Veröffentlicht in Allgemein, Bibel

Blogparade: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes…“

Dieser Ausschnitt aus einem Bibelvers aus Matthäus 6 nach der Übersetzung von Luther würde es gleich zweimal in ein Wörterbuch „Christ/Deutsch – Deutsch/Christ“ schaffen. Trachten? Reich Gottes? Bitte was?

Mit dem Verb „trachten“ ist gemeint, dass man bemüht ist, etwas Bestimmtes zu erreichen. Man würde heute vielleicht eher „nach etwas streben“ sagen. Unter dem „Reich Gottes“ verstehen Christen den Herrschaftsbereich von Gott. Diese Herrschaft betrifft heute mitten im Leben die Herzen der Gläubigen und wird eines Tages hier sichtbar auf der Erde gegenwärtig sein.  Das Reich Gottes wird erfahrbar, wenn Menschen heil werden. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,21 – Übersetzung: Luther) heißt es in der Bibel. Es hat also bereits begonnen, ist aber noch nicht vollendet. Darum bitten wir im Vater Unser: „Dein Reich komme“. (Falls du mal einem Theologen begegnest, der von „schon-jetzt-noch-nicht“ redet und vielleicht noch noch das Wort „eschatologisch“ in den Mund nimmt… Genau das meint er damit. Die „Eschatologie“ ist die Lehre von den letzten Dingen.)

Der Bibelvers ist eine Aufforderung an uns, Gottes Willen in unserem Leben Priorität zugeben. Gott gibt uns dazu eine wunderbare Verheißung (ups, wieder ein Wort für das Wörterbuch „Christ/Deutsch  – Deutsch/Christ“…). Gott sagt uns etwas voraus, er prophezeit uns uns seine Fürsorge: „… dann wird er euch mit allem anderen versorgen“ (Übersetzung: Hoffnung für alle).

Hier noch zwei modernere Übersetzungen von Matthäus 6,33 die den Inhalt für uns heute vielleicht verständlicher machen.

Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht. (Übersetzung: Neues Leben)

Euer Ziel sollte es sein, dass Gott immer die Nummer eins in eurem Leben ist. Und macht seine Sache zu eurer Sache, dann wird er euch alles andere geben, was ihr so braucht. (Übersetzung: Volxbibel)

Was heißt das jetzt konkret in meinem Leben?

Christen sprechen gern davon, dass sie „am Reich Gottes bauen“. Manchmal wird dies gleichgesetzt mit praktischer Nächstenliebe und/ oder Mission. Genau genommen ist es jedoch so, dass Gott selbst sein Reich baut. Wir dürfen es erleben und Teil dessen sein. Und dazu gehört viel mehr als Nächstenliebe. Gottes Willen über alles zu stellen ist eine Lebensentscheidung, die alle Bereiche betrifft. Wir geben nicht eine gewisse Zeit am Tag oder in der Woche dafür, sondern wir geben unser Leben. Gott wirkt in uns und bewirkt eine Lebenshaltung. Das Reich Gottes ist ganzheitlich, es meint Gottesliebe, Selbstliebe, Nächstenliebe und betrifft Körper, Geist und Seele. Jeder kann Gott genau dort dienen, wo er steht. Egal, welchen Beruf ich ausübe, egal auf welche Menschen ich treffe, egal welche Gaben ich habe.

Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, soll jeder an dem Platz bleiben, an dem er war, als Gott ihn zum Glauben rief. Dort soll er in Verantwortung vor Gott seinen Dienst tun. (1. Korinther, 7, 24 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Für mich persönlich heißt das: Ich baue am Reich Gottes (oder besser: Gott baut durch mich, ich bin sein Mitarbeiter), wenn ich meinen Kindern etwas zu essen koche. Wenn ich ihnen etwas vorlese. Wenn sie Freunde mit nach Hause bringen. Wenn ich mit der Nachbarin spreche. Wenn ich Kindergottesdienst halte. Wenn ich bei den Hausaufgaben helfe.  Wenn wir beten. Wenn ich schreibe. Wenn ich die Küche aufräume. Sogar wenn ich Windeln wechsle. Gottes Reich wird in den Familien gebaut, in den Gemeinden, am Arbeitsplatz, im ehrenamtlichen Engagement. Nichts davon ist weniger wert als das andere und jeder kann an seinem Platz zu etwas so Großem beitragen, dass es unseren Verstand übersteigt.

Und wie können wir das schaffen?

So ein Leben gelingt nur mit Gottvertrauen. Aus uns selbst heraus können wir das nicht schaffen. Wenn wir den Text anschauen, in den Matthäus 6,33 eingebettet ist, wird deutlich, was Vertrauen bewirken kann:

Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: ›Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?‹ Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht. Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Deshalb sorgt euch nicht um morgen – der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten mit sich bringt. (Matthäus 6, 31-34 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Gott fordert nicht einfach etwas von uns, sondern er befähigt uns auch dazu. Nicht nur in diesem Jahr gilt:

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26; Jahreslosung für 2017)

 Himmel mit Sonnenuntergang in Form von einem Herz, Trachten nach dem Reich Gottes

Noch bis Ende März läuft die Blogparade „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ von Bernd Schimanski.

Autor:

Wir glauben daran, dass ein FAMILIENLEBEN MIT GOTT einen Unterschied macht. Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, denn FAMILIEN LEBEN MIT GOTT. Mach dich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Mehr...

5 Kommentare zu „Blogparade: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes…“

  1. Schöööööön! 🌺
    Wichtiger, da sehr verheißungsvoller Vers: Wenn wir uns vorrangig um Gottes Belange kümmern, sorgt er auch für all`unsere Bedürfnisse.
    Prima ausgearbeiteter Artikel, vielen Dank! 😊

      1. Deine Übersetzung ist auch eine Übersetzung 😉 Übersetzung in Alltagssprache wäre echt ein Projekt. Ich finde ja auch die Volxbibel oft so klar und deutlich, dass es „reingeht“… Alles hat seine Berechtigung.

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