Veröffentlicht in Allgemein, Bibel, MUnTermacher

Von der Wiedergeburt und vom Heiligen Geist

Wiedergeboren?

Während eines Praktikums in meiner Studienzeit wurde ich von einer Frau angesprochen, ob ich jemanden wüsste, der ihrem Sohn Nachhilfe in Mathematik geben könnte. Ich wusste jemanden… Als ich zur ersten Stunde erschien, legte ich meinen christlichen Kalender auf den Tisch. Die Frau freute sich unbändig: „Oh, Sie sind auch Christ?“ Sie fragte gleich weiter: „Wiedergeboren?“ Da war es wieder, dieses Wort… Ich nickte unsicher, ohne genauer zu wissen, was sie meinte. Wird schon so sein… Oder?„Wiedergeburt“. Das wäre wieder mal ein Beitrag für ein Lexikon „Deutsch/Christ – Christ/Deutsch“. Mit Reinkarnation hat Wiedergeburt jedenfalls gar nichts zu tun. Bis heute frage ich mich, warum in der Esoterik Reinkarnation und Seelenreisen so hochgeschätzt sind, wo es in den östlichen Religionen doch eigentlich als Strafe betrachtet wird, wenn man noch einmal in die nächste Runde geschickt wird. Wiedergeburt im christlichen Sinn meint nicht mehr und nicht weniger als das Erfülltwerden mit dem Geist Gottes.

Drum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)

Es gibt Christen, die ein besonderes Wiedergeburtserlebnis hatten, das ihnen in Erinnerung bleibt. Ich gehöre nicht dazu. Ich kann keinen Tag, kein Datum, keine besonderen Umstände nennen. Habe ich die Frage „Wiedergeboren?“ trotzdem richtig beantwortet?

Zweifellos! Ohne Gottes Geist könnte ich weder glauben noch beten. Jeder Christ hat ihn in sich, egal wie unspektakulär man sich bekehrt hat. Egal, ob er es gerade spürt oder nicht. Es braucht keine machtvollen Zeichen, kein Brausen, keinen gewaltigen Wind wie bei der Ausgießung des Heiligen Geistes unter den Jüngern, an das uns das Pfingstfest erinnert. (Wenngleich ich so ein Erlebnis durchaus cool gefunden hätte 🙂 )

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. (Apostelgeschichte 2, 2-4)

roter Abendhimmel mit Dünen, Sonnenuntergang, Pfingsten, Wiedergeburt und Heiliger Geist

 

Doch was ist dieser Geist? Ich komme  ins Schleudern, wenn ich zum Beispiel meinen Kindern versuche, zu erklären… Mein Sechsjähriger hat bei „Geist“ immer irgendwas mit „Gespenst“ im Kopf. Was kann ich den Kindern erzählen?

Der Heilige Geist in uns…

… ist ein Tröster (Johannes 16,7)

Mit „Trost“ können Kinder etwas anfangen. Wir Eltern prägen da ihr Gottesbild mit durch unser Verhalten.

Es ist gut, dass ich weggehe. denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. (Johannes 16,7)

… bringt uns Jesus uns ganz nah

Kinder verstehen Gott vor allem als Gott im Himmel. Wir können ihnen aber zusagen, dass er jedem einzelnen ganz nah und sogar in uns ist. Sie werden mehr und mehr verstehen…

Jesus spricht: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“(Johannes 14,18)

Kinderbild mit der Aufschrift: "Ich bin Jesus Schatz", Pfingsten,  Wiedergeburt und Heiliger Geist

… ist Lehrer

Gottes Geist führt und leitet uns durchs Leben und zeigt uns den richtigen Weg. Auch Kinder können schon erkennen, was „gut“ und was „schlecht“ ist.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. (Johannes 16,13)

… hilft uns beten

Gottes Geist führt unser Gebet, es ist nicht so wichtig, dass wir die richtigen Worte wissen. Darum dürfen wir ganz einfache Gebete sprechen und unser Inneres unzensiert nach außen fließen lassen.

Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen. (Römer 8, 26)

… zeigt bei uns Wirkung

Unser Leben zeigt, dass wir den Geist Gottes haben. Die Früchte können vielleicht noch wachsen, aber sie sind spürbar da…

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz. (Galater 5, 22+23)

… gibt Kraft

… aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird. (Apostelgeschichte 1, 8)

… wohnt in uns

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? ( 1. Korinther 3, 16)

… führt uns in die Freiheit als Gottes Kinder

Ein schöner Gedanke, dass auch die Erwachsenen für Gott Kinder sind.

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Römer 8, 14-15

Pfingsten feiern

Es ist gar nicht so entscheidend, dass die Kinder die Pfingstgeschichte bis ins Detail verstehen. Wir dürfen sie ihnen erzählen und manches darf rätselhaft bleiben. Der Umgang damit fällt Kindern leichter als wir es uns vorstellen. Mein sechsjähriger Sohn findet zum Beispiel die Sache mit den Feuerflammen einfach cool, auch wenn er den Hintergrund noch nicht richtig erfassen kann.

