Veröffentlicht in Allgemein, Kinder und Familienleben

Kinderfragen – Kinderantworten

Wenn dein Kind dich morgen fragt…

Bei den Hausaufgaben fragte mein damals siebenjähriger Sohn ganz unvermittelt: „Sag mal, Mama, warum sagt man am Ende vom Gebet immer <Amen>? Ist das so was ähnliches wie <Enter> beim Computer?“

Manchmal staune ich über die Gedanken, die Kinder sich so machen. Und ich staune auch darüber, was sie alles wissen. Das liegt jetzt nicht unbedingt daran, dass wir besonders oft in der Kinderbibel lesen oder Geschichten erzählen. Das tun wir zwar immer wieder, aber ihre „Basis“ entsteht wie ein Puzzle aus verschiedenen Teilen. Wir als Familie, die Paten, die Gemeinde, der Gottesdienst, der Kindergottesdienst, die Jungschar, die Pfadfinder… viele Puzzleteile tragen dazu bei.

Doch kommen in unserem Alltag immer wieder Glaubensthemen vor. Einfach so, ganz nebenbei, beim Spielen, bei der Hausarbeit, bei den Hausaufgaben, vor dem Schlafengehen. Es ergibt sich. Die Kinder machen sich Gedanken, haben Fragen und oft originelle  Antworten. Manches darf auch einfach offen bleiben zum Weiterdenken. Es gibt Eltern, die möchten, dass ihr Kind sich später selbst entscheidet, was es glaubt. Aber wie sollen Kinder entscheiden, die gar keinen Glauben „aus der Nähe“ kennen?

Wenn eure Kinder später fragen, wozu all die Weisungen, Gebote und Rechtsbestimmungen gut sind, die ihr vom Herrn, eurem Gott, bekommen habt, dann gebt ihnen zur Antwort: „Als Sklaven mussten wir dem König von Ägypten diesen, doch der Herr befreite uns mit seinem starken Arm…“ (5. Mose 5,21+22)

Es ist gut, wenn sie über Gott nachdenken, sich mit dem Glauben beschäftigen, Fragen stellen, Antworten suchen, in ihren eigenen Worten Gebete sprechen, über die wir manchmal lächeln und die uns manchmal sehr berühren. Sie sprechen einfach aus, was sie denken, was sie sich wünschen, was sie bewegt, ganz unzensiert.

Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist nun der Größte im Himmelreich? Und er rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Matthäus 18,3)

Und ich möchte durchaus auch, dass sie sich selbst entscheiden.  Aber sie brauchen uns auf diesem Weg. Mein Eindruck ist, dass sich Kinder, in deren Familien der Glaube praktisch gelebt wird, viel mehr Gedanken über Gott, Jesus und den Himmel machen. Und das ist manchmal höchst philosophisch, inspirierend und oft total lustig. So hört sich das dann zum Beispiel an…

Ein Kind springt hoch über ein Hindernis, Leichtigkeit, überwinden, Kindermund, Kindersprüche, Kinderfragen

Wenn Kinder beten…

Gebet eines Zweijährigen: „Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast – Schere hast – Nagel hast – Gaki hast… – Amen“. (Gaki war sein Wort für Schokolade… Das war seine fanasievolle Abwandlung des Gebets „Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen“)

Gebet einer Zweijährigen: „Gaben-haben-Amen“ (Hier die Langfassung: „Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt oh Gott von dir, wir danken dir dafür! Amen“)

Mädchen, 2 Jahre: Unsere Kinder werden am Abend oft mit den Worten „Der Herr segne dich“ gesegnet. Einmal möchte sie mich segnen und sagt dabei: „Der Herr schüttel dich!“

Wieder was gelernt…

Junge, 3 Jahre alt: Das Thema im Kindergottesdienst ist „Gottes Liebe ist wie ein weiches Nest“. Am Ende darf sich jedes Kind eine Feder aus einem Nest mitnehmen. Mein Sohn kommt zu mir mit der Feder in der Hand und ruft begeistert: „Gott hat Federn!“.

