Veröffentlicht in Allgemein, Kirchenjahr und Jahreslauf, MUnTermacher

Vom Alleingelassensein

Manche Dinge in der Bibel übersteigen meine Vorstellungskraft. Ich frage mich zum Beispiel, was das für ein Gefühl für die Jünger gewesen sein muss, als die dem auferstandenen Jesus begegneten. Erfahrungen dieser Art kenne ich ja nicht. Und was muss das für ein Moment gewesen sein, als der Auferstandene dann auf einmal in den Himmel auffuhr. Obwohl Jesus versuchte sie vorzubereiten, verstanden sie ja gar nicht, was da auf sie zukam. Plötzlich allein! Schockstarre. Ratlosigkeit. Ungewissheit.

Jesus war fort. Und diese weiß gekleideten Männer, die sagten: „Was steht ihr hier und starrt nach oben?“ (Apostelgeschichte 1, 11) Klar, was sollten sie denn sonst tun. Wie sollten sie verstehen, was vor sich ging? Sie konnten nur abwarten.

Gräser vor Himmel, Wolken, auf der Wiese in den Himmel schauen, Vom Losgehen und von Hindernissen, Vom Alleingelassensein, Himmelfahrt

Ich persönlich wünsche mir ja manchmal, Jesus würde in Fleisch und Blut bei mir sein. Leibhaftig neben mir stehen und mit mir reden, so von Mensch zu Mensch. Quasi zum Anfassen. Kennst du so eine Sehnsucht? Wie schwer muss es dieses Nicht-Anwesensein von Jesus für die Jünger erst gewesen sein, die ihn ja leibhaftig erlebt hatten… Auf den Heiligen Geist mussten sie noch warten. Aber wie soll man etwas erfassen können, was man noch nie erlebt hat.

Hast du dich schon mal von Gott verlassen gefühlt? Gott, der einfach nicht antwortet, der schweigt, sich verbirgt? Das ist echt schwer auszuhalten. Wüstenzeiten. Nur abwarten zu können kann sehr quälend sein. Wer Gottes Nähe spürt ist ja in Lage, manches zu verkraften, was nach menschlichem Ermessen zu schwer ist. Aber wenn man ihn nicht spürt? Wie machen das eigentlich Menschen, die ohne Gott leben, ihn nie spüren? Ich habe einmal einen Artikel gelesen über eine gläubige Mutter, die ein Kind verloren hat. Sie wurde gefragt, wie sie das mit Gott auf die Reihe kriegt. Sie antwortete ehrlich, dass es total schwer sei. Aber das OHNE Gott durchzustehen, das sei für sie einfach unvorstellbar…

Unser Gefühl kann uns trügen. Nur, weil Gott sich fern anfühlt heißt das nicht, dass er sich von uns abgewandt hat, uns nicht mehr sieht.

Du bist ein Gott, der mich sieht. (1. Mose 16,13)

In Wüstenzeiten halte ich mich an Gottes Verheißungen fest. Es ist nicht viel, was man da in der Hand hat, offentsichtlich nur ein paar gedruckte Zeilen. Und es ist doch zugleich zu groß, um es zu begreifen. Gottes Plan. Gottes Zusagen gelten unabhängig von dem, was ich spüre. Das macht das Schlimme nicht unbedingt leichter. Aber wohin sonst als zu Gott sollten wir unsere Gefühle bringen…

Herr, wohin sonst sollten wir gehen? (Johannes 6,68)

Manchmal sind zu schwach zum Beten. Sich dann gegenseitig Gottes Verheißungen zuzusprechen birgt eine große Kraft. Welcher Freund braucht das heute vielleicht von dir? Wem kannst du zum Beispiel einen Bibelvers heraussuchen und zur Ermutigung schicken? Die Jünger brauchten einander sehr, als Jesus in den Himmel gegangen war. Sie rückten eng zusammen.

„Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.“ (Apostelgeschichte 1, 14)

Sie hatten die Gemeinschaft mit (Glaubens)Geschwistern genauso nötig wie wir heute. Glauben ohne Gemeinde ist vielleicht nicht unmöglich, auf jeden Fall aber sehr schwer. Welch ein Geschenk, dass wir da so frei und miteinander leben können.

Glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben. (Johannes 20, 19)

Wenn du selbst gerade in einer Wüstenzeit steckst, dann lies doch heute mal Johannes 14. Hier bereitet Jesus seine Jünger auf seinen Tod vor und spendet Trost. Das Kapitel steckt voller Verheißungen. Du kannst sie dir auch selbst laut zusprechen, es gilt auch für dich. Gott hält Wort. Wenn nichts mehr hält, halt dich dran fest:

Ich lasse euch nicth als Waisen zurück, ich komme zu euch! Johannes 14, 18 Himmelfahrt

Das Gefühl des Alleinseins, des Verlassenseins wird ein Ende haben. Unsere Sehnsucht wird gestillt werden. Auch wenn das unsere Vorstellungskraft übersteigt. Er hat es uns zugesagt.

Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht! (Johannes 14, 27)

 Ich wünsche dir eine gesegnete Zeit… 
Handschrift

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Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

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