Frauen und Männer dem Sex häufig unterschiedliche Bedeutung beimessen. Natürlich stimmt das nicht immer, aber tendenziell wohl schon: Während Männer sich durch Sex mit der Frau verbinden, benötigen Frauen das Gefühl von Verbundenheit, um Sex zu haben. Doch es gibt die Chance, sich einander anzunähern…

Natürlich gibt es durchaus plausible Gründe für sexlose Zeiten (Geburt, Baby, Krankheit…) Und es heißt auch nicht, dass es lediglich die Frauen sind, die einen Schritt auf die Männer zugehen sollen. Aber es ist ja auch nur ein Gerücht, dass Männer immer Lust haben und Frauen nie. Und übrigens können auch Männer durchaus etwas tun in Sachen Annäherung. Denn Hausarbeit macht Frauen müde und Männer sexy. Oder nicht?! 😉

Braut und Bräutigam laufen Hand in Hand, Zeit zu Zweit, Was braucht man für eine glückliche Ehe nicht

Nachdem dieser Text nun doch recht lang geworden ist, wird es zu einem weiteren Punkt, den ich persönlich für eine glückliche Ehe ganz besonders wichtig finde, eine

Zeit zu zweit – Teil 3 geben.

Wenn du magst, schreib doch deine Meinung – gern auch kritisch – zu den bisherigen Gedanken in die Kommentare!

Deine

Martha vom Blog FamilienLeben mit Gott

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Die Bibelzitate wurden der Übersetzung „Hoffnung für alle“ entnommen.

Lesetipp:

Emerson Eggerichs: Liebe und Respekt. Die Liebe, nach der sie sich sehnt. Die Anerkennung, die er sich wünscht. Gerth Medien, 2011.

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

7 Kommentare zu „Zeit zu zweit (Teil2) – Und was braucht man nun für eine glückliche Ehe?

  1. Interessant, die Einteilung von Liebe und Respekt auf die weibliche bzw. männliche Perspektive der Ehe, war mir bisher noch nicht so klar. Allerdings finde ich persönlich in der Ehe auch das VERSTÄNDNIS für den anderen ganz wichtig, da kann es noch so viele Rollenbilder / Zuschreibungen / Ideen geben, … wenn man nicht bemüht ist, den anderen in seiner aktuellen Situation zu verstehen, was sein/ihr Handeln beeinflussen kann, dann fehlt da ganz erheblich etwas in der Beziehung.

    1. Das mit der Liebe und dem Respekt ist sicherlich auch etwas plakativ und verkürzt… Paare sind ja doch individuell. Bestimmt fehlen noch mehr Aspekte… Also danke für diesen mit dem Verständnis. Auf jeden Fall sehr wichtig! Liebe Grüße, Martha

  2. Liebe Martha, danke für deine Ehe(ein)sichten. Ich finde sie sehr spannend und habe sie gerne gelesen. Persönlich glaube ich, dass das Wichtigste ist, miteinander im Gespräch zu bleiben, auch in Dürrezeiten und herausfordernden Situationen. Und einander gelten zu lassen, in aller Unterschiedlichkeit. Danke für deine Gedankenanstöße. Liebe Grüße

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