Mädchen, 4 Jahre: Meinte Tochter geht in den evangelischen Kindergarten, wo die Kinder ab und zu auch eine Bibelgeschichte hören. Sie erzählt: „Heute hatten wir die Geschichte von der Erschöpfung.“ (Das war wohl eine Mischung aus „Schöpfung“ und „Erschaffung“ der Welt…)

Junge, 4 Jahre: Mein Sohn erzählt mir, wie Gott die Welt erschaffen hat: „… und am Sonntag, da hat Gott sich ausgeruht.“ Ich ergänze: „Ja, und darum sollen wir uns am Sonntag auch ausruhen und nicht arbeiten.“ Mein Sohn nachdenklich: „Aber der Bäcker H., der hat auch am Sonntag auf. Der hat einfach nicht zugehört!“

Feste feiern…

Junge, 3 Jahre: Mein Sohn kennt die Weihnachtsgeschichte: „Mama, weißt du, was die Könige dem Jesus schenken? – Karotten und Möhren!“ (Es hat eine Weile gedauert, bis mir klar wurde, wie er darauf kam: Die Myrre war es…)

Junge, 3 Jahre: Mein Sohn schaut ein Ritterbuch an. Spontan fällt ihm ein Weihnachtslied ein: „Heut ist der Heiland geboren, Tröster und Ritter der Welt…“ Eigentlich heißt es „Retter“, aber warum nicht…

Mädchen, 4 Jahre: Es ist Weihnachten und meine Tochter ist genervt, als wir zum Krippenspiel wollen: „Schon wieder Bethlehem! Immer nur Bethlehem, das kenne ich doch schon. Das hatten wir im Kindergarten, im Kindergottesdienst und beim Vorlesen. Können die nicht mal was machen, was ich noch nicht kenne?“

Junge, 4 Jahre: Mein Sohn will wissen, was eine Taufe ist und was mit seiner kleinen Schwester passiert, wenn sie getauft wird. Ich versuche, das Ganze kindgerecht zu erklären, aber er kuckt mich immer skeptischer an. Ich schließe meine Ausführungen mit: „…. man bittet Gott auch darum, dass er das Baby beschützt.“ Mein Sohn schweigt kurz und fragt dann vorsichtig: „Mama, kriegen wir das Baby dann nach der Taufe wieder zurück?“

Mädchen, 5 Jahre: Wir sprechen über den Sank-Martins-Zug. Ich erzähle meiner Tochter, dass bei dem Umzug der katholischen Kirche sogar ein echtes Pferd vorweg läuft. „Und wer sitzt da drauf?“, fragt sie interessiert. Mein Mann antwortet: „Der Martin natürlich!“ Daraufhin fragt sie: „Der Sankt Martin… oder der Martin Luther?“

Gott im Alltag…

Junge, 10 Jahre: Mein Sohn erklärt mir Geometrie: „Eine Gerade geht in die Ewigkeit.“ (Gemeint war wohl „ins Unendliche“, aber die „fromme“ Sprache prägt wohl…)

Mädchen, 3 Jahre: Meine Tochter singt eine Strophe aus „Gottes Liebe ist so wunderbar“, diese beginnt mit: „Gottes Güte ist so wunderbar…“ Sie trällert: „Gott ist müde, ist so wunderbar.“

Junge, 4 Jahre: Wir kommen von einer österlichen Fahrradtour zurück und biegen in unsere Straße ein. Mein Sohn fragt leicht verwirrt: „Wohin fahren wir nun?“ Ich antworte: „Nach Hause natürlich!“ Er behauptet daraufhin: „Aber ich wohne doch gar nicht hier. Ich wohne in Schweden.“ Ich bin etwas ratlos. „Du ganz allein?“, will ich dann wissen. Sofort strahlt er über das ganze Gesicht: „Nee, Mama, ich bin doch nicht allein, Gott ist doch bei mir!“

Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge lässt du dein Lob erklingen! (Psalm 8,3)

 

Ich hoffe, du hast ein Lächeln auf den Lippen…

Deine

Handschrift

 

 

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Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

4 Kommentare zu „Kinderfragen – Kinderantworten

  1. So schön…! Und ist es nicht ein unfassbares Glück, dass wir unseren Glauben mit unseren Kindern teilen und uns von ihnen bereichern lassen dürfen? Ich bin auch immer wieder erstaunt, wieviel theologische Weisheit aus einem Kindermund kommt! Gesegnete Ostertage euch!

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