Veröffentlicht in Allgemein, für Frauen/ Mütter, MUnTermacher

Vom Losgehen und von Hindernissen

Am Anfang des Jahres habe ich vier Wochenenden im Kalender markiert, die mir geeignet erschienen, um mit dem Wohnwagen ein bisschen rauszufahren. Es dauerte nicht lange, da hatten sich dank wichtiger Termine und Feste die Zahl der Wochenenden auf zwei reduziert. Das letzte Wochenende verteidigte ich wie nun wie eine Löwin gegen jegliche Verplanung. Kritische Blicke, weil ich ein Maifest „einfach so“ absagte. Und nein, wir haben uns auch nicht in die Wer-bringt-was-zu-essen-mit-Liste eingetragen. Ehrenamtliche Dienste getauscht. Finanzielle Überlegungen des Mannes zerstreut. Die Freundinnenübernachtungspläne der älteren Tochter im Keim erstickt. Geschafft! Mag es nun regnen oder schneien oder ein Kind krank werden, wir fahren…

Kurze Zweifel beim Beladen des Wohnwagens (Alles, von Klamotten über Küchenkram bis hin zu den Fahrrädern): Lohnt sich dieser Aufwand echt für ein kurzes Wochenende? 

Freitagnachmittag, alle angeschnallt im Auto, Wohnwagen hängt. Das Auto springt nicht an. Alle Kinder zurück ins Haus, der Mann will eine neue Batterie besorgen (okay, die war eigentlich schon länger fällig…), das Einbauen macht einige Probleme. Nichtsdestotrotz sitzen wir eine Stunde später im Auto und gesellen uns erstmal in den Feierabendstau.

Ich bin so erschöpft. Ich habe wieder Schmerzen in der Brust, aber erst nächste Woche einen Arzttermin. Hätte ich nicht lieber doch noch gehen sollen? Vielleicht hätten wir nicht fahren sollen? War die kaputte Batterie ein Zeichen? Zu spät… 

leere Hängematte im Grünen lädt zum Ausruhen und zur Pause ein, Vom Losgehen und von Hindernissen

Ankunft auf dem Campingplatz. Volltreffer! Die Besitzer sind freundlich, der Platz wunderschön, ruhig, naturnah und auch für die Kinder einfach fantastisch. Erster Akt: Ich suche zwei schöne Bäume für meine Hängematte aus und chille zwischen Fluss und Spielplatz (= Aufsichtspflicht) und fühle mich sofort entspannter und besser. Derweil stellt der Mann fest, was wir alles zu Hause vergessen haben: Den Campingtisch, das Feuerzeug, zwei Stühle. Später kommt noch Zahnpasta dazu. Und wir haben zwar für alle Fahrräder dabei, jedoch den Fahrradkinderrsitz vergessen. Unser Radius wird sich auf Laufrad-Weite beschränken. Wir sind wirklich etwas außer Übung.

Es war wohl doch etwas hektisch. Hätten wir vielleicht mehr Zeit zum Packen einplanen sollen?

Viele Schuhe vorm Wohnwagen, Urlaub als kinderreiche Familie, Ordnung für Chaoten, Vom Losgehen und von Hindernissen

In der Nacht werden meine Schmerzen aber wieder mehr und ich empfinde es als bedrohlich. Fantasiere vor mich hin, wie mich der Notarzt wohl nachts durch die geschlossene Schranke des Campingplatzes erreichen kann. Unruhig einerseits und hundemüde andererseits starte ich in den Tag und beschließe, am Samstag doch noch einen Arzt sehen zu wollen. Ich habe Glück, nach einer halben Stunde Wartezeit bin ich schon dran. Der Arzt beruhigt mich, es ist nicht das Herz, sondern im Vergleich dazu harmlose Nervenschmerzen. Das Medikament muss die Apotheke allerdings bestellen, so dass wir uns noch eine gute Stunde in der Stadt herumdrücken.

Schön blöd, einen Teil des sowieso kurzen Wochenendes hier zu verplempern. Hätte ich das alles nicht vorher abklären können?