Wir können Pfingsten zum Beispiel zum Anlass nehmen und den Kindern erzählen, wie wir zum Glauben gekommen sind. Auch, wenn das vielleicht nicht so spektakulär war: Normalerweise finden Kinder die Eltern-Biografie äußerst interessant und hören gern davon – immer wieder.

„Ich beginne jeden Tag im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist mein Leben führt. Ich sage ihm, wie sehr ich mir das wünsche. Ich erlebe, wie der Geist Gottes mich beeinflusst, korrigiert und auf besondere Situationen aufmerksam macht. Manchmal erfahre ich sehr konkret seine Führung. Ohne das Bewusstsein seiner Gegenwart kann ich mir mein Christsein nicht mehr vorstellen.“ (Peter Strauch)

Ältere Kinder finden vielleicht die Sendereihe vom ERF „Mensch Gott“ interessant, bei der ganz unterschiedliche Menschen von ihren Begegnungen mit Gott und wie sie zum Glauben kamen berichten. (Schau ich auch gern, immer wieder ermutigend 🙂 )

Was auch immer du in diesen Tagen vorhast: Wir dürfen dieses Pfingstfest als Beschenkte feiern. 

Deine

Handschrift

 

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUnTermacher am Montag“.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

8 Kommentare zu „Von der Wiedergeburt und vom Heiligen Geist

  1. Reinkarnation ist nicht wirklich eine Strafe. Es heißt, dass man sein Ziel noch nicht erreicht hat. Man nimmt seinen PLatz erneut ein. Man erhält eine neue Chance, das geistliche Ziel zu erreichen. Das ist doch etwas Wunderbares. Ich bin nicht so fest, was Christentum angeht, aber gehört da nicht auch die Hölle dazu? Die Wiedergeburtsalternative wäre anstatt in die Hölle zu müssen, bekommt man noch ein Leben, in dem man Jesus als den Retter akzeptieren kann, solang bis man das geschafft hat und dann bei Gott sein darf. Klar, ist es schöner, wenn man es direkt schafft, aber eine neue CHance empfinde ich trotzdem nicht als Strafe.

    1. Hallo Klara, ich muss ehrlich sagen, dass ich mich nicht tiefgründiger mit östlichen Religionen beschäftigt habe. Der Aspekt „Wiedergeburt als Strafe“ war etwas, das ich – weiß leider auch nicht mehr wo – gelesen hatte. Ich denke, dass wir dieses eine Leben und damit diese eine Chance haben. Mit allen Konsequenzen… Natürlich gibt es da auch die Allversöhnungstheorie, dass quasi alle in den Himmel kommen, aber das finde ich in der Bibel nicht so wieder. Genau so wenig kann ich daran glauben, dass wir tatsächlich noch eimal als ein anderes Wesen wiedergeboren werden, das widerspricht der Bibel eigentlich von vorn bis hinten, egal ob ich ins Alte oder neue Testament schaue. Darum kann und will ich nicht daran glauben. Im Grunde gibt es also als Christ zwei Leben: vor der Bekehrung und nach der Bekehrung. Und das Leben nach der Bekehrung geht eigentlich über in das ewige Leben bei Gott. Damit hat der Tod seinen Schrecken verloren. Eigentlich, denn natürlich haben auch Christen ganz menschliche Sorgen und Ängste. Aber jeder von uns mit seinem einen Leben, seiner einen Seele, Geist und eben auch Körper ist ganz einzigartig von Gott gemacht. Ein Ausschnitt aus Psalm 139:
      „Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
      Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
      Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“ Ganz liebe Grüße von Martha

  2. Man kann die Widergeburt bestimmt auch als Strafe ansehen, anstatt beispielsweise ins Nirvana zu kommen. Ich persönlich glaube auch nicht an Wiedergeburt. Ich verstehe die Idee nur nicht als Strafe, sondern als neue Chance, also quasi wenn ich daran glauben würde. Es ist ein bisschen wie eine Klasse wiederholen müssen. Man ist halt noch nicht so weit, weiterzugehen. (Die Analogie holpert etwas, weil auch Sitzenbleiben oft als Strafe empfunden wird.)
    In den östlichen Religionen ist die Konzeption sowieso vollkommen anders. Das Ziel liegt ja nicht außerhalb von einem, wie z.B. der Himmer. Das Ziel ist die eigene Erleuchtung, die in einem liegt. Von daher gibt es keine Option, dass einem dies verwährt wird. Es gibt quasi einfach keine Möglichkeit, wo du hinkannst, wenn du stirbst und die Erleuchtung nicht erreicht hast und quasi eins mit dem Universum werden kannst. Die grundsätzliche Vorstellung von Allem ist ganz anders.

    1. Hallo Klara, danke für den Kommentar. Da muss ich echt sagen, ich hab nicht viel Ahnung von den östlichen Religionen… Wenn ich mal Zeit hab, würde mich das schon näher interessieren, wie das Weltbild usw. so ist… jetzt hätt ich fast geschrieben „wenn ich mal Zeit hab, im nächsten Leben oder so“ 🙂 (Spaß) Also danke dir für den Impuls… Liebe Grüße, Martha

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