Wäre ich nur eine halbe Stunde später in die Apotheke gekommen, hätte man mir das Medikament nicht mehr pünktlich beschaffen können. Ich bin froh und dankbar, nun ausgerüstet zu sein, auch wenn die Packungsbeilage gruselig klingt. Abends fühle ich mich schon viel besser.

drei Kinder spielen mit einem Käscher am Fluss, vom Losgehen und von Hindernissen

Der Rest des Wochenendes ist ein Traum. Spielplatz, Tretboot, Badestelle, Volleyball, Hängematte, Weinberge, Enten, ein kleiner Schauer und ganz viel Sonne und vor allem Ruhe. Am nächsten Morgen gehe ich – was ich äußerst selten tue, da ich es eigentlich nicht sonderlich mag – joggen. Wie wunderbar, über eine weiche, grüne Wiese zu laufen. Durchatmen können, fast keine Schmerzen haben. Diese Joggingrunde ist mein Lobpreis am Sonntagmorgen.

Wir kommen bei Gewitter zu Hause an und schmeißen einfach schnell wäschekörbeweise den nun feuchten Inhalt des Wohnwagens ins Haus. Da der nicht vorm Haus stehen bleiben kann, müssen wir uns beeilen. Ich stelle fest, dass der Kleine anfängt zu fiebern. Bei mir zeigen sich nun Nebenwirkungen des Medikaments.

Zweifel beim Anblick des Berges. Wie kann man nur an einem Wochenende so viel Wäsche produzieren? So viel Aufwand… Die Kinder sind übermüdet und werden morgen in der Schule „durchhängen“. Und die Hindernisse am Anfang. Hat es sich nun gelohnt? 

Chaos nach der Reise, Durcheinander von Klamotten und Schuhe, Heimkommen, vom Losgehen und von Hindernissen

Auf jeden Fall!

Wer sagt eigentlich, dass Hindernisse uns zeigen, auf einem falschen Weg zu sein? Ich glaube viel mehr, dass Gott sich häufiger von uns wünscht, dass wir die Zweifel beiseite schieben und erstmal losgehen. Mit ihm an der Seite einfach anfangen. Was wäre, wenn uns die Zweifel lähmen und uns dazu bringen, lieber gar nicht zu handeln? Mir kommen die Israeliten und ihr Auszug aus Ägypten in den Sinn. Was, wenn sie nicht losgegangen wären ins Ungewisse? Was, wenn der Wunsch zurück zu den Fleischtöpfen sie dazu gebracht hätte, aufzugeben?

Zu nahezu jedem Zeitpunkt können wir verschiedene Wege einschlagen, oft sogar mehr als zwei. Wir können Entscheidungen treffen. Einmal fragte ich Gott in einer solchen Situation: „Was ist, wenn ich falsch entscheide?“ Er antwortete: „Ich gehe auch einen falschen Schritt mit dir mit.“ Vielleicht wünscht Gott sich von uns, dass wir erst einmal losgehen. Er öffnet Türen, er schließt Türen, er leitet und begleitet uns. Die Wege müssen nicht immer gerade sein. Manches wird erst klarer, wenn wir unterwegs sind. Und selbst, wenn die Situation so verfahren ist, dass wir nichts mehr selbst entscheiden können: Immer können wir Gott bitten, die Hoffnung in uns groß zu machen und uns nicht resignieren zu lassen.

Dämmerung, Sonnenuntergang, Abendspaziergang, Vom Losgehen und von Hindernissen

 

Ich möchte gern das Schöne vom letzten Wochenende groß machen und Gott dafür danken. Danke, dass wir uns aufgemacht haben und so reich beschenkt wurden… 

Boote/ Kanus liegen am Ufer, bereit aufzubrechen zu einer Reise, Einladung, Vom Losgehen und von Hindernissen

Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. (Psalm 36,6)

Gräser vor Himmel, Wolken, auf der Wiese in den Himmel schauen, Vom Losgehen und von Hindernissen

Ich werden nun eine kleine Blog-Pause einlegen und hoffe, bald wieder ganz gesund zu werden. Ich wünsche dir eine gute Woche, 

Schriftzug vor Meer und Sonnenuntergang

Dieser Artikel ist ein Beitrag aus der Reihe „MUnTermacher am Montag“.

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

11 Kommentare zu „Vom Losgehen und von Hindernissen

  1. Liebe Martha, das hast Du sehr schön und lebensnah geschrieben- ich kann mich total gut hineinversetzen, wie sich so ein Auf und Ab anfühlt, Entscheidugen angefochten sind und kleine oder größere Zwischenfälle uns die Freude rauben wollen. Toll, dass Ihr durchgehalten habt. Schön, dass Ihr die Zeit genießen konntet. Und danke besonders für diesen Satz, der mich trifft: “ Ich gehe auch einen falschen Schritt mit Dir.“ Das ist ein toller Zuspruch, der viel Druck wegnimmt. Und so gnädig ist Gott. Wie schön :-)!!

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